goethe

Stromfäden eines Wildwassers I

"Herr Klein?"
Magnus, der gerade dabei war, seine E-Post durchzusehen, schaute von seinem Bildschirm auf. In der Tür des Büros war die hohe, grimmige Gestalt des Chefredakteurs aufgetaucht. Ein perfekter Statist für einen Wikingerfilm, dachte Magnus Klein unwillkürlich zum bestimmt fünfzigtausendsten Mal.
"Ja?"
"Kommen Sie mal in mein Büro, bitte?"
Da der Chefredakteur schielte, sah es so aus, als fixierte er, während er seine Worte an Magnus richtete, dessen Gegenüber, die Praktikantin Clara. Innerhalb der Redaktion gab es seit Monaten erhitzte Diskussionen darüber, ob das eisgraue Haupthaar des Chefredakteurs tatsächlich künstlich war oder nur schlecht geschnitten.
Magnus Klein hatte noch das Abbild der sehnsüchtig flimmernden Buchstaben vor Augen, die er zuletzt gelesen hatte: "... aber leider bist Du ja in Berlin!"
Das hatte ihm eine Chatpartnerin aus München geschrieben, die er sich, aus der Ferne, als besonders süß, als geradezu ideale Partnerin vorstellte - hübsch, jung, intelligent, sympathisch.
Vermutlich war sie nichts von alledem.
"Ja, ich komme", sagte Magnus zerstreut und stemmte sich aus seinem Sessel hoch. Clara folgte ihm mit den Augen, während er zur Tür ging. Er schaute über die Schulter zurück - Frau Wiedinger hatte ihn ebenfalls beobachtet, und obwohl sie von einem privaten Telefongespräch ganz absorbiert schien - es ging um ihre Blutwerte -, meinte er doch zu sehen, daß sie ein befriedigt-hämisches Lächeln nur mit äußerster Anstrengung zu unterdrücken vermochte.
Ich habe dich doch gewarnt, du Klugscheißer! schien dieses nicht gelächelte Lächeln Magnus sagen zu wollen. Diesmal bist du zu weit gegangen!
In Claras Augen drückte sich dagegen ernste Besorgnis aus, und er lächelte ihr aufmunternd zu. Scheu erwiderte sie sein Lächeln. Sie war nicht wirklich hübsch, aber es ging von ihr doch der Reiz großer Jugendlichkeit aus.
Und Magnus fühlte sich alt genug, um das zu schätzen zu wissen.
"Herr Klein", begann der Chefredakteur, sobald Magnus in sein Zimmer eingetreten war, und ließ sich mit voller Wucht gegen die Lehne seines ergonomischen, sündhaft teuren und aus der eigenen Tasche bezahlten Schreibtischstuhls fallen, "Herr Klein, ich habe eben einen Anruf von Herrn Bollmann erhalten."
Magnus bemühte sich um ein neutral-interessiertes Lächeln.
"Sie wissen, wer Herr Bollmann ist?"
"Oh ja", sagte Magnus.
Herr Bollmann war der Pressesprecher eines metallverarbeitenden Betriebs aus der Nähe von Nürnberg.
"Herr Bollmann war einigermaßen ... aufgebracht." Der Chefredakteur federte nach vorn und hängte seine Nase, die Brille abnehmend, über die neueste Ausgabe des von ihm presserechtlich verantworteten Magazins, des HANDWERKERs. "Sie haben ihn da in Ihrem Artikel mit der Überschrift: ‚Krank durch Gesundheitsmaßnahmen?' offenbar nicht so ganz richtig zitiert ... Moment ..."
"Ja", sagte Magnus. Ein kurzer, trockener Laut, der sich nicht so recht auszubreiten vermochte, wie ihm schien.
"Sie schreiben, Herrn Bollmann zitierend: ‚Es hat doch gar keinen Sinn, diesen sexfixierten Typen mit Vorbeugegymnastik zu kommen! Wenn ich die morgens mit einer Tante von der Krankenkasse das Becken kreisen lasse, sind sie den ganzen Tag nicht zu gebrauchen vor Geilheit!'" Der Chefredakteur schaute auf. Der Abglanz wirklicher Betrübnis spiegelte sich in seinem unsteten Blick. "Herr Bollmann verwahrt sich gegen Ihre Darstellung. Solche Wörter, meint er, seien in seinem Wortschatz gar nicht vorhanden."
"Ich habe, äh ..." Magnus wußte, daß er auf verlorenem Posten stand, sagte aber dennoch: "Ich habe das Gespräch aufgezeichnet. Auf Tonband. Es befindet sich in meinem Schreibtisch. Sie können es sich gerne anhören. Die O-Töne. Dann werden Sie sehen."
Der Chefredakteur lehnte sich wieder zurück. Er hätte zornig sein wollen, merkte Magnus, war aber nur bekümmert, da er seinen Redakteur mochte. Er setzte sich schnell die Brille auf die Nase und sagte: "Ja, das mag sein. Ihr Vorgehen mag ja auch, rein juristisch betrachtet, in Ordnung gewesen sein. Sie wissen aber, daß wir auf eine gewisse ... auf eine gewisse Kooperationsbereitschaft des Handwerkerstandes angewiesen sind - ich rede jetzt gar nicht von der Bereitschaft, unser Magazin zu lesen! Ich rede von der Bereitschaft gewisser Kreise, uns mit Informationen, mit O-Tönen, mit Realität zu versorgen."
Der Chefredakteur pflückte eine Fluse von seinem Norwegerpullover. Er seufzte. "Herr Klein, wir brauchen diese Diskussion, glaube ich, nicht noch einmal zu führen."
Aus dem einen Auge warf er einen flüchtigen Blick auf seinen Untergebenen und räusperte sich.
Etwas schwebte über Magnus, von einem seidenen Faden gehalten. Dann fiel es herab.
"Sie sind entlassen", sagte der Chefredakteur. "Tut mir leid."
"Ja", sagte Magnus. Er war überrascht, daß er sich erleichtert fühlte. Zum ersten Mal fiel ihm auf, wie klein das Zimmer des Chefredakteurs doch war. Alles war vollgestopft mit alten Magazinen, eigenen und denen der Konkurrenz, mit Faxen, Notizzetteln und unbeantworteten Briefen von Lesern, von Meisterbetrieben und Handwerkskammern. Dieser Anblick hatte etwas Irres, Trostloses. Magnus wollte noch etwas sagen, um der Sache einen versöhnlichen Abschluß zu geben.
Er sagte leise: "Tut mir leid."
Mit diesen Worten stand er auf.
"Sie können gerne ...", fing der Chefredakteur an. Dann aber verstummte er und schaute bloß offenen Mundes seinem ehemaligen Redakteur dabei zu, wie er das Zimmer verließ. Es dauerte eine Weile, bis der Chefredakteur seinen Mund wieder zuklappte, und er machte keinen glücklichen Eindruck.

Magnus löschte die privaten E-Mails aus seinem Rechner und speicherte den Torso seines Romans, an dem er vor allem an den langen Büronachmittagen gewerkelt hatte, auf Diskette. Die Diskette verstaute er in seiner Aktentasche.
"Tja, Clara, sieht ganz so aus, als müßtest du jetzt diesen Beitrag über Arbeitsschutzkleidung fertig schreiben!"
Die Volontärin sah ihn mit großen, verschreckten Augen an.
"Wieso? Was ist denn?"
Magnus warf einen Blick zu Frau Wiedinger hinüber, die immer noch ihre Blutwerte diskutierte. Sie war eine leidenschaftliche Ausdauersportlerin. Dabei hat sie im Grunde, dachte Magnus, mit Sport gar nichts am Hut. In Wahrheit war Frau Wiedinger nur eine Fanatikerin. Worauf ihre wütende Begeisterung sich richtete, spielte keine Rolle. Sie hätte ebenso gut in einer spanischen Arena Stiere abstechen oder mit dem Schrotgewehr Vögel abknallen können, durch einen Sumpf stapfend. Auch zur Zeit der Inquisition hätte sie, eine rotglühende Kneifzange in der Hand, stoppelhaarig und bullig, ihren Mann gestanden.
"Sieht so aus, als hätte Frau Wiedinger Recht behalten!" Er wandte sich Clara offen zu. "Schreib nie das, was du hörst, sondern immer nur das, was die Leser hören wollen. Oder was dein Chef glaubt, was die Leser hören wollen!"
Frau Wiedinger, spürte er im Augenwinkel, blinzelte nervös zu ihm herüber. Die fleischige Falte zwischen ihren Augenbrauen vertiefte sich.
Er stand auf.
"So. Das war's. Ich wünsche dann noch einen schönen Tag."
Frau Wiedinger sagte schnell in den Hörer: "Moment mal, Anke." Dann hob sie den Kopf: "Sie gehen, Herr Klein?"
"Ja."
"Was ist denn passiert?"
Magnus hatte keine Lust, über die Gründe seiner Entlassung zu sprechen, zumal er den Triumph in den Augen seiner Kollegin leuchten sah. Er zuckte nur die Schultern und wandte sich zum Gehen.
Schüchtern sagte Clara: "Vielleicht ... vielleicht können wir ja mal einen Cocktail trinken gehen?"
Er drehte sich noch einmal um.
"Ja. Wir können ja ... ich habe ja deine E-Mail-Adresse. Ich melde mich mal." Er lächelte und rief: "Tschüs, Frau Wiedinger."
Frau Wiedinger aber tat so, als hätte sie ihn nicht gehört, und quatschte wieder in den Apparat.
Im Flur begegnete Magnus dem Layouter, Herrn Schilling, der, obwohl er, wie bekannt war, strenge Abstinenz übte, immer einen versoffenen Eindruck machte. Er ging leicht gebeugt, seine Haare trug er strähnig in die Stirn gekämmt; unter den grauen Bartstoppeln, die die eingefallenen Wangen und das fliehende Kinn bedeckten, zeigte sich ein mürbes Lächeln. Daß er miserabel bezahlt wurde, war kein Geheimnis.
Er hatte sich gerade einen Kaffee aus der engen Redaktionsküche geholt und trabte jetzt in seinen muffigen Grafikstall zurück.
"Ich muß mich von Ihnen verabschieden, Herr Schilling", sagte Magnus und hielt dem Layouter die Hand hin.
"Wieso? Wohin gehen Sie denn?"
"Man hat mir gekündigt."
Schilling blitzte in Richtung des Chefredakteurzimmers.
"Warum?"
"Ich habe es mal wieder unterlassen zu lügen."
"Na, wie schade. Machen Sie's gut. Lassen Sie mal was von sich hören."
Sie schüttelten sich die Hände, wobei etwas Kaffee aus dem vollen Becher auf die anthrazitfarbene Auslegeware schwappte. Schilling zuckte gleichgültig mit den Achseln.
Magnus sagte: "Ja, und passen Sie auf, daß der Laden hier nicht vollkommen den Bach runter geht!"
Schilling lachte, und wieder schwappte der Kaffee.
"Das wird nicht so einfach!"
Lachend trennten sie sich.

Magnus war zwar durchaus bekannt, daß der Flügelschlag eines Schmetterlings irgendwo in China einen Eisregen in New York auszulösen vermochte. Aber er hätte aus diesem Wissen doch nie die radikale Konsequenz gezogen, daß auch für ihn selbst die Chaostheorie einschneidende und durchaus lebensgefährliche Bedeutung haben könnte.
Er bestieg also einigermaßen frohgemut die Straßenbahn und beschloß, sich am nächsten Morgen arbeitslos zu melden. Jetzt, dachte er, will ich mir aber erst einmal die Birne zusaufen! Da er das nicht allein tun wollte, fuhr er bis zum Rosenthaler Platz und stieg dort aus, um Gonzo in seiner Wohnung abzuholen.
Clara ist schon eine Süße! dachte er unterwegs. Die mußte man sich eigentlich warm halten ... Im selben Maße jedoch, wie ihre vertrauensselige Tendenz, einen roten Kopf zu bekommen, ihn anzog, stieß ihn ihre Unbedarftheit auch ab. Riccardo, der Clara bei einer Stippvisite in der "Handwerker"-Redaktion kennengelernt hatte, hatte Magnus, der damals gerade ein bißchen für seine junge Kollegin entflammt war, zugeflüstert, sie sei ja ein richtiges Gretchen! Das gefiel Magnus nicht. Was sollte er mit einer Naiven? Er wollte eine Frau, die wußte, daß unter der spiegelglatten Oberfläche der Welt Höllenfeuer brannten. Eine Frau, die ihm gleichwertig war.
Er betrat den Flur von Gonzos Haus - die Haustür war nie abgeschlossen -, hüpfte die Treppe hinauf und klopfte an Gonzos Wohnungstür. Niemand reagierte. Er klopfte noch einmal, diesmal dringlicher. Immer noch rührte sich nichts. Ach, jetzt ist der nicht da, dachte Magnus unwirsch. Wo steckt der denn? Er riß einen Zettel aus seinem Terminkalender, den er ja erst einmal nicht mehr brauchen würde, und hinterließ Gonzo die Nachricht, daß er sich im "Café Abgrund" einen Rausch antrinken wolle. "Es gibt Neuigkeiten. Magnus."
Das "Café Abgrund", ein paar Straßen weiter gelegen, war vollgestopft mit ranzigen Sperrmüllmöbeln, auf denen junge Leute saßen, die es ganz offensichtlich als ihre momentane Lebensaufgabe betrachteten, auf den Sperrmüllmöbeln des "Café Abgrund" herumzusitzen und ihr Konto mit der rauschhaften Einnahme von kalten und heißen Getränken zu belasten. Einer von diesen jungen Leuten war Gonzo. Jetzt aber war er nicht da, wie Magnus mit einem Rundblick feststellte. Es war wohl noch zu früh für ihn. Vermutlich hielt er sich noch in der Bibliothek des philosophischen Seminars der Humboldt Universität versteckt. Gonzo war ein dunkelhaariger, gedrungener Bursche mit dichten Augenbrauen. Er trank zuviel Bier und redete zu laut, und vielleicht hatte er eine zu hohe Meinung von sich selbst; andererseits hätte die Meinung, die er von sich selbst hatte, nicht schlechter sein können. Er war ein zutiefst zwiespältiger Mensch. Vielleicht empfand Magnus seinen Umgang aus diesem Grunde als einigermaßen anstrengend?
Magnus dachte oft darüber nach, ob er Gonzo eigentlich mochte, aber meist entschied er sich für ein Ja.
Magnus ließ sich auf ein Sofa fallen. Staub stob auf. Magnus hustete und bestellte bei der Bedienung, einem sehr dünnen Mädchen mit starren Gesichtszügen, ein Weizenbier.
Gonzo hätte einen hervorragenden Oberkellner im "Café Abgrund" abgegeben. Noch den "Sorgenbrecher Fatal", ein Zahnputzglas voller Wodka, eine Kreation des Betreibers, hätte er mit einem unergründlich gutgelaunten Lächeln serviert. Irgendwann wäre sein exzessiver Alkoholkonsum natürlich nicht mehr mit den Interessen des Betreibers vereinbar gewesen, überlegte Magnus und nahm den ersten Schluck von seinem Bier.

Fast im selben Augenblick, als Magnus von seinem Chefredakteur den Satz hörte: "Sie sind entlassen", betrat Mark Deeh das geräumige Arbeitszimmer seines vorgesetzten Lektors. Dieser sah kurz von einem dicken Manuskriptstapel auf und signalisierte Deeh, er solle auf einem Stuhl Platz nehmen, der nur aus einem geschwungenen Metallgestänge und zwei Lederstreifen bestand. Der Lektor telefonierte. Offenkundig sprach er mit dem Autor, dessen Manuskript vor ihm lag. Er blätterte darin. Mark Deeh sah ein Gewirr von dicken Bleistiftstrichen, das sich über die Seiten hinzog.
"Ja ... ja ... aber das müssen wir kürzen, Georg. Das müssen wir kürzen. Ich habe den Eindruck, weißt du, daß ein bißchen mehr Lakonik dem Text gut täte ..."
Der Lektor blickte zu Mark Deeh auf, der die Hände auf dem Schoß gefaltet hatte, und verdrehte die Augen zur Decke.
"Nein, Georg. Nein. Ich halte mich natürlich nicht für Gordon Lish ... Ich weiß. Es ist ja auch nicht nur meine Meinung, Georg. Der Verleger hat sich am Wochenende extra die Zeit genommen, um deinen Roman durchzulesen, und er ist ebenfalls der Meinung ... hm ... ja ..."
Mark Deeh hörte, wie draußen Frauke Bühler etwas über den Flur plärrte. Dann brach sie in ein kreischendes Lachen aus. Frauke Bühler war im Verlag für Autorenbetreuung und Lesungen verantwortlich. Seit einigen Wochen hatte er eine Affäre mit ihr - Frauke Bühler bezeichnete diese Affäre als "heiß", er als "verzweifelt". Über die Art und Weise, wie die Bühler den Terminus "Autorenbetreuung" interpretierte, kursierten im Litteron Verlag die wildesten Gerüchte. Sie selbst schwor Mark, da sei nie auch nur das Geringste gewesen. Während dessen hatte sie nackt unter ihm gelegen - eine Situation, die Mark Deeh seit jeher als absolut wahrheitsfordernd empfand. Als er jedoch neulich den Blick aufgeschnappt hatte, den der Shootingstar unter den jungen Lyrikern, Benno Augsburger, ihr zugeworfen hatte, als er vom Verleger an ihrem Büro vorbeigeführt worden war - da waren doch erhebliche Zweifel in ihm wach geworden.
Endlich legte der Lektor auf.
"Warum müssen Autoren eigentlich allesamt anfangen zu spinnen, sobald sie mal so einen läppischen Kleinstadtpreis zugesprochen bekommen haben?", rief er aus. "Mein Gott!"
"Ja", sagte Mark Deeh mit einem offenen Lächeln.
"Hallo, Mark, übrigens." Mark Deeh nickte und blickte den Lektor aufmerksam an. "Ich habe eine Bitte an Sie, Mark. Heute Abend ist ja, wie Sie vielleicht wissen, die Premiere des Stücks eines unserer Autoren, Rob von Schmidt - ‚Die Zitronen der Zeit'. Immerhin an der Volksbühne."
"Ja, ich weiß", sagte Mark Deeh, was eine glatte Lüge war.
"Ich kann leider nicht hingehen."
"Oh. Wie schade."
"Und da wollte ich Sie fragen ... hätten Sie vielleicht Zeit, unseren Autor zu begleiten?"
Mark Deeh war keineswegs unbekannt, was man sich so über Rob von Schmidt in den stillen Winkeln des Litteron Verlages erzählte - daß er ein Grenzpsychopath im Dauerdelirium sei. Tatsächlich war soviel wahr, daß von Schmidt, ein Deutschamerikaner, eine ziemlich ungefestigte Persönlichkeit war, mit vier unehelichen Kindern von drei verschiedenen Frauen, verteilt über die ganze Republik.
"Ja, ähm, hm, heute Abend ... ?"
Mark Deeh überlegte, ob er sich schnell eine Lüge einfallen lassen sollte - und inwieweit diese Weigerung, seinem Vorgesetzten einen Gefallen zu tun, Auswirkungen auf seine Karriere haben würde. Was hatte er denn überhaupt wirklich vor an diesem Abend? Er dachte nach. Ach ja, er war mit Frauke Bühler zum Essen verabredet! In diesem scheußlichen Laden am Gendarmenmarkt, dem "Rabelais", in dem sich alles versammelte, was Rang und Namen und garantiert kein Gehirn im Kopf hatte.
"Nein, heute Abend habe ich Zeit, ja", sagte er. Er wirkte erleichtert, was den Lektor erstaunte; aber natürlich fragte dieser nicht nach.
"Prima. Warten Sie, ich gebe Ihnen die Premierenkarten ..."
Der Lektor wandte sich ab und kramte in den Taschen seines Jacketts, das über der Lehne seines Stuhles hing.
Mark Deeh beugte sich vor und nahm die blaßblauen Tickets in Empfang.

Der Lektor hatte Mark Deeh die Telefonnummer von Rob von Schmidt gegeben. Im Hintergrund war das Plärren eines Kindes zu hören, als der Hörer abgehoben wurde, und Mark erinnerte sich an die Gerüchte, die in den Verlagsfluren über den wilden Lebenswandel des Autors kursierten. Eine weibliche Stimme meldete sich.
"Ja?"
Die weibliche Stimme klang nicht gerade vergnügt. Das Plärren im Hintergrund wurde lauter.
"Ja, guten Tag, mein Name ist Mark Deeh, ich arbeite für den Litteron Verlag ..."
Mark hoffte, daß diese Information Eindruck machen, ihm vielleicht sogar das Herz seiner Gesprächspartnerin öffnen würde - weit gefehlt!
"Aha. Und?"
"Äh, ich wollte gerne mit Ihrem Mann sprechen."
"Der ist tot."
"Wie?"
Es war schwer zu entscheiden, ob es Bestürzung war oder Freude, was Mark Deeh in diesem kurzen Augenblick empfand. Er starrte nur auf den Zettel, auf dem der Lektor ihm von Schmidts Telefonnummer notiert hatte. Der Lektor, fiel Mark auf, hatte eine merkwürdig unbeständige, schwankende Handschrift. Ein richtiges Gekrakel. Ob mit dem was nicht stimmte? Die Nerven? Tabletten?
"Er ist schon seit vier Jahren tot. Er ist mit seinem Motorrad verunglückt."
Mark kniff die Brauen zusammen. Seit vier Jahren? Das war doch völlig unmöglich!?
"Sie meinen, äh ... wir reden hier von Rob von Schmidt? Dem Autor?"
"Quatsch. Ich rede von meinem Mann. Bernd Fassebeer, dem Kfz-Mechaniker. Mein Ex-Mann, genauer gesagt. Er ist ja tot."
Das Kind gab kurz Ruhe, als hätte es instinktiv den Ernst des Wortes "tot" erfaßt.
"Ach ja, jetzt verstehe ich." Mark Deeh gab ein heiser-meckerndes Geräusch von sich, das entfernt an ein Lachen erinnerte. "Nein, dann war das ein Mißverständnis! Ich wollte gern Herrn von Schmidt sprechen."
"Der ist nicht da."
"Nicht? Wo steckt er denn?"
"Weiß ich doch nicht."
"Ach so ... es ist nämlich so, wir haben da heute Abend eine Premiere in der Volksbühne ... am Theater ... und Ihr Mann wird da auch erwartet. Er ist nämlich der Autor des Stücks."
"Ja, er schreibt Theaterstücke."
"Genau. Und genau deswegen rufe ich an. Sie können mir wohl nicht zufällig sagen, wo Ihr ... wo Ihr Lebensgefährte sich zur Zeit aufhält?"
Kurze Pause.
"Probieren Sie's mal in der ‚Fiesta'. Das ist eine Kneipe. Da sitzt er oft rum um diese Zeit."
"Okay. Sie haben nicht zufällig die Nummer da?"
"Nein. Die ist doch gleich ums Eck!"
"Verstehe. Natürlich. Ich danke Ihnen vielmals, Frau von ... Frau ... vielen Dank. Danke sehr."
In der "Fiesta" hielt von Schmidt sich nicht auf. Die Wirtin gab Mark Deeh jedoch den Tip, es mal im "Café Abgrund" zu versuchen. "Ich glaube, der Rob hat heute Abend noch was vor. Er hat so was erzählt. Er will ins Theater, oder so. Darum will er heute sicher nüchtern bleiben. Dann kommt er hier nicht vorbei."
"Ah ja, klar", sagte Mark Deeh freundlich, bereute aber sofort, was er gesagt hatte, als ihm zu Bewußtsein kam, wie unfreundlich der geheime Sinn seiner Worte war. Er war - und das passierte ihm nicht zum ersten Mal in den letzten Wochen - geradezu schockiert von diesem Mangel an Geistesgegenwart. Die Wirtin gab jedoch nicht zu erkennen, daß sie verärgert wäre. Vielleicht hatte sie sich daran gewöhnt, daß die Leute zu ihr kamen, um das factum brutum ihrer Existenz zu vergessen. Oder vielleicht entdeckte sie in dieser Idee sogar einen bestimmten romantischen Reiz.
"Dann probier ich's mal im ‚Café Abgrund', danke schön", sagte Mark Deeh mit einer Stimme, die an einen Sonnenstrahl erinnerte, der durch klaren Bienenhonig schien, während eine ganze Wiese voller Blumen blühte.

"Scheiße, Mann, laß Nietzsche aus dem Spiel! Jeder vereinnahmt ihn! Fuck. Nietzsche ist ein Freund! Ein guter Freund. Old Fritz!"
Magnus war sich nicht ganz im klaren darüber, warum ausgerechnet er immer an solche Typen geriet. Der Kerl sah wild aus. Er hatte eng zusammenstehende, eigentlich lustig blitzende, auf unerklärliche Weise jedoch auch beunruhigende Augen. Vielleicht wirkte er alles in allem ein bißchen zu vital? Sein schwarzes Haar war kurz. Kurz und leicht verfilzt. Er trug ein dunkelgraues Jackett, das seine besten Zeiten hinter sich hatte. Er habe am Abend noch einen Termin, hatte er Magnus mitgeteilt, nachdem er sich neben ihm auf dem Sofa niedergelassen hatte.
"Ich bin Dramatiker", hatte er als nächstes gesagt.
"Oh!"
Oh! hieß soviel wie: Bitte nicht ...
Magnus hatte ja eigentlich nur in Ruhe ein paar Weizenbiere trinken wollen. Sein Wunsch war es gewesen, auf dem Sofa zu sitzen und in aller Ruhe den Tag vorübergehen zu lassen.
Und dann war dieser Typ von der Toilette gekommen, hatte ihn erblickt und sich sofort auf ihn zu bewegt.
Der Fremde hatte sofort losgelegt, erbarmungslos, hatte von der Ewigkeit geredet und von Wörtern, die im selben Augenblick, in dem sie die Menschen verbänden, diese auch trennten, wie es ja auch bei der Wirklichkeit der Fall sei oder bei einer Peitsche; dann kam das Gespräch (wenn von einem solchen die Rede sein konnte) auf die Macht der Wörter, ja, jedes einzelnen Buchstabens. Von dort waren sie zu einer Erörterung der Philosophie Nietzsches übergegangen, von der Magnus soviel verstand wie von ... Magnus fiel kein lustiger Vergleich ein, und er starrte nur in das redende Gesicht seines Gegenübers, das sich heftig gegen die Brust schlug und die Freundschaft zu "Old Fritz" beschwor.
Da kam die Kavallerie, äh, die Bedienung, dürr und verhärmten Blicks, auf Magnus und den Dramatiker, der sich zwischendrin als Rob vorgestellt hatte, zu.
Rob hob sein leeres Glas und sagte mit einem vielsagenden Lächeln:
"Hey, Martina, mach mir mal noch so einen Martini, ja?"
"Telefon für dich, Rob."
Sie schaute ihn bekümmert an. Magnus atmete leise durch.
"Wieso? Für mich? Wer ist es denn?"
Robs Blick funkelte mißtrauisch.
"Jemand von einem Verlag."
"Litteron?"
"Kann sein. Mark? Ich glaube, ich habe ‚Mark' verstanden."
"Mark ...", murmelte Rob und kratzte sich das unrasierte Kinn. "Ich kenne keinen Mark ..." Er blickte zu Magnus hinüber, der ganz zufrieden sein Weizenbierglas auf dem Bauch balancierte. "Einer vom Verlag? Warum ruft mich aber nicht mein Lektor an?" Er wandte sich an die Bedienung: "Ist doch komisch, oder?"
"Vielleicht gehst du ja auch einfach mal ans Telefon und versuchst selbst herauszufinden, was los ist, Rob", gab sie genervt zurück. "Ich bin doch nicht deine Vorzimmerdame!"
"Ja, klar, Schatz, du hast recht ..."
Mark Deeh stellte sich kurz vor und versuchte, die Situation zu erklären. Rob hörte unwillig zu.
"Warum kann denn der Albrecht nicht?", fragte er.
"Herr Albrecht ist leider verhindert." Mark Deeh spürte Robs Schweigen zentnerschwer im Hörer. "Eine wichtige Sache, es geht um die Zukunft des Verlages. Eine Sitzung. Mit Regierungsausschußmitgliedern." Er lachte. "Ich verstehe ja nichts davon. Ich bin hier ja nur ein Subalterner!"
"Hm."
"Ich würde Sie sehr gern auf die Premiere begleiten ... und hinterher ist ja auch noch eine kleine Feier, hat Herr Albrecht mir gesagt?"
"Die Premierenfeier", sagte Rob finster.
"Genau."
Eine Pause entstand. Rob dachte nach.
"Schön. Okay. Dann holen Sie mich doch einfach hier ab. Wir können dann zu Fuß zur Volksbühne latschen."
"Wunderbar. Dann machen wir es so. Dann komme ich nachher und hole Sie ab. Sie sind da, ja?"
"Ja, natürlich."
"Okay. Prima. Dann bis später."
"Ja."
Rob hängte ein. Sein Sodbrennen meldete sich. Was war denn schon wieder mit dem Albrecht los? Er verpaßte dem Münztelefon einen Hieb mit der Faust. "Martina, mach mir mal einen Martini."
Die Bedienung schaute säuerlich zu ihm hinüber.
"Ich heiße Manuela, Rob."
"Tschuldige. War ein Wortwitz." Und indem seine Miene sich aufhellte, sagte Rob: "Dann mach mir einen Manueli, Manuela!"
Sie schüttelte den Kopf und griff nach der Martiniflasche.

"Was soll das heißen, du kannst heute Abend nicht?"
"Daß ich heute Abend leider nicht kann, soll das heißen", sagte Mark Deeh wütend und dämpfte seine Stimme. Die Wände waren dünn wie Papier. "Würde es dir was ausmachen, ein bißchen leiser zu sprechen?"
Sie sah ihn kalt an mit ihren klaren, blaßblauen Augen.
"Du schämst dich für mich!"
"Quatsch."
"Du schämst dich, daß du mit der Bühler, dieser ..."
"Frauke, bitte!" unterbrach er sie. "Du weißt, daß ich dich liebe. Muß das schon wieder sein? Ich habe dir meinen Standpunkt doch schon ein Dutzend Mal auseinandergesetzt! Ich möchte nur nicht, daß das Private und das Berufliche allzu sehr ... verquickt werden. Verstehst du? Ich liebe dich, Mädchen!"
"Du schämst dich für mich", sagte sie düster und verzog ihren Mund.
Ihre Praktikantin konnte jeden Augenblick zurück ins Büro kommen. Mark sagte schnell:
"Es tut mir ja auch sehr leid, wirklich. Aber Albrecht hat mich gebeten, ob ich mich um diesen verrückten Autor kümmern kann. Das ist so ein Pflegefall. Und Albrecht kann heute Abend nicht. Er geht mit seiner Frau in die Oper, um seine Ehe zu retten. Was sollte ich denn da sagen?" Er beugte sich zu ihr hinab. "Wir holen es morgen nach, Frauke, Häschen. Was meinst du? Wir gehen richtig schön essen, ja?"
Sie richtete ihren Blick schräg von unten auf ihn. Konnte sie ihm trauen? Sie ließ ihre rötlichen Locken durch ihre Finger gleiten. Dabei fiel ihr ein, daß sie dringend zum Friseur mußte, aber bei all dem Bürostreß kam sie nicht dazu! "Du willst dich nicht zufällig davor drücken, ins ‚Rabelais' zu gehen, Mark?"
Mark Deeh hielt die Luft an. "Wieso um alles in der Welt sollte ich mich davor drücken wollen, ins ‚Rabelais' zu gehen?"
"Du magst das ‚Rabelais' nicht!"
Sie meinte, in seinen Augen ihren Verdacht bestätigt zu sehen.
Er hörte, wie er sagte: "Ich liebe das ‚Rabelais'." Sehr gut, dachte er. Das hatte sehr natürlich geklungen! Er räusperte sich. "Frauke, mir ist es egal, wo ich mit dir hingehe. Ins ‚Rabelais' oder in die Mensa der Humboldt Uni. Wenn ich dein Gesicht sehe, nehme ich außer dem sowieso nichts anderes mehr wahr!"
Ihr Blick heiterte sich auf. Sie nahm es ihm zwar immer noch ein bißchen übel, daß er das "Rabelais" ablehnte, mit dessen Geschäftsführer sie mal eine "heiße" Affäre gehabt hatte, aber das Kompliment empfand sie als gelungen.
Gut genug, jedenfalls.
 "Und was soll ich nun heute Abend machen?" fragte sie ihn.
"Ich weiß auch nicht, du ..."
"Ach, ich weiß. Dann gehe ich eben mit Malkowicz was trinken!"
Jerzy Malkowicz war ein polnischstämmiger Autor, gerade mal vierundzwanzig Jahre alt, der seit fünf Jahren in Berlin lebte. Ihm war mit "Meine vertanen Jahre", semiautobiographischen Notizen aus dem Leben in Berlin, ein Überraschungserfolg gelungen. Handfester, grenzpornographischer Realismus. Dabei war der Typ eher zurückhaltend, dachte Mark. Ein schüchternes Bürschchen. Wo er das alles erlebt haben wollte, fragte sich Mark Deeh. An diesem Abend sollte Malkowicz in einem stadtbekannten Kulturkaufhaus aus seinem bislang einzigen Werk lesen.
"Das ist doch eine gute Idee", sagte Mark Deeh.

"Das Entscheidende ist: Es muß real sein!"
Magnus war jetzt schon einigermaßen berauscht. Langsam begann er sich zu freuen, daß er Rob kennengelernt hatte. Gonzo hätte sicherlich auch Gefallen an dem Dramatiker gefunden. Wo der Freund wohl blieb?
"Aber real heißt nicht notwendigerweise: real wie dieser Martini! Ich halte diesen Martini in der Hand, schön, aber er ist deswegen für mich nicht realer als das Wort ‚Martini'. Ich muß ihn nicht getrunken haben, um über ihn zu schreiben."
"Ja, klar."
"Aber ich trinke ihn trotzdem!"
Rob lachte ausgelassen und leerte sein Glas.
Die Bedienung stellte noch einen Martini und noch ein Weizenbier vor ihnen auf dem niedrigen Tischchen ab.
"Na denn - wohl bekomm's", sagte sie mit einem ironischen Lächeln.
"Danke." Rob grinste sie an. Die war schon verdammt niedlich, dachte er. "Natürlich könnte ich mir auch sonst was ausdenken" - er hatte sich wieder an Magnus gewandt -, "das ist ja kinderleicht. Sich etwas Wildes und Abgedrehtes auszudenken, ist ja das Leichteste von der Welt! Aber ich will das nicht. Das will ich nicht. Ich will die Welt so darstellen, wie ich sie auch wahrnehmen will - so, wie sie ist. In meinen Träumen."
"Okay", sagte Magnus und stieß mit Rob an.
In diesem Augenblick trabte Gonzo durch die Tür und schaute sich in dem vollgerauchten Café um. Er kniff die Augen zusammen, weil er ziemlich kurzsichtig war. Gonzo war klein und schmächtig, und er trug immer zu weite Hosen, die er noch aus der Zeit besaß, als er dick gewesen war.
"Berlin hat mich von einem Fettwanst in einen Hering verwandelt", pflegte er mit einem stolzen Lächeln zu sagen. Er war froh, daß er nicht mehr wegen seiner Korpulenz gehänselt wurde. Andererseits machte er auch kein Geheimnis aus seiner früheren Körperfülle und erzählte bei jeder sich bietenden Gelegenheit, wie es dazu gekommen war, daß seine Hosen immer so um seine Beine herumschlabberten.
Letzten Endes war der ausschlaggebende Grund seine finanzielle Situation. Er konnte sich weder ein gutes Essen noch neue Hosen leisten.
Er erspähte Magnus, und sein Gesicht hellte sich kurz auf, nahm jedoch sofort wieder den vorherigen, skeptisch-verhaltenen Ausdruck an.
"Hi, na?", sagte er, mit einem neugierigen Seitenblick auf Rob von Schmidt, mit der rechten Hand einen Gruß schlenkernd.
Magnus strahlte. "Hi, Gonzo! Darf ich dir vorstellen - das ist Rob, seines Zeichens Dramatiker. Stell dir vor, sein Stück hat heute Abend Premiere! An der Volksbühne!"
"Oh", sagte Gonzo und wickelte den Schal von seinem Hals.
"Kommt doch zur Premierenfeier", schlug Rob vor.
Gonzo ließ sich auf einem Stuhl nieder. "Ja, das wäre geil."
"Kommt man denn da einfach so rein?", fragte Magnus. "Braucht man da keine Einladung?"
"Ach, Quatsch! Ihr kommt einfach durch den Künstlereingang. Das geht schon. Sagt einfach, daß ihr Freunde von mir seid."
Rob zwinkerte, und Gonzo nickte. Er war ein bißchen eifersüchtig, daß Magnus so einen interessanten Typen kennengelernt hatte. Er selbst trieb sich den ganzen Tag in der Stadt herum, um aufregende Bekanntschaften zu machen, erwies sich dabei jedoch als ausgesprochen glücklos. Neulich hatte er auf einer Party eine Schauspielerin kennengelernt, die demnächst in einer Folge von "Tatort" mitspielen sollte. Jung, sehr attraktiv, sehr lebendig. Auch der dunkle, katzenartige Typ, der ihm sehr gefiel. Bislang hatte sie jedoch noch keinen Gebrauch von seiner Telefonnummer gemacht.

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