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Informationen über Neuerscheinungen zur Goethezeit der Jahre 2003-2005

 

[A]

  • Albrecht, Andrea
    Kosmopolitismus. Weltbürgerdiskurse in Literatur, Philosophie und Publizistik. Berlin - New York 2005.

(spectrum Literaturwissenschaft / spectum Literature. Komparatistische Studien / Comparative Studies Bd. 1, . Diss.. spectrum Literaturwissenschaft Bd.1 IX, 442 S., 2005 Gruyter , ISBN 3-11-018198-3).

Im Zentrum des Buches steht die Rekonstruktion der Debatte, die im Europa des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts um die Idee des Kosmopolitismus geführt wurde. Am Beispiel von Rousseau, Kant, Jean Paul, Eichendorff u.a. wird gezeigt, dass man das 18. Jahrhundert zwar zu Recht als ein weltbürgerliches Jahrhundert bezeichnen, dabei aber nicht von einer homogenen Weltbürgeridee ausgehen kann. Mit den Methoden der historisch-semantischen Diskursanalyse wird die bereits um 1800 erfolgende spektrale Aufspaltung des Weltbürgerdiskurses nachgezeichnet und vor dem Hintergrund konkurrierender politischer, moralischer und rechtlicher Interessen interpretiert. Das um 1800 entstandene, kontroverse weltbürgliche Argumentationsrepertoire bestimmt bis heute die etwa von Jacques Derrida und Jürgen Habermas geführten Diskussionen um Globalisierung und Internationalität.

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  • Alt, Peter-André, Meier, Albert und Riedel, Wolfgang (Hg.):
    Friedrich Schiller

(Hanser 2004, Sämltliche Werke in 5 Bänden, Neuausgabe 2004, Hardcover 3-446-20501-2, € 150,00 (D) / € 154,30 (A) / SFR 237,00. Die Bände sind auch einzeln erhältlich für € 34,90 [D] / sfr 61.- / € 35,90 [A])

»Die fünfbändige Schiller-Ausgabe der Hanser Klassiker ist die seit vier Jahrzehnten am meisten verbreitete und »eingeführte« Edition dieses Autors. In dieser Ausgabe wird Schiller gelesen, nach ihr wird er in der Sekundärliteratur am meisten zitiert. Bis vor wenigen Jahren hat die Schiller-Forschung den medizinischen Jugendarbeiten des Dichters nur geringe Beachtung beigemessen; erst mit der Neubewertung der medizinischen Schriften Schillers durch Kenneth Dewhurst und Nigel Reeves hat sich die Situation gewandelt und es liegen umfassende Studien zu Schillers Beschäftigung mit der Medizin vor. Dieser Forschungsentwicklung trägt die neue Hanser Schiller-Werkausgabe Rechnung.

Rechtzeitig zum Schillerjahr 2005 (sein 200. Todestag ist der 9. Mai 2005) haben drei Germanistikprofessoren und eine Professorin der Medizingeschichte auf der Grundlage der bewährten Edition eine neue Ausgabe erarbeitet, die die umfangreiche germanistische Schillerforschung der letzten Jahrzehnte für die Leser unmittelbar textbezogen nutzbar macht. Schillers lateinisch verfasste Dissertation Von den entzündungsartigen Fiebern und Faulfiebern wird hier erstmals nach der Krakauer Handschrift wiedergegeben mit einer deutschen Übersetzung und ausführlichem Kommentar. Mit ihrer durchgängig auf dem aktuellen Forschungsstand basierenden neuen Kommentierung wird diese kompakte Schiller Werkausgabe unentbehrlich sein für Studium und Forschung.«

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  • Ammerlahn, Hellmut:
    Imagination und Wahrheit. Goethes Künstler-Bildungsroman 'Wilhelm Meisters Lehrjahre': Struktur, Symbolik, Poetologie.

(Würzburg: Königshausen und Neumann 2003. ISBN 3-8260-2554-7)

»Mit den offenbaren Geheimnissen seiner faszinierendsten Gestalten Versteck zu spielen, gehört zu Goethes Genialität. Der vom Autor als sein Ebenbild gekennzeichnete aktive Titelheld, der Shakespeares Vornamen trägt und Meisterschaft erstrebt, verhüllt und offenbart sich selbst in seinen größten Geheimnissen. So läßt der Erzähler Wilhelms italienische Sehnsuchts- und tragische Sängergestalten, Mignon und den Harfner, mit ihren ergreifenden Liedern ganz aus dem liebeskranken Herzen und der schöpferisch produktiven Einbildungskraft Wilhelms, seiner zentralen Dichtergestalt, entspringen. Wie der Künstler von einer zerstörerisch regressiven oder schweifenden Phantasie zu einer in der Wahrheit des Realen gegründeten geregelten Imagination vorstößt, seine analytischen und ästhetischen Fähigkeiten entwickelt, zeigt sich an Wilhelms Bildungsweg, seinen Überlegungen, Theaterproduktionen und Hilfeleistungen.«

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[B]

  • Berger, Joachim:
    Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach (1739-1807). Denk- und Handlungsräume einer ‚aufgeklärten’ Herzogin

(Universitätsverlag WINTER Heidelberg, 679 Seiten, 16 Abbildungen. ISBN 3-8253-1516-9, Oktober 2003)

»Im Alter von 16 Jahren kam die Braunschweiger Prinzessin Anna Amalia (1739-1807) nach Weimar. Kurz darauf wurde die noch unmündige Tochter zweifache Mutter, Witwe, Vorsteherin des Hofes und Landesregentin. Diese Biographie zeigt die Konflikte zwischen Anna Amalias persönlichen Interessen und den zeitgenössischen Erwartungen an eine Fürstin des Hochadels. Damit leuchtet sie die Denk- und Handlungsräume einer als ‚aufgeklärt’ geltenden Herzogin aus. Im wechselvollen Lebenslauf Anna Amalias verweben sich Künste, Geselligkeit, Reformpolitik, Pädagogik und Bildungsreisen, die Signa des ‚aufgeklärten’ 18. Jahrhunderts. Auf einer breiten Quellenbasis korrigiert die Biographie nicht nur festgefügte Legenden zum deutschen ‚Erinnerungsort’ Weimar. Sie verknüpft zudem die Kulturgeschichte der ‚Weimarer Klassik’ mit der Hofforschung und der Geschlechtergeschichte der Aufklärung. Mit einer darstellerischen Trennung des Lebenslaufs in einzelne ‚Rollen’ erschließt die Studie der historischen Biographik auch methodisch neue Wege.«

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  Zur Rezension von Christiane Coester in H-Soz-u-Kult

 

  • Bernauer, Markus et al. (Hg.):
    Wilhelm Heinse. Aufzeichnungen. Der Frankfurter Nachlass

(Carl Hanser Verlag, 2003 / 2004 /2005, Zwei Textbände, zwei Kommentarbände mit Nachwort, Abbildungen, Register, Bibliografie, zusammen ca. 5000 Seiten und 96 Seiten Bildteil. Dünndruck-Ausgabe, Leinen, Fadenheftung, Lesebändchen, im Pappschuber. Subskriptionspreis bei Abnahme der Gesamtausgabe ca. Q 248,– [D] / sFr 412,– / Q 255,– [A] ISBN 3-446-20402-4. Die Bände sind auch einzeln erhältlich für ca. Q 68,– [D] / sFr 112,– / Q 70,– [A])

Die Entdeckung des Frankfurter Nachlass

»Unter den ungehobenen Schätzen der Literatur- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts ist der Frankfurter Nachlass des deutschen Schriftstellers und Kunsttheoretikers Wilhelm Heinse (1746 –1803) sicherlich der bedeutendste. Insgesamt 54 überlieferte Notizbücher und Hefte enthalten Aufzeichnungen von seinen Reisen in die Schweiz und nach Italien, Beobachtungen zu politischen Zuständen und Sitten sowie eingehende Beschreibungen von Werken der bildenden Kunst, der Musik und der europäischen Literatur und Naturbeschreibungen. Darüber hinaus finden sich in den über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren entstandenen Notizen aber auch zahlreiche Exzerpte und Reflexionen zur Ästhetik und Philosophie, zu Geschichte, Naturkunde und Medizin. In der Süddeutschen Zeitung bezeichnete Jens Bisky die Herausgabe des Nachlasses von Wilhelm Heinse als »eine der literarischen Sensationen« des Jahres.

Erschlossen werden Heinses Aufzeichnungen durch einen ausführlichen Kommentar, der sich an Wissenschaftler und Nichtwissenschaftler gleichermaßen richtet, durch verschiedene Register sowie durch ein Nachwort. Die Kommentarbände enthalten auch eine erste vollständige Bibliografie der Primär- und Sekundärliteratur, ungedruckte Briefe von und an Heinse sowie Abschnitte mit neuen Erkenntnissen zur Biografie Heinses und zur Geschichte seines Nachlasses. Ein Bildteil mit 96 Tafeln und Textabbildungen – darunter viele kaum bekannte Werke der europäischen Kunstgeschichte seit der Antike – ergänzen die Nachlasshefte und die Kommentare.«

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  • Bletschacher, Richard:
    Mozart und da Ponte. Der Musiker und sein Librettist: die Geschichte eines historischen Glücksfalls.

(Residenz Verlag Salzburg 03/2004, ISBN 3-7017-1364-2)

»Die drei Opern, die Wolfgang Amadé Mozart und Lorenzo da Ponte in ihrer nur fünf Jahre währenden Zusammenarbeit geschaffen haben, zählen zu den größten Meisterwerken des abendländischen Musiktheaters. Dieses Buch beleuchtet den seltenen Glücksfall, der das gemeinsame Wirken zweier sehr unterschiedlicher Künstler unter der Schutzherrschaft eines kunstsinnigen Kaisers im Zeitalter der Aufklärung ermöglichte. Es beschreibt das äußere Umfeld, in dem diese Werke nicht ohne beträchtliche Widerstände zustande kamen, es zeigt, wie ihre Schöpfer durch Intrigen und Gewalt schließlich getrennt wurden, und es würdigt die Tatsache, daß Mozart und da Ponte ihre unvergleichlichen Leistungen nur dank der großherzigen und kenntnisreichen Förderung Josephs II. verwirklichen konnten. Der Autor, mit dem Musiktheater des 18. Jahrhunderts im allgemeinen und mit Mozarts Opern im besonderen bis ins Detail vertraut, hat hier all das zusammengefaßt und kritisch beleuchtet, was wir über diese Begegnung heute erfahren können – in einer Zeit, die wie keine vor ihr die vielfältigen Möglichkeiten eines freien Überblicks über die historischen Datensammlungen hat und dadurch manche Einsicht in vergangene Zeiten gewinnen kann, die selbst die Zeitgenossen nicht immer erlangen konnten.«

  Weitere Informationen auf der Webseite des Verlages: http://www.residenzverlag.at/programm/fruehjahr_2004/setmozart.htm

 

  • Borchert, Angela und Dressel, Ralf (Hg.):
    Das Journal des Luxus und der Moden: Kultur um 1800

(Universitätsverlag WINTER Heidelberg, 343 Seiten, 38 Abbildungen. Geb., ISBN 3-8253-1657-2, September 2004)

»Das „Journal des Luxus und der Moden“ wird seit einiger Zeit als wichtige kulturgeschichtliche Quelle unter den verschiedensten Forschungsperspektiven analysiert. Diese Vielseitigkeit der Fragestellungen, die an das über vierzig Jahre hinweg erscheinende Periodikum herangetragen werden, spiegelt sich auch in dem vorliegenden Sammelband. Die Beiträge thematisieren unter einer kulturhistorischen Perspektive unter anderem die Entstehungsbedingungen der Zeitschrift, ihr Verhältnis zu anderen zeitgenössischen Modezeitschriften und zum Weimarer Umfeld und nicht zuletzt inhaltliche Schwerpunkte sowie Mode- und Kulturbegriff, Illustrationspraxis, Literaturkritik oder Gartenbau.«

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  • Borchmeyer, Dieter:
    »DuMont Schnellkurs Goethe«

(Band 556, 192 S. mit ca. 170 Abb., H 19,8 x B 11,5 cm, broschiert, Erscheinungsjahr: Frühjahr 2005, ca. € 14,90 (D) / sFr. 26,90, ISBN 3832176284)

»Johann Wolfgang von Goethe war der größte deutsche Dichter. Sein Werk markiert die Spitze der deutschen Klassik, sein Leben machte ihn zum Idealtypus des Dichtergenies. Mit fünfundzwanzig schrieb Goethe den Werther-Roman, der zu einem europäischen Ereignis wurde. Seine kraftvollen, gefühlsbetonten Gedichte markierten einen Wendepunkt in der deutschsprachigen Lyrik. Dramen wie der »Faust« wurden dank ihrer Erlebnistiefe zu Meilensteinen für das Theater. Doch nicht nur sein literarisches Werk hebt Goethe als Künstlerpersönlichkeit hervor, als vielseitiger Denker nahm er Einfluss auf die gesamte europäische Geistesgeschichte und widmete sich auch naturwissenschaftlichen Forschungen und seiner politischen Tätigkeit am Weimarer Hof.

Schnellkurs Goethe bietet einen Überblick über all diese Facetten und stellt Goethes Leben an den Wirkungsstätten Frankfurt, Leipzig, Straßburg, Italien und Weimar knapp und konkret vor. Die Dichtungen und nichtpoetischen Schriften Goethes werden vor dem Hintergrund der Zeitgeschichte präzise und anschaulich beschrieben und analysiert. Neben den Hauptwerken treten auch weniger bekannte Bereiche seines Schaffens ins Blickfeld, wie seine erotischen Dichtungen oder die Naturforschung. Eingeleitet wird der Kurs durch ein ausführliches Kapitel über Goethes Wirkungsgeschichte und den Wandel des Goethe-Bildes.«

   Zur vollständigen Digitalisierung im GZP

  1. Am Großen Hirschgraben: Frankfurter Kindheits- und Jugendjahre (1749-1765)
  2. “Klein Paris“: Studium in Leipzig und Frankfurter Rekonvaleszenz (1765-1770)
  3. Sturm und Drang: Straßburg – Frankfurt – Wetzlar (1770-1775)
  4. Goethe in Weimar (1775-1786)
  5. Wiedergeburt in Italien (1786-1788)
  6. Klassische Dramatik
  7. Goethe nach der Italienischen Reise (1788-1794)
  8. Goethes Allianz mit Schiller (1794-1805)
  9. Der späte Goethe (1805-1832)
  10. Chronologie Goethes

  Weitere Informationen zum Buch:
URL: http://www.dumont-redaktion.de/luk-cms/content/getproduct.php?itemid=977

 

  • Borchmeyer, Dieter:
    Mozart oder Die Entdeckung der Liebe

(2005. 425 Seiten. Gebunden. € 19,80, ISBN 3-458-17267-X)

Mozart, Künstler an der Wendezeit und Jahrtausendgenie, entdeckt in seinen Opern die Liebe, die empfindsame und private – auch eine musikalische Revolution

»Mozarts sieben große Opern, innerhalb nur eines Jahrzehnts entstanden, bilden ein einzigartiges Panorama der einander überlagernden Liebeskonzeptionen des späten 18. Jahrhunderts, als zum erstenmal in der Geschichte der Gefühle die Ehe zum Ort der wahren Liebe wurde. Es ist der Goldgrund der »Empfindsamkeit«, die der Epoche ihren Namen gab, vor dem sich Zärtliche und Rasende, Schwärmer und Zyniker, Passionierte und Entsagende, Spiritualisten, Sensualisten und Sexualisten abheben.

Dieter Borchmeyer entziffert Mozarts Opernschaffen vom Idomeneo bis zur Zauberflöte als Liebes-Geschichte und Mozart selbst als musikalischen Entdecker der unter der Kruste gesellschaftlicher Konventionen verborgenen Autonomie der Liebe. Das Finalquartett des zweiten Aufzugs der Entführung aus dem Serail mit seinem umstürzenden Hymnus »Es lebe die Liebe!« ist gleichsam der Sturm auf die Bastille der Gefühlskonventionen. Don Giovanni, Widersacher der empfindsamen Liebe, erscheint abgelöst von romantischer Legendenbildung in ebenso neuem Licht wie Così fan tutte als erotischer Vexierspiegel oder das bisher kaum beachtete Phänomen der »rasenden Weiber« bei Mozart, von der Elektra in Idomeneo bis zur Königin der Nacht und der Vitellia in Mozarts letzten Opern.


Mozart oder Die Entdeckung der Liebe ist ein Opernführer der besonderen Art: Indem Dieter Borchmeyer die großen Opern Mozarts in den Kontext der Emanzipation der Liebe von höfischem Zwang stellt, erzählt er auch ein intimes Stück von Mozarts Biographie, dessen eigene Liebesheirat noch gegen die Vorstellungen seiner Zeit verstieß.«

  Weitere Informationen
  Zur Rezension von Reinhard Mehring bei H-Soz-u-Kult

 

  • Boyle, Nicholas:
    Goethe. Der Dichter in seiner Zeit
    Aus dem Englischen von Holger Fliessbach

(Band I: 1749-1790, Mit Abb. it 3025. 905 S., ca. € 20,-, ISBN 3458347259 sowie Band II: 1790-1803, Mit Abb. it 3050. 1115 S., ca. € 22,-, ISBN 345834750x)

»Nicholas Boyles Goethe-Biographie ist einzigartig; ein biographisches Meisterwerk, das bei seinem Erscheinen in Deutschland und in England Aufsehen erregt hat. Mit den ersten beiden des auf drei Bände angelegten Werks liegen bereits über 2000 Seiten vor; mit stupender Detailkenntnis, die auch für ausgewiesene Goethekenner noch zahlreiche Überraschungen bietet, vermittelt Boyle ein neues, ungewöhnliches Bild des Menschen und des Dichters. Und es gelingt ihm, seinen Stoff erzählerisch zu vermitteln.

Boyle erschließt die persönliche und literarische Entwicklung Goethes vor einem genau umrissenen politischen und gesellschaftlichen Hintergrund. Goethe erscheint als geschichtlicher, formbarer Mensch, nicht als das Genie, dem die Rolle des Dichterfürsten schon in die Wiege gelegt ist.

icholas Boyle, geb. 1946, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der deutschen Literatur und Geistesgeschichte, vornehmlich des 18. Jahrhunderts. Er lehrt Deutsche Literatur und Geistesgeschichte an der University of Cambridge und ist Fellow am Magdalene College, Cambridge und Fellow des Wissenschaftskollegs, Berlin.«

"Ein biographisches Meisterstück, das man nicht mehr aus der Hand gibt." (George Steiner in The New Yorker)

"Boyles Biographie ist eine Fundgrube - auch für die, die sich da schon auszukennen glauben." (Ekkehardt Krippendorff, taz)

 

 

  • Briesemeister, Dietrich und Wentzlaff-Eggebert, Harald (Hg.):
    Von Spanien nach Deutschland und Weimar-Jena. Verdichtung der Kulturbeziehungen in der Goethezeit

(Universitätsverlag WINTER Heidelberg, 365 Seiten, 26 Abbildungen. ISBN 3-8253-1517-7, Oktober 2003)

»Die im Zusammenhang mit dem Sonderforschungsbereich „Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800“ stehenden interdisziplinären Beiträge deutscher und spanischer Spezialisten aus Germanistik, Hispanistik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Ideengeschichte und Komparatistik untersuchen den deutsch-spanischen Kulturtransfer, das Spanienbild und die Aufnahme spanischer Literatur vor allem im Weimar der Goethezeit (1775-1832). Im Mittelpunkt stehen bisher wenig beachtete Aspekte der Kulturvermittlung, Autoren und Werke, wie etwa Carl. F. Bahrdts „spanischer Roman“ Álvaro und Ximenes, eine Reihe deutscher Übersetzungen von Quevedos Buscón und Bertuchs Beschäftigung mit den Fabeln Iriartes.«

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[C]

 

[D]

  • Dann, Otto (Hg.)
    Schiller. Universalhistorische Schriften

(Suhrkamp Verlag it2548, 1999)

 

»Schillers großes Projekt, eine Geschichte der Menschheit zu schreiben, kann heute, im Zeitalter eines neuen globalen Denkens, ein erhöhtes Interesse beanspruchen. Seine vier Vorlesungen aus dem Epochenjahr 1789 werdeb hier erstmals gemeinsam in einer Einzelausgabe vorgelegt.«

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  • Dressel, Ralf und Borchert, Angela (Hg.):
    Das Journal des Luxus und der Moden: Kultur um 1800

(Universitätsverlag WINTER Heidelberg, 343 Seiten, 38 Abbildungen. Geb., ISBN 3-8253-1657-2, September 2004)

»Das „Journal des Luxus und der Moden“ wird seit einiger Zeit als wichtige kulturgeschichtliche Quelle unter den verschiedensten Forschungsperspektiven analysiert. Diese Vielseitigkeit der Fragestellungen, die an das über vierzig Jahre hinweg erscheinende Periodikum herangetragen werden, spiegelt sich auch in dem vorliegenden Sammelband. Die Beiträge thematisieren unter einer kulturhistorischen Perspektive unter anderem die Entstehungsbedingungen der Zeitschrift, ihr Verhältnis zu anderen zeitgenössischen Modezeitschriften und zum Weimarer Umfeld und nicht zuletzt inhaltliche Schwerpunkte sowie Mode- und Kulturbegriff, Illustrationspraxis, Literaturkritik oder Gartenbau.«

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[E]

  • Florian Ehrensperger:
    Salomon Maimon. Versuch über die Transzendentalphilosophie

Eingeleitet u. mit Anmerkungen sowie einer Beilage hrsg. von Florian Ehrensperger

(Philosophische Bibliothek Bd. 552, Hamburg: Felix Meiner 2004, Leinen ISBN 3-7873-1633-7, Kart. ISBN: 3-7873-1688-4)

»Im Versuch über die Transzendentalphilosophie (1790) unterzieht Salomon Maimon (1753-1800) Kants Kritik der reinen Vernunft einer eingehenden Prüfung. Im Zentrum seiner Kritik steht Kants Dualismus von Denken und Anschauung und der damit zusammenhängenden Konzeption synthetisch-apriorischer Erkenntnis. Insbesondere widmet sich Maimon Kants zentralem Argument der „transzendentalen Deduktion«.

Grundsätzlich ist Maimon mit Kants kritischer Philosophie einverstanden, jedoch erscheint ihm Kants Absage an die Metaphysik zu voreilig, zumal er von Kants Primat der praktischen Vernunft nicht überzeugt ist. So mündet seine Kritik auf der einen Seite in einen „rationalen Dogmatismus“, der, so Maimon, mit dem Leibnizischen System „aufs genaueste übereinstimmt“. Maimon rückt diesen in die Nähe Spinozas, bezeichnet er doch rückblickend seinen Versuch über die Transzendentalphilosophie als eine „Vereinigung der Kantischen Philosophie mit dem Spinozismo“. Auf der anderen Seite ist Maimon von Kants antiskeptischen Argumenten nicht überzeugt, so daß er Argumente seines „skeptischen Freundes“ David Hume zu erneuern versucht. Daher bezeichnet Maimon sich auch als „empirischen Skeptiker“, wobei beide Bezeichnungen sich an Kants „transzendentalem Idealismus“ und „empirischem Realismus“ anlehnen, also nur die beiden Seiten der einen Medaille ausmachen sollen.«

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  • Emig, Günther und Staengle, Peter (Hg.):
    Schiller in Heilbronn 1793

Die Uraufführung der ›Räuber‹, am 13. Januar 1782 im Mannheimer Nationaltheater, hatte alle guten und bösen Geister entfesselt. »Das Theater glich einem Irrenhause«, wird berichtet, »fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Thüre. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus deßen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht.« In einer eigenen Loge abgeschirmt, streng inkognito, der Autor. Schiller, Medikus des Grenadierregiments Augé in Stuttgart, hatte für seine Anwesenheit viel riskiert. Wie viel, sollte sich im Mai desselben Jahres zeigen, als er, abermals ohne Erlaubnis, eine Reise ins kurpfälzische Mannheim unternahm. Nach der Rückkehr bestrafte man ihn mit 14 Tagen Arrest; Kontakte mit dem Ausland wurden verboten, und bald darauf erteilte ihm Herzog Carl Eugen höchstpersönlich den strikten Befehl, jegliche nichtmedizinische Schriftstellerei zu unterlassen.

Die Repressalien gegen den andernorts gefeierten Autor waren unerträglich geworden. Um den 20. September nahm Schiller Abschied von seinen Eltern. In der Nacht vom 22. auf den 23. September 1782 dann die Flucht mit Hilfe seines Freundes Streicher über Stuttgart nach Mannheim, für die Obrigkeit ein klarer Fall von Desertion. ...[weiter im Flyer]

Das Bändchen kostet 14,90 Euro und gibt's unter gemig@gmx.net

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  • Engelhardt, Wolf von (Hrsg.):
    Goethes Fichtestudien. Faksimile-Edition von Goethes Handexemplar der Programmschrift "Ueber den Begriff der Wissenschaftslehre"

(Schriften der Goethe-Gesellschaft, Band 71, 2004. VIII, 120 S., 63 s/w Abb., Geb. m. SU, Euro 49,95/CHF 80,-, ISBN 3-7400-1215-3, J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und C.E. Poeschel Verlag GmbH Stuttgart·Weimar 12/2004)

»Goethes Handexemplar der Schrift, mit der Fichte zu seinen ersten Vorlesungen im SS 1794 in Jena einlud, enthält auf fast jeder Seite Bleistiftzeichnungen und einige Randbemerkungen von Goethes Hand, die zeigen, dass er diese Schrift im Frühjahr 1794 aufmerksam gelesen hat.

Wolf von Engelhardts Kommentar leistet einen wichtigen Beitrag zu der Frage, was Goethe an Fichtes Unternehmen interessiert hat, Kants Philosophie zu vollendenden. Wenn man Goethes Schriften und Aufzeichnungen zur Kantlektüre hinzuzieht bekommt man eine Rekonstruktion seiner Rezeption der Transzendentalphilosophie. Für den bisher kaum untersuchten Einfluß Fichtes auf die Weiterentwicklung von Gs Denkungsart, welcher vornehmlich für das Verständnis seiner naturwissenschaftlichen Studien nach 1794 von Bedeutung sein dürfte, versprechen seine Eintargungen in Fichtes Einladungsschrift wichtige Aufschlüsse.«

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  • Engelhardt, Wolf von:
    Goethe im Gespräch mit der Erde - Landschaft, Gesteine, Mineralien und Erdgeschichte in seinem Leben und Werk.

(J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und C.E. Poeschel Verlag GmbH Stuttgart·Weimar 10/2003)

»Landschaften, Gesteinsformationen, die Vielfalt der Mineralien - Goethe war ein akribischer und leidenschaftlicher Beobachter der Erde. Das vorliegende Werk illustriert, wie Goethes Naturbeobachtungen und -forschungen ihren Ausdruck in seinen Werken und in den philosophischen Betrachtungen fanden. Wolf von Engelhardt ist der führende Forscher auf dem Gebiet der Naturphilosophie Goethes.«

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[F]

  • Franz Jan:
    Englischlernen für Amerika

(In: Klippel Friederike (Hrsg.): Münchner Arbeiten zur Fremdsprachen-Forschung, 12. München: Langenscheidt ELT GmbH. 2004)

»In dem Jahrhundert zwischen Wiener Kongress und Erstem Weltkrieg sind etwa 5,5 Millionen Deutsche nach Übersee ausgewandert, die meisten von ihnen in die Vereinigten Staaten von Amerika. Im selben Zeitraum erschienen zahlreiche Selbstlernbücher für die deutschen Auswanderer, mit deren Hilfe sie Englisch lernen und wichtige Informationen zum Ablauf der Auswanderung und zum Zielland Amerika erfahren konnten.

Diese beiden Aspekte – Sprachlernen und Sprachinformation – dienen als Leitmotive der gründlichen und differenzierten Analyse der Auswanderersprachführer. So werden zum Ersten deren fremdsprachendidaktische Konzeption, sprachliche Gestaltung sowie die jeweils enthaltenen Texte untersucht und in der Lehrwerktradition kontextualisiert. Insofern erweitert „Englischlernen für Amerika“ unser Wissen über einen bislang nicht beachteten Abschnitt der Vergangenheit des Englischlernens erheblich. Zum Zweiten nimmt Jan Franz unter kulturgeschichtlicher Perspektive den Beitrag der Auswanderersprachführer zur Ausformung des Amerikabildes in den Blick und zeigt, welche Informationen als wichtig angesehen wurden und inwieweit Informations- und Verständigungsbedüfnis einander beeinflussten.

Für die Forschung erschließt die Studie von Jan Franz eine neue Quellengattung; für die Fachgeschichte wird einmal mehr anschaulich und gründlich belegt, wie stark der Fremdsprachenerwerb mit gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und bildungstheoretischen Entwicklungen verwoben ist.«

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[G]

  • Gleixner, Ulrike:
    Pietismus und Bürgertum. Eine historische Anthropologie
    der Frömmigkeit - Württemberg 17. - 19. Jahrhundert.

(Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2005.)

Im Zentrum der Untersuchung steht die kulturelle Dimension von Religion. Vorgestellt werden Subjektentwurf, Frömmigkeitspraxis und Lebensbewältigung der Frauen, Männer und Kinder des pietistisch geprägten und akademisch gebildeten Bürgertums Altwürttembergs sowie dessen kommunikative Gruppenkultur und Traditionsbildung. Als »Spiritualisierung des Alltags« lässt sich die neue und eigene Kultur dieses Bürgertums auf den Begriff bringen. Erstaunlich viele pietistisch-bürgerliche Kulturtechniken verweisen in säkularisierter Form auf die bürgerliche Kultur der Moderne. Die Untersuchungszeit setzt nach dem Dreißigjährigen Krieg mit der Entstehung pietistischer Frömmigkeit an und führt über das 18. Jahrhundert in die Praxis pietistisch-bürgerlicher Frömmigkeit bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

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  • Gnam, Andrea:
    Sei meine Geliebte, Bild! Die literarische Rezeption der Medien seit der Romantik.

(Iudicium-Verlag München 2004)

»Klassische Bild-Medien, aber auch moderne Medien wie Fotografien und Film, eröffnen den Zugang zu einer anderen, visuell geprägten Welt. Ihre Grenzen sind nur unscharf zu umreißen. Bilder erscheinen und verschwinden vor den Augen des Betrachters, sie hinterlassen Spuren im Imaginären und bestimmen den Horizont moderner Erfahrung. In welcher Form Bild-Medien ihren Einfluss auf Bewusstsein und Unbewusstes, also auf ‚den ganzen Menschen‘ seit dem späten achtzehnten Jahrhundert entfalten und wie dies in zeitgenössischen literarischen Texten diskutiert und immer ein Stück auch weitergedacht wird, bestimmt Gegenstand und Fragestellung dieses Buches.«

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  • Golz, Jochen (Hrsg.): 
    Johann Wolfgang von Goethe: Tagebücher
    Historisch-kritische Ausgabe in zehn Text- und zehn Kommentarbänden
    Unter Mitarbeit von Wolfgang Albrecht, Andreas Döhler und Edith Zehm

(Subskriptionspreis bis 31.12.2012: Euro 1698,-/CHF 2717,-, ab 01.01.2013: Ca. Euro 1898,80/CHF 3039,-, ISBN 3-476-00922-X, Metzler-Verlag, 1998-2004)

»Band I der Edition umfasst zwei für das Verständnis des frühen Goethe unerlässliche Textgruppen. Die Tagebücher aus dem ersten Weimarer Jahrzehnt, gleichermaßen Bilanz des äußeren Lebens wie Medium existentiellen Reflektierens, bilden eine erstrangige Quelle zur Erhellung jener spannungs- und widerspruchsvollen Lebensperiode des Dichters. Gleiches trifft für das Charlotte von Stein zugedachte Reisetagebuch von 1786 zu. In den Formen des klassischen Reisejournals gibt Goethe sich und der Geliebten in Weimar Rechenschaft über den Aufbruch nach Italien, der in seinem Leben Epoche machen sollte. Worin unterscheidet sich die neue Edition von der Tagebuch-Abteilung der Weimarer Ausgabe? Zunächst durch die Vollständigkeit der Textwiedergabe. In der neuen Edition wird das handschriftlich überlieferte Corpus der Tagebücher Aufnahme finden, darüber hinaus aber werden all jene Texte enthalten sein, die weder den Tagebüchern noch den Werken zwingend zuzuordnen sind: Lektüreaufzeichnungen wie die Ephemerides", Notizbücher, "Agenda", "Bücher-Vermehrungs-Listen" etc. All diese Texte werden in Gestalt von Supplementen in einem Nachtragsband zu den geplanten zehn Bänden Platz finden. Im Gegensatz zur Weimarer Ausgabe, die den Text einer vereinheitlichenden "Entrohung" unterzogen hat, wird der Text nunmehr buchstabengetreu nach den Handschriften wiedergegeben werden, dem Charakter subjektiver Authentizität der Tagebücher entsprechend  teils sind sie Bekenntnis-Tagebuch, teils Journal, in dem von Tag zu Tag lebenspraktische Bilanz gezogen wird. Die wesentliche Leistung der Ausgabe stellt ihr Kommentar dar. Goethes Text erweist sich in hohem Maß, häufig Wort für Wort, als erläuterungsbedürftig, und aufgrund des universellen Charakters seiner Tagebuchnotizen - Reflex einer großen geschichtlichen Welt - ist auch das historische Wissen jener Epoche umfassend verfügbar zu machen. Personen- und Sachbezüge sind aufzuschlüsseln, der historische Kontext der Tagebuchaufzeichnungen ist ständig zu vergegenwärtigen. Durch kommentierte Register werden wiederkehrende Struktur- und Sachbezüge innerhalb des Textes erhellt.«

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  Leseprobe

 

  • Golz, Jochen und Zehm, Edith (Hrsg.): 
    Goethe-Jahrbuch 2003

Band 120 der Gesamtfolge
Im Auftrag des Vorstandes der Goethe-Gesellschaft

(Verlag Hermann Böhlaus Nachf. Weimar, ISBN 3-7400-1209-9,  Juni 2004)

»Goethe auf Reisen ist das zentrale Thema des Goethe Jahrbuch 2003. Darüber hinaus finden sich Abhandlungen und Miszellen zur jüngsten Goetheforschung, Rezensionen zu Neuerscheinungen über Goethes Leben und Werk sowie die Goethe-Bibliographie 2002.«

  Inhaltsverzeichnis
  Leseprobe

 

 

 

[H]

  • Hartmann, Tina:
    Goethes Musiktheater. Singspiele, Opern, Festspiele, »Faust«

(583 Seiten. Kart. € 86,00. ISBN 3-484-15105-6, Hermaea. Band 105, Max Niemeyer Verlag Oktober 2004)

Die Libretti bildeten bislang eine der letzten veritablen Lücken der Goethephilologie. Goethe hat sich zeitlebens produktiv mit den europäischen Opernformen auseinandergesetzt. Zu den im Anhang gelisteten mehr als 200 ihm nachweislich bekannten Opern zählen die einflußreichsten Werke der Zeitspanne 1760–1830. Die Libretti (darunter u.a. »Erwin und Elmire«, »Claudine von Villa Bella«, »Lila«, »Jery und Bätely«, »Die Mystifizierten«, »Der Zauberflöte zweyter Theil«, »Der Löwenstuhl«, »Feraddedin und Kolaila«, »Pandora«, »Des Epimenides Erwachen«) bilden ein umfangreiches Werkkorpus, das entgegen der bislang vorherrschenden Forschungsmeinung eng mit den kanonischen Werken verknüpft ist.

Die Goethe bekannten Opern und ihre librettistischen Verfahrensweisen fungieren als Matrix der Textanalysen. Im Ergebnis erweisen sich Goethes Libretti als so komplexe wie avantgardistische Konzeptionen, die in einer rasanten Entwicklungslinie die zeitgenössisch vor allem in Italien und Frankreich entstandene Verfahrensweisen aufgreifen.
Methodik und Ergebnisse der Analysen zeigen ihre ganze Tragweite bei der Anwendung auf »Faust«: So läßt sich der häufig angedeutete Einfluß des Musiktheaters auf »Faust II« erstmals textanalytisch präzise nachweisen. Die Oper erweist sich darüber hinaus als folgenreiche und bislang in ihrer Bedeutung noch nicht erschlossene konzeptionelle Grundlage der Faustdichtung.

Die Arbeit wurde mit dem Promotionspreis der Eberhard Karls Universität Tübingen ausgezeichnet.

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  • Heinz, Andrea (Hg.):
    »Der Teutsche Merkur« – die erste deutsche Kulturzeitschrift?

(Universitätsverlag WINTER Heidelberg, 302 Seiten, 10 Abbildungen. ISBN 3-8253-1497-9, Juni 2003)

»Der Teutsche Merkur (1773-1810) war eine der erfolgreichsten Zeitschriften der Aufklärung und wurde vom Herausgeber Christoph Martin Wieland als Kulturzeitschrift konzipiert, in der alle Gebiete des menschlichen Wissens vertreten sein sollten.

Der vorliegende Sammelband versucht diesem umfassenden Konzept durch einen interdisziplinären, kulturwissenschaftlichen Zugang gerecht zu werden. Er enthält Beiträge zur Programmatik des ‘Teutschen Merkurs’, zur Einordnung als Kulturzeitschrift oder Nationaljournal, zur Selbstverlagsidee und zum Lesepublikum. Ausgewählte Bereiche des Zeitschriftenspektrums wie schöne
Literatur, Physiognomik, Reisebeschreibung, Theologie, Philosophie, Geognosie und Debatten zur "Sittlichkeit des Luxus" werden eingehend untersucht.«

  Zum Inhaltsverzeichnis
  Zum Vorwort
  Leseprobe von Jutta Heinz: „Eine Art — wie der Merkur hätte werden sollen“

 

  • Hildebrandt, Alexandra:
    Schatten eines Grenzgängers. Eine biographisch-literarische Wanderung in die Romantik

(abcverlag 2004) mit zahlreichen Radierungen von Bernd Lehmann

»Den Schatten hab ich, der mir angeboren,
Ich habe meinen Schatten nie verloren.«

»Der Satz aus Chamissos berühmter Geld- und Schattennovelle Peter Schlemihls wundersame Geschichte (1814) steht auch programmatisch für das Denken und Tun von Reinhold Messner. Die Auseinandersetzung mit diesen beiden Weltbürgern kann lehren, daß es Sinn macht, sich mit dem Unmöglichen im Möglichen und dem Grenzenlosen in der Begrenzung zu beschäftigen. Das Buch Schatten eines Grenzgängers ist zugleich ein hervorragendes Nachschlagewerk für Unternehmer, Wissenschaftler, Künstler und Grenzgänger, die sich mit Themen wie Kreativität, Ideenmanagement, Erfolg und Mißerfolg auseinandersetzen wollen. Gemeinsamkeiten zwischen dem romantischen Dichter Chamisso und Reinhold Messner weisen zudem auf ein wichtiges bewußtseinsgeschichtliches Faktum: Daß zu unterschiedlichen Zeiten dieselben oder verwandte Gedanken auftreten können. Chamissos und Messners Möglichkeiten des Denkens, Empfindens und Erlebens halten Alternativen zu unserer Gegenwart parat. Und nicht zuletzt: Sie bereichern unsere Erfahrungs- und Arbeitswelt wie Reisen in ferne, exotische Länder.«

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  • Hildebrandt, Dieter:
    Die Neunte. Schiller, Beethoven und die Geschichte eines musikalischen Welterfolgs

(Hanser 02/2005, 368 Seiten, ISBN: 3-446-20585-3, Hardcover 3-446-20585-3, € 24,90 (D) / € 25,60 (A) /SFR 44,50)

»"Freude schöner Götterfunken ..."

Bei keiner anderen Symphonie können so viele Leute mitsingen. Aber was hat es mit Beethovens Neunter wirklich auf sich? Schillers Ode an die Freude  hatte Beethoven lange beschäftigt, bevor er sie vertonte. Zuerst reagierte die Hörerschaft erschrocken, dann mit wachsender Begeisterung. Dieter Hildebrandt erzählt die Geschichte einer Symphonie, die ein beispielloser musikalischer Welterfolg wurde, und die Geschichten über die Literaten und die Musiker, die diesen Erfolg möglich machten.«

 

 

 

 

  • Hofmannsthal, Hugo von (Hg.):
    Schillers Selbstcharakteristik

(Suhrkamp Verlag it3073, 208 Seiten. € 8,-, ISBN 3-458-34773-9, Januar 2005)

Nach einem älteren Vorbilde neu herausgegeben von Hugo von Hofmannsthal

Mit einem Nachwort von Joachim Seng

»Das Buch, das ich vorlege … ist aus den Werken gekommen und führt in die Werke zurück«, schreibt Hugo von Hofmannsthal in seinem Vorwort zu Schillers Selbstcharakteristik. Damit hat er das Besondere dieses Buches genau beschrieben: Indem er Zitate aus Briefen und Vorreden Schillers zusammenstellt, den Dichter im Gespräch mit Zeitgenossen und in Selbstreflexionen über das eigene Werk zu Wort kommen läßt, vergegenwärtigt er Schiller auf das lebendigste und zeigt die Zeitlosigkeit und Aktualität von Schillers Werken. Zum 200. Todestag erscheint eine Neuausgabe dieses einzigartigen Werks mit einem Nachwort von Joachim Seng.«

 

 

  • Deutsche Erstausgabe:
    Humboldt, Alexander von:
    Ansichten der Kordilleren und Monumente der eingeborenen Völker Amerikas

(Frankfurt Eichborn Verlag, ISBN 3-8218-4538-4, September 2004)

»Diese große Erzählung zeigt Humboldt auf der Höhe seiner Möglichkeiten als Entdeckungsreisender, Naturwissenschaftler, Historiker und Anthropologe.  Sie umfaßt nicht nur die Landschaften und die Pflanzenwelt Lateinamerikas, sondern auch Rituale und Menschenopfer, Mythen und Kalendersysteme, Schmuck und Kleidung, Architektur und Kunst, Eroberungszüge und Völkerwanderungen sowie die Grausamkeiten der Spanier und die Vernichtung der indigenen Reiche. Humboldts Werk sprengt die Grenzen und die Perspektiven jeder Einzeldisziplin.  Als einer der ersten hat er erkannt, daß die altamerikanischen Kulturen ebenso zum Erbe der Menschheit gehören wie die der Ägypter, der Inder, der Griechen und der Römer.«

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  • Humboldt, Alexander von:
    Kosmos - Entwurf einer physischen Weltbeschreibung

(Frankfurt Eichborn Verlag, ISBN 3-8218-4549-X, September 2004)
Ediert von Ottmar Ette und Oliver Lubrich.

»Während die Bibel im Supermarkt verramscht wird, ist Humboldts Gegenentwurf zur Heiligen Schrift selbst in den größten Buchhandlungen kaum zu finden.  Soviel zur deutschen Wissensgesellschaft.  Armes Deutschland!  Humboldts Kosmos gehört zum unverzichtbaren Kanon unserer Zivilisation und die Zeit ist reif, dieses Werk wieder auf die Tagesordnung zu setzen.  Die Bedeutung des Kosmos kann nicht besser beschrieben werden als mit Humboldts eigenen Worten: »Ich fange den Druck meines Werkes (des Werks meines Lebens) an.  Ich habe den tollen Einfall, die ganze materielle Welt, alles was wir heute von den Erscheinungen der Himmelsräume, von den Nebelsternen bis zur Geographie der Moose auf den Granitfelsen wissen, alles in Einem Werke darzustellen, und in einem Werke, das zugleich in lebendiger Sprache anregt und das Gemüth ergötzt.  Jede große und wichtige Idee, die irgendwo aufglimmt, muß neben den Thatsachen hier verzeichnet sein.«

Der große Naturforscher und Universalgelehrte läßt Muschelverkalkungen und Sternschnuppen vom Ursprung der Welt erzählen, berichtet von Schwarzen Löchern, fernen Kometen, der Schönheit der Natur der Tropen und des Eismeers. Er lehrt uns das Staunen und weckt in uns die Lust, weiter zu fragen: Wie schön wäre es doch, wenn man mehr wüßte ...«

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  • Humboldt, Alexander von:
    Kosmos - Entwurf einer physischen Weltbeschreibung

(Frankfurt Eichborn Verlag, September 2004)

Regie: Hans Drawe.  Produktion: HR 2 und LIDO.  2 CDs, ca. 140 Minuten

»Humboldt hat seine Texte zum Zuhören gemacht. Schon in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts versetzte er mit seinen Kosmos-Vorlesungen Tausende Berliner ins Staunen.  Ausgewählte Passagen aus seinem Lebenswerk Kosmos führen den Zuhörer auch heute auf eine spannende Entdeckungsreise zur Erforschung des »Zusammenhangs der Erscheinungen« auf unserem Planeten.  Die »naturbeschreibende Poesie« Humboldts stiftet dazu an, die Welt genau zu beobachten und Fragen neu zu stellen.«

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  • Wiederauflage:
    Humboldt, Alexander von:
    Ansichten der Natur

(Frankfurt Eichborn Verlag, September 2004)

»Mit wissenschaftlichen Erläuterungen und sechs Farbtafeln nach Skizzen des Autors Neuausgabe des 17. Bandes der Anderen Bibliothek
512 Seiten, schöne Ausstattung, gebunden

Humboldts Lieblingsbuch und zugleich sein bisher erfolgreichstes: Mit den 1808 erstmals erschienenen Ansichten der Natur liefert Humboldt den Beweis, daß sinnliche Erfahrung der Natur und wissenschaftliche Erkenntnis kein Widerspruch sein muß. Sein Überblick der Natur im großen reicht von den Steppen und Wüsten über die Wasserfälle des Orinoco und den Bau der Vulkane bis hin zum nächtlichen Tierleben im Urwald. Humboldts Buch hat seine eindringliche Kraft bewahrt.«

 

[I]

 

[J]

 

  • Jaeger, Friedrich (Hrsg.):
    Enzyklopädie der Neuzeit

(Verlag J.B. Metzler, ca. 9600 S., zahlr. Abb., Grafiken und Landkarten, Ab 01.08.2007: EUR 3198,40 / CHF 5118,00, Subskriptionspreis bis 31.07.2007: EUR 2718,40 / CHF 4350,00, ISBN: 3-476-01935-7, Mai 2005)


Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Die komplette Neuzeit in 16 Bänden inklusive Register: 4.000 Artikel von A-Z, 1.500 Abbildungen und Themenlandkarten, 350 renommierte Autoren: Ein Muss für Bibliotheken und Bildungshungrige.

 

»So viel Neuzeit muss sein.
400 Jahre Geschichte der Neuzeit in einer Enzyklopädie - das ist einmalig!
Wissenschaftler aus der ganzen Welt führen die Kenntnisse über das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in 16 reich illustrierten Bänden zusammen.

Zeitgemäß neu.
Die Enzyklopädie gründet auf einem neuen wissenschaftlichen Fundament. Sie liefert aktuelle Antworten auf die Kernfragen: Welche Ideen, Erfindungen und Ereignisse veränderten das Leben? Wie greifen politische, gesellschaftliche und ökonomische Entwicklungen ineinander? Welche großen kulturellen Strömungen kristallisieren sich heraus? Wie wandelte sich die Deutung historischer Ereignisse?

Die Enzyklopädie mit Sogwirkung.
Wer einmal die Enzyklopädie aufgeschlagen hat, will mehr wissen. Die einzelnen Artikel sind durch zahlreiche Querverweise miteinander verflochen. Wer ihnen folgt, erschließt überraschend neue Zusammenhänge.«

Editionsplan:
Band 1 Abendland - Beleuchtung (lieferbar - Mai 2005)
Band 2 Beobachtung - Elternrecht (November 2005)
Band 3 Emanzipation - Frühsozialismus (Mai 2006)
Band 4 Fugger - Hauswirtschaft (November 2006)
Band 5 Hebamme - Kalenderreform (Mai 2007)
Band 6 Kameralismus - Laizismus (November 2007)
Band 7 Landadel - Meistersang (Mai 2008)
Band 8 Melancholie - Offizier (November 2008)
Band 9 Okkultismus - Produktionsgebiete (Mai 2009)
Band 10 Professionalisierung - Rosenkreuzer (November 2009)
Band 11 Rubel - Sport (Mai 2010)
Band 12 Sprache - System (November 2010)
Band 13 Tabak - Vegetarismus (Mai 2011)
Band 14 Verbannung - Weltzeit (November 2011)
Band 15 Werbung - Zyklizität (Mai 2012)
Band 16 Register (November 2012)

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  • Japp, Uwe:
    Das deutsche Künstlerdrama.
    Von der Aufklärung bis zur Gegenwart

(Walter de Gruyter Verlag 2004. 23 x 15,5 cm. XII, 290 Seiten. Gebunden. Euro [D] 78,- / sFr 125,- / für USA, Canada, Mexico US$ 109,20. ISBN 3-11-018153-3)


»Die vorliegende Arbeit entwirft eine Geschichte des deutschsprachigen Künstlerdramas. Leitfaden der Darstellung ist die dramen- und theatergeschichtlich relevante Figur des "Künstlers auf der Bühne". Berücksichtigt werden historische und fiktive Künstler. Die Untersuchung umfasst den Zeitraum von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Behandelt werden Werke von Christian Felix Weiße, Goethe, Tieck, Oehlenschläger, Grillparzer, Immermann, Halm, Holtei, Laube, Hebbel, Richard Wagner, Hofmannsthal, Hauptmann, Sorge, Jahnn, Dürrenmatt, Weiss, Jandl, Thomas Bernhard u.a. Ein kurzer Ausblick exponiert postmoderne Entwicklungen.

Literaturgeschichtlich gesehen dominieren im 19. Jahrhundert die pathetischen und finalen Darbietungen, während im 20. Jahrhundert, neben einer singulären politischen Linie, die das Drama der Zeit überhaupt charakterisierende Form der Tragikomödie in den Vordergrund tritt. Darüber hinaus werden mediale Transformationen des Künstlers im Drama bzw. auf der Bühne bemerkbar. Die Arbeit enthält eine Chronologie, eine Bibliographie sowie ein Namen- und Werkregister und ermöglicht so auch den punktuellen Zugang zu interessierenden Einzelthemen.«

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  • Jeßing, Benedikt (Hg.):
    Metzler Goethe Lexikon - Personen-Sachen-Begriffe

J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Oktober 2004, ISBN 3-476-02016-9)

»Goethe lebt! Über ihn ist fast alles geschrieben. Nur wo? Gut gebündelt und solide recherchiert informiert das Lexikon über Skurriles wie Tiefgründiges. Was für ein Mineral ist der 'Goethit'? Was dachte der Dichter über das Publikum oder die Farben? Wer waren seine Vertrauten? Das frisch überarbeitete Nachschlagewerk klärt über Goethes Schaffen auf, berichtet über die Forschung und weist den Weg zu Denkmälern. Ein Muss für die "literarische Hausapotheke".«

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[K]

  • Kemper, Dirk:
    ineffabile. Goethe und die Individualitätsproblematik der Moderne

(Wilhelm Fink Verlag, 496 Seiten, kart., EUR 60,00, Juni 2004, ISBN: 3-7705-4023-9)

»Das Konzept von Individualität, entstanden in der Sattelzeit um 1800, prägt auch heute noch zutiefst den Modus unserer Selbstvergewisserung bzw. Selbstkonstitution. Die historische Genese dieses Konzepts bei Goethe führt über verschiedene Stufen: vom autoreferentiellen Individualitätskonzept der Frühphase über dessen Erweiterung in den symbolisch-kulturellen und schließlich in den historischen Raum, von der subjektzentrierten zur dezentrierten Narration bis hin zur Aufgabe der Deutungshoheit über die eigene Vita.

Goethe ringt in seinem gesamten Werk mit der für die Moderne spezifischen Problematik, einerseits Grundfragen des individuellen Seins beantworten zu wollen und andererseits dafür keine angemessene Beschreibungssprache im
philosophisch-wissenschaftlichen Diskurs der Moderne mehr zu finden; das Individuum bleibt ihm daher als Aufgabe das Unabweisliche, in seiner Bestimmung aber das "ineffabile".

Die Studie entwickelt zudem einen kulturwissenschaftlichen Ansatz, der die Steuerungssysteme des kulturellen Gebrauchs der Vernunft fokussiert.«

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[L]

  • Lukas, Wolfgang:
    Anthropologie und Theodizee. Studien zum Moraldiskurs im deutschsprachigen Drama der Aufklärung

(2005. 399 S. 23,5 cm; Geb; Deutsch, Vandenhoeck & Ruprecht, 2005, ISBN: 3525208413)

Wolfgang Lukas rekonstruiert den Diskurs des deutschsprachigen Dramas über die Moral und beschreibt ihn in seinem Wandel von der Frühaufklärung bis zum Sturm und Drang (ca. 1730 - 1780). Auf der Basis eines ca. 150 Texte umfassenden Corpus werden vergessene Texte und Autoren neu erschlossen. Im Zentrum steht das aufklärerische Projekt der Neubegründung und -legitimation von Werten und Normen durch den Entwurf einer 'Naturmoral'. Das besondere Interesse gilt den impliziten logischen Widersprüchen, die das Drama im Medium der Fiktion inszeniert; sie werden als mentalitätsgeschichtlicher Indikator einer epochalen systemimmanenten Normenkrise deutbar. Der Vergleich mit dem zeitgenössischen theoretischen Diskurs der Moralphilosophie vermag die spezifische kulturelle Leistung der Literatur zu zeigen.

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  • Luserke-Jaqui, Matthias (Hrsg.):
    Schiller-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung

(J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Ca. 400 S., Gebunden, Ca. Euro 49,95/CHF 80,-, ISBN 3-476-01950-0, März 2005)

»"Das Werk lebt", schrieb Schiller 1785. Auch das 200. Todesjahr Schillers beweist: Dieses Urteil ist mehr als zutreffend.

In eindringlichen Werkanalysen (Dramen komplett, essayistische Schriften komplett, Gedichte in Auswahl) wird in diesem Handbuch, an dem zahlreiche Fachwissenschaftler mitgearbeitet haben, Schillers Ouevre kompakt und verständlich vorgestellt. Im Mittelpunkt steht der bedeutendste Werkkomplex: die Dramen. Die literatur- und kulturgeschichtlichen Bezüge werden erarbeitet und das grundsätzliche anthropologische Interesse des Dichters, Mediziners, Philosophen und Historikers Schiller gewürdigt.

Umfangreiche Angaben zur Entstehungsgeschichte und zur Deutungsgeschichte sowie knappe Einführungen in den aktuellen Forschungsstand mit zahlreichen weiterführenden Literaturhinweisen runden die einzelnen Artikel ab.«

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  Zur Rezension von Andrea Heinz

 

 

[M]

  • Maisak, Petra:
    Goethe und Tischbein in Rom

(Insel-Bücherei, März 2004, ISBN 3-458-19251-4)

»Goethe hatte ihm ein Stipendium verschafft. Damit konnte der Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751–1829) einen Aufenthalt in Rom finanzieren, wo er seine künstlerische Ausbildung vervollkommnen wollte. Als Goethe zu seiner ersten Italienreise aufbrach und am 29. Oktober 1786 in Rom ankam, nahm er sofort zu Tischbein Kontakt auf, und bereits am nächsten Tag zog er in Tischbeins Wohnung ein. In den folgenden Wochen und Monaten durchwanderten die Freunde gemeinsam das neue und das alte Rom, und Tischbein unterrichtete Goethe im Zeichnen.

Der vorliegende Band dokumentiert diese Künstlerfreundschaft anhand der Gemälde und Zeichnungen Tischbeins, die während ihres gemeinsamen Romaufenthalts entstanden, und durch ausgewählte Passagen aus Briefen und der Italienischen Reise. Ein Essay von Petra Maisak, der diese außergewöhnliche Künstlerfreundschaft kenntnisreich und anschaulich beschreibt, leitet den Band ein.«

 

 

  • Manger, Klaus (Hg.):
    Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800. Ästhetische Forschungen

»Kulminierte im Ereignis Weimar-Jena die Aufklärung? Mit welchen Zielen traten die Jenaer Frühromantiker an? Die ästhetischen Teilprojekte des Jenaer Sonderforschungsbereiches 482 verfolgen, neben den historischen und naturwissenschaftlichen Schwerpunkten, die Kommunikationsverdichtung, die im Ereignisraum von Weimarer Residenz und Jenaer Universität um 1800 als Großkonfiguration wahrzunehmen ist. Literatur, Theater und Schauspielmusik, Philosophie, Künste und Wissenschaften, das neue Forum der Periodika und Zeitschriften haben vor dem Hintergrund von Politik, Wirtschaft und Wissenschaftsentwicklung größten Anteil daran. Wuchs in der Vielfalt der künstlerischen und naturwissenschaftlichen Werke nicht auch schon heran, was uns heute als unvergleichliche Kulturverdichtung erscheint? Ihrer Faszination kann sich bis heute ein Gebildeter kaum entziehen.

Die Reihe versammelt neue Monographien und gesammelte Studien aus dem umfänglichen Spektrum der geisteswissenschaftlichen, kulturwissenschaftlichen, ästhetischen Fächer.«

    • Band 1:
      Manger, Klaus (Hg.): Goethe und die Weltkultur
    • Band 2:
      Heinz, Andrea (Hg.): »Der Teutsche Merkur« – die erste deutsche Kulturzeitschrift?
    • Band 3:
      Briesemeister, Dietrich und Wentzlaff-Eggebert, Harald (Hg.):Von Spanien nach Deutschland und Weimar-Jena. Verdichtung der Kulturbeziehungen in der Goethezeit
    • Band 4:
      Berger, Joachim: Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach (1739-1807). Denk- und Handlungsräume
      einer ‚aufgeklärten’ Herzogin
    • Band 5:
      Matuschek, Stefan (Hg.): Organisation der Kritik. Die Allgemeine Literatur-Zeitung in Jena 1785-1803
    • Band 6:
      Müller, Gerhard: Vom Regieren zum Gestalten. Goethe und die Universität Jena
    • Band 7:
      Manger, Klaus und Pott, Ute (Hg.): Rituale der Freundschaft
    • Band 8:
      Borchert, Angela und Dressel, Ralf (Hg.): Das Journal des Luxus und der Moden: Kultur um 1800

 

 

  • Manger, Klaus (Hg.):
    Goethe und die Weltkultur

(Universitätsverlag WINTER Heidelberg, 498 Seiten, 16 Abbildungen. ISBN 3-8253-1499-5, Januar 2004)

»Im Ereignisraum von Weimar und Jena läßt sich ausgangs des 18. Jahrhunderts eine unvergleichliche Kulturverdichtung beobachten. Darin nimmt Goethes Werk dank seiner Vielseitigkeit eine Sonderstellung ein. Wer heute nach Goethe und der Weltkultur fragt, darf weder den literarischen und hier höchst gattungsdifferenzierten, noch den wissenschaftlichen, noch den politischen Goethe vernachlässigen. Der Band, der das wissenschaftliche Colloquium des Sonderforschungsbereiches dokumentiert, sammelt die Beiträge unter den Schwerpunkten, die besonders Goethes Experimentalkultur, die von ihm aufgenommenen Kulturtraditionen sowie die politische Kultur berücksichtigen. Welche Denktraditionen, Strömungen, Entwicklungen haben bei ihm Spuren hinterlassen? In welcher Wirkungstiefe sind sie zu beobachten? Ihre Anverwandlung und Veranschaulichung prägten das kulturelle Gedächtnis um 1800. Als eine Art Motto gilt Goethes Monostichon: „Blumen reicht die Natur, es windet die Kunst sie zum Kranze.“«

  Zum Inhaltsverzeichnis
  Zum Vorwort
  Zur Rezension "Goethe als Weltbürger" von Ira N. Schimpf in IASLonline

 

  • Matuschek, Stefan (Hg.):
    Organisation der Kritik. Die Allgemeine Literatur-Zeitung in Jena 1785-1803

(Universitätsverlag WINTER Heidelberg, 256 Seiten, 9 Abbildungen. ISBN 2-8253-1618-1, Juli 2004)

»Die Allgemeine Literatur-Zeitung ist die vergessene Größe der deutschen Literaturkritik um 1800. Erinnert werden bis heute nur ihre namhaften Beiträger (Kant, Fichte, Schiller, A. W. Schlegel) und ihre Vermittlerfunktion für den Kantianismus. Verwischt ist dagegen ihre eigene Kontur als progressives und führendes Organ wissenschaftlicher und ästhetischer Kritik. Alternativ zur personenorientierten Forschung bietet dieser Band eine strukturelle Beschreibung der A. L. Z. und ihrer „Organisation der Kritik“: Anonymität, Vollständigkeit, Unparteilichkeit sind die Leitbegriffe eines aufklärerischen Kritikkonzeptes, das sich hier im Medium Zeitschrift mit universalem Anspruch institutionalisiert. Damit ist die A. L. Z. nicht nur der epochale Kontrasthintergrund, sondern auch die Voraussetzung für die romantische Kunst der Kritik in Deutschland. Zusammen mit den konzeptionellen werden rechts-, wissenschafts- und wirtschaftsgeschichtliche Aspekte dieses einflussreichsten Rezensionsjournals des ausgehenden 18. Jahrhunderts behandelt. Im Anhang enthält der Band bislang unveröffentlichte Redaktionsdokumente zur A. L. Z.«

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  • Alt, Peter-André, Meier, Albert und Riedel, Wolfgang (Hg.):
    Friedrich Schiller

(Hanser 2004, Sämltliche Werke in 5 Bänden, Neuausgabe 2004, Hardcover 3-446-20501-2, € 150,00 (D) / € 154,30 (A) / SFR 237,00, Die Bände sind auch einzeln erhältlich für € 34,90 [D] / sfr 61.- / € 35,90 [A])

»Die fünfbändige Schiller-Ausgabe der Hanser Klassiker ist die seit vier Jahrzehnten am meisten verbreitete und »eingeführte« Edition dieses Autors. In dieser Ausgabe wird Schiller gelesen, nach ihr wird er in der Sekundärliteratur am meisten zitiert. Bis vor wenigen Jahren hat die Schiller-Forschung den medizinischen Jugendarbeiten des Dichters nur geringe Beachtung beigemessen; erst mit der Neubewertung der medizinischen Schriften Schillers durch Kenneth Dewhurst und Nigel Reeves hat sich die Situation gewandelt und es liegen umfassende Studien zu Schillers Beschäftigung mit der Medizin vor. Dieser Forschungsentwicklung trägt die neue Hanser Schiller-Werkausgabe Rechnung.

Rechtzeitig zum Schillerjahr 2005 (sein 200. Todestag ist der 9. Mai 2005) haben drei Germanistikprofessoren und eine Professorin der Medizingeschichte auf der Grundlage der bewährten Edition eine neue Ausgabe erarbeitet, die die umfangreiche germanistische Schillerforschung der letzten Jahrzehnte für die Leser unmittelbar textbezogen nutzbar macht. Schillers lateinisch verfasste Dissertation Von den entzündungsartigen Fiebern und Faulfiebern wird hier erstmals nach der Krakauer Handschrift wiedergegeben mit einer deutschen Übersetzung und ausführlichem Kommentar. Mit ihrer durchgängig auf dem aktuellen Forschungsstand basierenden neuen Kommentierung wird diese kompakte Schiller Werkausgabe unentbehrlich sein für Studium und Forschung.«

  Zum Flyer mit Inhaltsverzeichnis

 

  • Meier, Andreas (Hg.):
    Christian August Vulpius: Eine Korrespondenz zur Geschichte der Goethezeit

Band 1: Brieftexte. Band 2: Kommentar

(Verlag Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2 Bände. Band 1: CLXXXVII, 500 S. 1 Frontispiz. Band 2: IV, 708 S. 1 Frontispiz. Gebunden. € 248,- ISBN 3-11-017773-0, 2003.)

(Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte 28)

»Selbst seine kritischen Rezensenten mussten einräumen, dass Vulpius (1762 - 1827) insbesondere nach dem Erfolg seines Räuberromans Rinaldo Rinaldini (1799) zu den wahrhaft populären Autoren seiner Zeit zu zählen war, ‘berühmt wie ein Sprichwort’. Trotz etlicher Versuche im hohen Stil tragischer Formen, die selbst am Wiener Hoftheater Beachtung fanden, wurde er mit über 30 dramatischen Texte und annähernd 70 Romanen zu einem der meistgelesenen Unterhaltungsautoren der Goethezeit, dem selbst Thomas Mann in „Lotte in Weimar“ seinen Tribut nicht versagte. Wenngleich die literarische Kritik mitunter wünschte, dass seine ‘Fruchtbarkeit nicht permanent’ sei, gelang es Goethes Schwager Vulpius, ausgehend vom galanten Unterhaltungston Wielands, vor allem erzählende Genres zu entwickeln, deren Montagetechnik unmittelbar auf die serielle Produktion der Kolportageromane des 19. und 20. Jahrhunderts wirkte. Verblüffend muss der heutige Leser konstatieren, dass auf dem Revers der glänzenden Medaille Weimarer Klassik eine ‘triviale Klassik’ ihre Spuren hinterlassen hat.

Die vorliegende mit einer umfangreichen Einführung versehene Ausgabe seiner Korrespondenz umfasst etwa 750 Briefe von und ca. 160 Briefe an Vulpius.

Der zweite Band enthält einen umfassenden philologisch-historischen Kommentar.«

  Zum Flyer
  Zur Rezension von Dirk Hempel in IASLonline

 

  • Miller, Norbert:
    Der Wanderer Goethe in Italien

(Hanser 2002, 736 Seiten, Hardcover 3-446-19876-8, € 50,00 (D) / € 51,40 (A) / SFR 84,00)

»Seit Generationen lesen wir Goethes Italienische Reise als das größte Reisebuch, als eine der bedeutendsten Autobiografien. In Norbert Miller hat das Werk nun selbst einen Biografen gefunden. In großem erzählerischen Bogen schildert er die Reise und bietet dem Leser zugleich reiche Wissenschaftsexkurse.«

 

 

 

 

 

 

  • Mommsen, Katharina (Hg.):
    Johann Wolfgang Goethe: West-östlicher Divan
    Faksimile der Handschriften. Kommentar

(Sonderausgabe in einem Band. Etwa 502 Seiten. Leinen. Suhrkamp Verlag, € 128,-, ISBN 3-458-17217-3 sowie Originalausgabe in zwei Bänden, numeriert, auf 1000 Exemplare limitiert, I. Faksimile der Handschriften. 214 Seiten. Leinen, II. Kommentar. 288 Seiten. Leinen, € 349.-, ISBN 3-458-16818-4)

»Aus Anlaß des diesjährigen Buchmesse-Schwerpunkts „Arabische Welt“ erscheint die umfassende Faksimile-Edition der eigenhändigen Manuskripte Goethes zum West-östlichen Divan jetzt in einer Sonderausgabe in einem Band. Sie bietet die Handschriften, die Transkription sowie eine einführende Darstellung der Text-, Überlieferungs- und Editionsgeschichte, dazu ausführliche Handschriftenbeschreibungen und entstehungsgeschichtliche Anmerkungen.

Wie Goethe selbst bekannte, war die Wirkung der Texte des spätmittelalterlichen persischen Dichters Hafis und anderer morgenländischer Poeten auf ihn so groß, daß er durch sie zu den Gedichten des West-östlichen Divan angeregt wurde. Katharina Mommsen ist es gelungen, für diese Ausgabe sämtliche erhaltenen Handschriften zum Divan zusammenzutragen, in weltweiten Recherchen von Weimar, Frankfurt und Düsseldorf bis nach Genf, Windsor Castle und New York.

Die Herausgeberin: Katharina Mommsen lehrte als Professorin Literatur und Germanistik in Berlin und an der Stanford University und lebt in Kalifornien.

»Seit langem wurde dieses Werk von Goetheverehrern und Divanforschern gewünscht und erwartet; nun ist es endlich erschienen und übertrifft alle Erwartungen. In kostbarer, schöner gediegener Ausstattung der wertvollste Inhalt – ein wunderbares Werk wie es wohl selten hervorgebracht wird.« (Jahrbuch für internationale Germanistik)

 

  • Müller, Gerhard:
    Vom Regieren zum Gestalten. Goethe und die Universität Jena

(Universitätsverlag WINTER Heidelberg, ca. 452 Seiten. Geb., ISBN 3-8253-1665-3, November 2004)

»Der Staatsmann und Politiker Goethe sorgt noch immer für Kontroversen. Wie verhielt sich Goethes dichterisches Werk zu seinem politisch-historischen Denken und zu seiner politischen Praxis als Minister eines deutschen Kleinstaates? Das vorliegende Buch trägt zur Klärung dieser Frage bei, indem es einen konkreten Ausschnitt aus Goethes amtlicher Tätigkeit, seine Einflussnahme auf die Universität Jena über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg kontinuierlich und detailliert untersucht. Goethes Wirksamkeit auf den Gebieten der Wissenschafts- und Berufungspolitik des Weimarer Hofes und sein Anteil am Aufstieg der Jenaer Universität zu einer der geistig führenden deutschen Hochschulen der 1790er Jahre werden dabei ebenso thematisiert wie sein ambivalentes Verhältnis zu den Autonomiebestrebungen der akademischen Korporation. So entsteht das Bild eines höchst problematischen Spannungsverhältnisses von Lehr- und Wissenschaftsfreiheit und politischer Kontrolle, von aufklärerisch-humanistischer Reformintention und Staatsräson, aber auch das eines Staatsmannes, der sich den Erfordernissen der historischen Umbrüche seiner Zeit durchaus stellte, aber „das Vorhandene nicht umstürzen […] wollte, vielmehr das Vorhandene zu gewinnen trachtete, damit es sich selber zu verbessern geneigter würde.“ (H.E.G. Paulus)«

 

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  • Pauly, Yvonne:
    Karl Philipp Moritz Sämtliche Werke

(2005. VI, 775 Seiten. 25 Abb. Leinen. € 168,00 (Subs.-Preis 152,00). ISBN 3-484-15741-0 Insgesamt 13 Bände (mit Teilbänden). Gesamt-ISBN 3-484-15700-3)

Kritische und kommentierte Ausgabe
Band 4: Schriften zur Mythologie und Altertumskunde
Teil 1: Anthusa oder Roms Alterthümer

»Es sollte die Krönung seiner wissenschaftlichen Laufbahn bilden – und blieb doch über Jahrhunderte fast unbeachtet: Mit dem vorliegenden Band wird das altertumskundliche Hauptwerk von Karl Philipp Moritz, »Anthusa oder Roms Alterthümer« (1791), erstmals in einer philologisch zuverlässigen und sorgfältig kommentierten Ausgabe vorgelegt.

Der Kommentar zeigt die komplexe Textstruktur unter dem schlichten Erzählton auf und analysiert Moritz' Darstellungstechnik der Verschränkung und Potenzierung heterogenen Quellenmaterials, die dem Werk den Charakter eines literarischen Experiments gibt.

Auf der anderen Seite tritt der Autor in bisher ungeahntem Maße als Teilhaber der Überlieferung und Erbe der abendländischen Tradition in den Blick. In das Werk über die römischen Altertümer sind – vielfach lateinische – Quellen aus zwei Jahrtausenden eingegangen, von antiken Klassikern über Kompendien der humanistischen Gelehrsamkeit bis zu Auszügen aus Goethe und Kant: Das verbreitete Moritz-Bild vom spontan-voraussetzungslosen Einzelgänger erhält durch diesen Befund eine wichtige Ergänzung.

Als Teil eines ursprünglich größer angelegten Werkkomplexes handelt »Anthusa« von den Festen und Riten der römischen Religion. In ihrer Interpretation hat Moritz den Weg von einer inhaltsfixierten, durch christliche Polemik geprägten Sichtweise zu einer stärker ›strukturalistischen‹ Deutung gebahnt. Nach den Kategorien der von ihm entwickelten Ästhetik erschließt er die Äußerungen antiker Religiosität als Entsprechungen des Kunstschönen und damit auf eine Weise, die dem ausgeprägten Formalismus dieser Religion entspricht.«

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  • Remmel, Andreas, Remmel, Paul (Hrsg.):
    "Ich träume lieber Fritz den Augenblick". Der Briefwechsel zwischen Goethe und Friedrich Heinrich Jacobi.

(Bernstein-Verlag Bonn, 2005, 1 Abb. s/w., 39,80 Euro. ISBN 3-9808198-1-7, Mit einem Nachwort von Dr. Gabriel Busch.)

 

 

 

  • Rennhak, Katharina und Richter, Virginia:
    Revolution und Emanzipation.
    Geschlechterordnungen in Europa um 1800

(Bücher der Reihe: Literatur - Kultur – Geschlecht (Bd. 031)
Hrsg. v.Stephan, Inge; Weigel, Sigrid, in Zus.-Arb. mit Hermand, Jost; Mattenklott, Gert; Scherpe, Klaus R; Winckler, Lutz. 2004, 304 S., 2 schw.-w. Abb. Preis: € 29,90/SFr 52,20, ISBN 3-412-11204-6)

»Die Zeit um 1800 schien den europäischen Frauen größere Handlungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum zu erschließen. Über die sozialen Aufgaben und die natürliche Veranlagung der Frau - Mutter und/oder Bürgerin, eigenständige Person und/oder Ergänzung des Mannes, rationales Wesen und/oder Geschlechtswesen - wurden nach dem Politisierungsschub durch die Französische Revolution Debatten auf verschiedensten Gebieten geführt, etwa in der politischen Philosophie, in der Bildung und in der Literatur. In allen Ländern Europas fanden sie ihren Widerhall. Ausgewiesene Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Disziplinen wie Philosophie, Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte, Germanistik und Anglistik setzen sich in diesem Band mit den verschiedenen Facetten des Verhältnisses von Geschlecht und Politik auseinander. Das Buch leistet damit einen innovativen Beitrag zur Erforschung der Geschlechterverhältnisse um 1800.«

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  • Richter, Karl (Hg.):
    Johann Wolfgang Goethe: Sämtliche Werke nach Epochen seines Schaffens

Münchner Ausgabe; 20 in 32 Bänden und ein Registerband Herausgegeben von Karl Richter in Zusammenarbeit mit Herbert G. Göpfert, Norbert Miller, Gerhard Sauder und Edith Zehm

Die MÜNCHNER AUSGABE bietet das gesamte dichterische und das autobiographische Werk (oft in verschie-denen Fassungen), sämtliche Schriften zu Literatur und Kunst sowie zur Naturwissenschaft. Zum ersten Mal in der Editionsgeschichte wurden auch die amtlichen Schriften in breiter Auswahl in eine Ausgabe Sämtlicher Werke aufgenommen. Die bedeutenden Briefwechsel mit Schiller und dem Komponisten und Berliner Musik-professor Carl Friedrich Zelter (beiden hat Goethe selbst Werkcharakter beigemessen) sind ebenso enthalten wie die berühmten Gespräche mit Eckermann. Darüber hinaus wird eine Vielzahl weiterer Briefe und Gespräche in den Bandeinführungen und Kommentaren herangezogen. Goethes Werke erscheinen in dieser Ausgabe, im Unterschied zu bisherigen Goethe-Editionen, nach den jeweiligen Epochen seines Lebens und Schaffens geordnet. Die Ausgabe vereint jeweils in einem Band, was nach entstehungsgeschichtlichen Bedingungen, nach thematischen und strukturellen Gemeinsamkeiten, aber auch hinsichtlich der zeitgenössischen Rezeption zusammengehört. So wird im Rahmen eines Bandes die »wechselseitige Erhellung« unterschiedlicher Werkschichten sichtbar, die auch Goethe selbst wichtig war: von Dichtung und Naturwissenschaft, literarischer Produktion und theoretischer Reflexion, von Akten des Schreibens und autobiographischer Selbstdeutung. Für den Kommentar ergaben sich daraus neue Möglichkeiten, solche Zusammenhänge sichtbar zu machen. Neue Wege geht die Ausgabe auch mit dem dargebotenen Text: Sie ver-traut nicht mehr der Ausgabe letzter Hand, sondern bemüht sich, auf bessere frühere Drucke oder die Hand-schriften zurückzugehen. Auch vom Konzept der Ausgabe her lag diese Entscheidung nahe.

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  • Riedel, Wolfgang, Alt, Peter-André, Meier, Albert und (Hg.):
    Friedrich Schiller

(Hanser 2004, Sämltliche Werke in 5 Bänden, Neuausgabe 2004, Hardcover 3-446-20501-2, € 150,00 (D) / € 154,30 (A) / SFR 237,00, Die Bände sind auch einzeln erhältlich für € 34,90 [D] / sfr 61.- / € 35,90 [A])

»Die fünfbändige Schiller-Ausgabe der Hanser Klassiker ist die seit vier Jahrzehnten am meisten verbreitete und »eingeführte« Edition dieses Autors. In dieser Ausgabe wird Schiller gelesen, nach ihr wird er in der Sekundärliteratur am meisten zitiert. Bis vor wenigen Jahren hat die Schiller-Forschung den medizinischen Jugendarbeiten des Dichters nur geringe Beachtung beigemessen; erst mit der Neubewertung der medizinischen Schriften Schillers durch Kenneth Dewhurst und Nigel Reeves hat sich die Situation gewandelt und es liegen umfassende Studien zu Schillers Beschäftigung mit der Medizin vor. Dieser Forschungsentwicklung trägt die neue Hanser Schiller-Werkausgabe Rechnung.

Rechtzeitig zum Schillerjahr 2005 (sein 200. Todestag ist der 9. Mai 2005) haben drei Germanistikprofessoren und eine Professorin der Medizingeschichte auf der Grundlage der bewährten Edition eine neue Ausgabe erarbeitet, die die umfangreiche germanistische Schillerforschung der letzten Jahrzehnte für die Leser unmittelbar textbezogen nutzbar macht. Schillers lateinisch verfasste Dissertation Von den entzündungsartigen Fiebern und Faulfiebern wird hier erstmals nach der Krakauer Handschrift wiedergegeben mit einer deutschen Übersetzung und ausführlichem Kommentar. Mit ihrer durchgängig auf dem aktuellen Forschungsstand basierenden neuen Kommentierung wird diese kompakte Schiller Werkausgabe unentbehrlich sein für Studium und Forschung.«

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  • Rudin, Bärbel (Hg.):
    Lebenselixier. Theater, Budenzauber, Freilichtspektakel im Alten Reich

(1. Bd.: Das Rechnungswesen über öffentliche Vergnügungen in Hamburg und Leipzig
(mit einem Anhang zu Braunschweig). Quellen und Kommentare.

Herausgegeben von Bärbel Rudin in Verbindung mit Horst Flechsig und Lars Rebehn. Reichenbach im Vogtland 2004. 408 S. mit 54 Abb.= Schriften des Neuberin-Museums. 13. ISBN 3-932626-13-3, Euro 60.00.)

»Messen und Märkte waren in der frühen Neuzeit die großen Umschlagplätze lokaler und überregional operierender Theaterproduzenten, des internationalen Unterhaltungsgewerbes, der Agenturen des populären Wissenstransfers, der Heiler, Tüftler und Patentler. Die jährlich zwei Hamburger Märkte und drei Leipziger Messen bilden die Schnittpunkte der Magistralen dieser Erwerbsmigration, mit Ausschlägen von Hamburg aus insbesondere in den gesamten Ostseeraum. Umfassend zu belegen ist dies durch den hier angezeigten Pilotband der Grundlagenedition "Lebenselixier", die mit der Aushebung kassengestützter Daten zum breiten performativen Spektrum der vorindustriellen Populärkultur methodisch und materiell Neuland erschließt. Ihr analytischer Ansatz ist das ökonomische Binnenverhältnis zwischen gewerblichen Ausrichtern und obrigkeitlichen Gewährleistern "öffentlicher Vergnügungen". Ihr Gegenstand sind serielle Abgabenrechnungen aus den ordoliberalen Systemkernen des Alten Reichs, den kulturtragenden Wirtschaftsmetropolen und Residenzen. Eine Entdeckung jüngster Zeit und geradezu eine kulturgeschichtliche Offenbarung sind die Hamburger Konzessionsrechnungen der Jahre 1708-1810, die mit dem immensen Datenmaterial der Leipziger Messerechnungen (1665-1800) und einer ergänzenden Datei aus Braunschweig (1722-42) einen Facettenreichtum von ungeahnter historischer Tiefenschärfe und Komplexität entfalten.

Changements der ästhetischen Standards und der Ausdrucksformate, Produktionsviten, Migrationsprofile und Strukturen räumlicher Verstetigung, um nur einige Aspekte zu nennen, sind in den Kommentaren bereits ablesbar. Der Stellenwert der "Spectacula" im Kosmos stadtbürgerlicher Lebensführung wie auch als finanzielle Ressource der öffentlichen Hand wird grundsätzlich neu zu bestimmen sein. Für den Folgeband ist die Erschließung und kommentierende Vernetzung entsprechender Quellen aus Dresden und Nürnberg geplant.

Die Publikation des Bandes, durchweg finanziert aus Mitteln der Museumsregion, liegt auf der bisher verfolgten und durch Erfolg bestätigten Linie einer "Leuchttum"-Funktion im Ost-West-Dialog. Es handelt sich um die fünfte der in kurzer Zeit international ausgewiesenen Veröffentlichungen des Neuberin-Museums zur theaterkulturellen Paxis der Vormoderne.«

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  • Safranski, Rüdiger:
    Schiller oder Die Erfindung des Deutschen Idealismus

(Hanser 2004, 560 Seiten, Hardcover, ISBN 3-446-20548-9, € 25,90 (D) / € 26,70 (A) / SFR 46,20)


»Friedrich Schiller: Jugendliches Genie, Revolutionär, Dichter.

Rüdiger Safranski entstaubt in seiner großen Schiller-Biographie eine der schwungvollsten Gestalten unserer Literatur. Friedrich Schiller läutete mit seinem Enthusiasmus die Epoche der deutschen Geistesgeschichte ein, die man später den "Deutschen Idealismus" genannt hat. Mit diesem großen Buch über Schillers Leben und Denken könnte seine Renaissance beginnen.«

 

 

 

 

 

  • Schrader, Hans-Jürgen und Weder, Katharine (Hg.)
    Von der Pansophie zur Weltweisheit. Goethes analogisch-philosophische Konzepte

In Zusammenarbeit mit Johannes Anderegg

(Max Niemeyer Verlag, 188 Seiten. 4 Abb. Ln € 32,00. ISBN 3-484-10863-0, Dezember 2004)

»Analogisches Denken, Mikrokosmos-Makrokosmos-Bezug, Polarität und Steigerung, ebenso Inspiration, magische, alchimistische und magnetisch-sympathetische Konzepte: solche Stichwörter zeigen die Signifikanz der Traditionen einer ›pansophisch‹-ganzheitlichen Weltdeutung in Goethes Naturwissenschaft und Dichtung. Gleichermaßen wirksam ist seine Auseinandersetzung mit der ›Weltweisheit‹, den philosophisch-naturwissenschaftlichen Tendenzen der eigenen Zeit. Goethes Positionen in diesem Spannungsfeld von Alt und Neu beleuchtet die hier dokumentierte Genfer Tagung der Goethe-Gesellschaft Schweiz.«

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  • Segebrecht, Wulf:
    Was Schillers Glocke geschlagen hat. Vom Nachklang und Widerhall des meistparodierten deutschen Gedichts

(Hanser 03/2005, ca. 112 Seiten, ISBN: 3-446-20593-4, € 12,90 (D) / € 13,30 (A) / SFR 23,70)

»Schiller zu parodieren war bereits zu seinen Lebzeiten eine beliebte Beschäftigung und ist es bis heute geblieben. Wulf Segebrecht hat einige der schönsten Verunglimpfungen aus der Geschichte des Lieds von der Glocke ausgewählt. Böse Verballhornungen stehen neben ernsthaften Ehrerweisungen, ideologiekritische Umarbeitungen neben witzigen Nonsens-Versen. Garantiert nicht zum sturen Auswendiglernen, sondern zum puren Vergnügen.«

 

 

 

 

 

  • Staiger, Emil (Hg.):
    Friedrich Schiller. Sämtliche Erzählungen

(Suhrkamp Verlag it 3080, 256 Seiten. € 8,50, ISBN 3-458-34780-1, Januar 2005)

Mit einer Einleitung von Emil Staiger und Erläuterungen von Manfred Hoppe

»Diese Ausgabe mit einer Einleitung von Emil Staiger versammelt sämtliche Erzählungen Schillers, in denen er sich als Meister auch der Prosa erweist. Die bekannteste der Geschichten ist Der Verbrecher aus verlorener Ehre; ihr Held erinnert an Karl Moor aus den Räubern. Widrige Umstände und die Verachtung der Mitwelt lassen einen Menschen zum Verbrecher werden; doch er bewahrt trotz allem ein Gefühl von Ehre, das ihn schließlich dazu veranlaßt, sich selbst anzuklagen. In Der Geisterseher nimmt Schiller auf den zeitgenössischen Skandal um den Hochstapler und Geisterbeschwörer Graf Cagliostro Bezug.«

 

 

  • Staiger, Emil (Hg.):
    Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe. Revidierte Neuausgabe von Christoph Michel

(Mit zahlr. Abb., Suhrkamp Verlag it3125, etwa 1200 Seiten, ca. 20,- Euro, ISBN 3458348255)

»„Glückliches Ereigniß“ hat Goethe den Beginn seiner Freundschaft (1794) mit Schiller genannt. Die von ihm 1828/29 veröffentlichten beiderseitigen Briefe sind Zeugnis dieser Freundschaft. Die zu Schillers 200. Todestag vorgelegte Neuausgabe des Briefwechsels bietet ausgewählte Lesarten aus der Schiller-Nationalausgabe sowie Ergänzungen der Fußnoten aufgrund neuerer Kommentare, einen knappen Editionsbericht, ausgewählte zeitgenössische Texte über den Briefwechsel, Erläuterungen zu den Abbildungen, Nachwort und ein gegenüber den älteren Auflagen erweitertes Register.«

 

 

 

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  • Ulm Sanford, Gerlinde (Hrsg.):
    Goethes Briefwechsel mit seinem Sohn August

(Mit Einleitung, Kommentar und Register, 2 Bände, Band 1: Text, Band 2: Kommentar und Register, 1713 S., Gebunden, 2 Bände im Grauschuber., Ca. Euro 259,-/CHF 415,-, ISBN 3-7400-1200-5, J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung Februar 2005)

»Goethes Briefwechsel mit seinem Sohn August wurde bis jetzt noch nie in seiner Gesamtheit veröffentlicht. Er erstreckt sich von 1793 bis 1830, be-gleitet also viele Schaffensjahre Goethes und umfaßt kaum sonstwo zugängliche Details aus Goethes und Augusts Privatleben und Alltag, aber ebenfalls kulturgeschichtlich wie auch wissenschaftsgeschichtlich höchst interessante Erlebnis- oder Reiseberichte sowohl des Vaters als des Sohnes. August war nicht nur einziger Sohn, sondern auch Vertrauter und enger Mitarbeiter verschiedenster Goethescher Unternehmungen. Dieser Briefwechsel wirft ein neues Licht auf vieles, was Goethe als Privatmensch, Dichter, Forscher, Kunstsammler und Staatsmann beschäftigte, er gibt wichtige Aufschlüsse über die Beziehungen Goethes zu zahlreichen Zeitgenossen und bildet also einen facettereichen Zeitspiegel.«

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  • Wahl, Volker (Hrsg.):
    "Das Kind in meinem Leib". Sittlichkeitsdelikte und Kindsmord in Sachsen-Weimar Eisenach unter Carl August. Eine Quellenedition 1777-1786

(Mit einem Nachwort von René Jacques Baerlocher / Veröffentlichungen aus Thüringischen Staatsarchiven, Band 10 2004. XII, 516 S., 10 s/w Abb., Gebunden, 36 Faksimile-Seiten 4-farbig. Euro 39,95/CHF 64,-, ISBN 3-7400-1213-7, J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung Oktober 2004)

»Die Entwicklung des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach ist unter seinem neuen Landesherrn Carl August seit 1775 nicht als die eines gewöhnlichen deutschen Kleinstaates begriffen worden. Zur Normalität am "Musensitz" Weimar gehört allerdings auch die in der Aufklärungszeit aufgekommene Diskussion um illegitime Geburten und Kindsmord und deren strafrechtliche Verfolgung, die sich bisher einseitig auf die Auseinandersetzung zum Thema "Goethe und der Kindsmord" fokussiert hat, weil der Dichter als Geheimer Rat ein Glied der damaligen fürstlichen Landesadministration war.

Erneute Archivstudien haben einen von der Forschung bisher nicht genügend beachteten und untersuchten Reformprozeß für das überkommene Strafrecht gegen Sittlichkeitsvergehen zwischen 1777 und 1786 erkennen lassen, zu dem die wichtigsten archivalischen Quellen aus dem Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar über die einzelnen Reformmaßnahmen und die sie auslösenden Strafrechtsfälle in einer Dokumentenedition vorgelegt werden. Darunter ist auch die Akte der "Kindsmörderin Johanna Höhn" von 1783, die zum ersten Mal vollständig faksimiliert wiedergegeben wird. Mit Einführung, Erläuterungen, älteren rezeptionsgeschichtlichen Texten und einem erweiterten Nachwort werden die edierten Quellen in das rechtliche und literarische Umfeld der Zeit gestellt und die Protagonisten eines seinerzeit aktuellen sozial-, rechts- und aufklärungspolitischen Diskurses in seinen Auswirkungen auf die weimarische Staatsmodernisierung in der Spätzeit des Alten Reiches vorgeführt.

Mit dieser Quellenedition sollen die betroffenen Fakultäten (vor allem Recht, Geschichtswissenschaft, Literaturgeschichte) angeregt und in die Lage versetzt werden, sich sachlich und quellengestützt mit der Haltung Carl Augusts und seiner Landesadministration zur Strafgerichtsbarkeit bei Sittlichkeitsdelikten und Kindsmord am Ende des 18. Jahrhunderts auseinander zu setzen.«

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  • Wentzlaff-Eggebert, Harald und Briesemeister, Dietrich (Hg.):
    Von Spanien nach Deutschland und Weimar-Jena. Verdichtung der Kulturbeziehungen in der Goethezeit

(Universitätsverlag WINTER Heidelberg, 365 Seiten, 26 Abbildungen. ISBN 3-8253-1517-7, Oktober 2003)

»Die im Zusammenhang mit dem Sonderforschungsbereich „Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800“ stehenden interdisziplinären Beiträge deutscher und spanischer Spezialisten aus Germanistik, Hispanistik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Ideengeschichte und Komparatistik untersuchen den deutsch-spanischen Kulturtransfer, das Spanienbild und die Aufnahme spanischer Literatur vor allem im Weimar der Goethezeit (1775-1832). Im Mittelpunkt stehen bisher wenig beachtete Aspekte der Kulturvermittlung, Autoren und Werke, wie etwa Carl. F. Bahrdts „spanischer Roman“ Álvaro und Ximenes, eine Reihe deutscher Übersetzungen von Quevedos Buscón und Bertuchs Beschäftigung mit den Fabeln Iriartes.«

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  • Wiegelmann, Franz Josef:
    "An den Nachruhm pfleg' ich nicht zu denken, der ist für andere, nicht für mich". Johann Wolfgang von Goethe: Leben, Werk und Wirkungsgeschichte im Spiegelbild der Presse seit 1832.

(Bernstein-Verlag Bonn, Februar 2005, 55 - zum Teil farbige Abbildungen. 49,80 Euro, ISBN 3-9808198-7-6) Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Katharina Mommsen (Palo Alto, USA)

Aus der Vorbemerkung:

„[...] An den Nachruhm pfleg’ ich nicht zu denken, der ist für andere, nicht für mich [...]“

Dieser Ausspruch, den Goethe im Dritten Buch von Dichtung und Wahrheit dem Grafen Thoranc in den Mund legt, mag für diesen sicher zutreffend gewesen sein, nicht jedoch für Goethe selbst. Goethe hat bewusst an seinem Nachruhm gearbeitet, gearbeitet durch Leben und Werk, besonders aber durch seine von ihm selbst ausgewählten und veröffentlichten Briefe, seine Sammlungen, die Gespräche mit Eckermann und nicht zuletzt durch seine testamentarischen Verfügungen.

Der Autor möchte die Rezeption und Wirkungsgeschichte, kurz den Nachruhm Goethes in der Presse seit dessen Tod nachzeichnen und dabei auf die heute leider oftmals vernachlässigte Bedeutung von Zeitungen und Zeitschriften, der sogenannten Tagesliteratur, hinweisen. Er stützt sich dabei auf sein Historisches Pressearchiv, in dem er in über vierzig Jahren mehr als 35.000 Zeitungen und Zeitschriften vom 16. Jahrhundert bis heute zusammengetragen hat.

Das Buch erhebt nicht den Anspruch einer wissenschaftlichen Monographie, es versucht vielmehr, anhand ausgewählter, nicht repräsentativer aber doch beispielhafter Presseberichte seit Goethes Tod sichtbar zu machen, wie sich dessen Bild in diesen Jahren gewandelt hat. Es zeigt ferner, wie Goethe immer wieder für politische, ideologische oder ökonomische Zwecke vereinnahmt, funktionalisiert oder missbraucht worden ist. [...]

Der Band richtet sich nicht nur an eine literarisch interessierte Leserschaft, die sich besonders Goethe verbunden fühlt, sondern möchte auch alle Leser erreichen, die sich für Fragen und Probleme der deutschen Zeitungs- und Pressegeschichte, sowie der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts interessieren. Es wäre erfreulich, wenn es dazu beitragen könnte, dass nicht nur die deutschen Klassiker, sondern auch die historischen Tagespublikationen wieder im Original gelesen und beachtet werden. Hier ist noch mancher Schatz zu heben!

 

 

  • Witte, Bernd (Hg.):
    Goethe-Handbuch. Sonderausgabe 2004

(Metzler-Verlag, September 2004, ISBN 3-476-02022-3)

»Das Goethe-Handbuch ist ein Nachschlagewerk, das alle heute erreichbaren Informationen zu  Leben und Werk Goethes zusammenfaßt. Es spiegelt den aktuellen Wissensstand wider und reagiert auch auf jüngste Fragestellungen der Goethe-Forschung. Die ersten drei Bände stellen das Gesamtwerk Goethes dar, gegliedert nach den Gattungen Gedichte, Dramen und Prosaschriften. Der vierte Band, in zwei Teilbänden, ist als enzyklopädisches Handbuch zu Leben und Werk angelegt. Komplettiert wird das Werk durch einen ausführlichen Registerband.«

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  • Zehm, Edith und Golz, Jochen (Hrsg.): 
    Goethe-Jahrbuch 2003

Band 120 der Gesamtfolge
Im Auftrag des Vorstandes der Goethe-Gesellschaft

(Verlag Hermann Böhlaus Nachf. Weimar, ISBN 3-7400-1209-9, Juni 2004)

»Goethe auf Reisen ist das zentrale Thema des Goethe Jahrbuch 2003. Darüber hinaus finden sich Abhandlungen und Miszellen zur jüngsten Goetheforschung, Rezensionen zu Neuerscheinungen über Goethes Leben und Werk sowie die Goethe-Bibliographie 2002.«

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Das Fach- und Kulturportal der Goethezeit