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Glanzpunkte im Goethezeitportal aus den Jahren 2011-2013


 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Neujahrsentschuldigungskarten von Joseph Führich. Zu Neujahr 2014

(München Dezember 2013)

Die Neujahrsentschuldigungskarte (auch Neujahrs-Gratulations-Enthebungs oder -Befreiungskarte genannt) befreite von der lästigen Pflicht, allen Verwandten, Bekannten, Kollegen, Vorgesetzten usw. Neujahrsglückwünsche zu übermitteln - was zunächst persönlich durch einen Hausbesuch bzw. die Abgabe der Visitenkarte oder später, nach Aufkommen der Postkarte, durch eine Neujahrskarte geschah. Gegen eine Gebühr, ggf. verbunden mit einer darüber hinausgehenden Spende, kaufte man sich frei von der lästigen persönlichen Gratulationspflicht, denn die Liste der Spender wurde öffentlichkeitswirksam publiziert. Die Enthebungskarte verbreitete sich in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und in Bayern seit 1814 und hielt sich mancherorts bis in die 1930er Jahre. Der Beitrag beschreibt die Karten und skizziert ihre Geschichte und Verbreitung. Publiziert werden die 1831 bis 1838 entstandenen Prager Karten mit religiösen und patriotischen Motiven von Joseph Führich.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Weihnachten 2013. Eine Weihnachtsgabe

(München November 2013)

Unsere Weihnachtsgabe 2013 handelt von braven und unartigen Kindern. Dem Bilderbuch "Für Mutter und Kind" (1881) von Paul Thumann werden idyllische weihnächtliche Bilder entnommen, darunter der Nikolaus mit der Bescherung für die braven und der Rute für die unartigen Kinder. Zu diesen Motiven ist "Der ungenügsame Fritz" (1877/78), ein Münchner Bilderbogen Adolf Oberländers, ein pointierter Kontrast. Der unersättliche Lümmel wünscht sich die Belebung seiner üppigen Weihnachtsgaben: Schaukelpferd, Schachtelteufel, Militärfiguren, Nussknacker, Bär, Pelzmärtel, die er unwirsch zu Boden wirft. Eine Fee erfüllt Fritzens Wunsch: Die Gaben werden als Riesenfiguren lebendig, bedrohen und attackieren den Knaben. Aus dem Inferno errettet ihn der Pelzmärtel. Schließlich beendet die Fee den Albtraum: Fritz hat seine Lektion gelernt. Er wird ein braver Junge, wie ihn sich auch Hoffmann in seinem "Struwwelpeter" wünscht.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Kinder- und Jugendliteratur. Paul Thumann: Für Mutter und Kind

(München November 2013)

Paul Thumann, ein bekannter und hoch geschätzter Illustrator des späten 19. Jahrhunderts, hat mit dem Werk "Für Mutter und Kind" (1881) eine Sammlung alter und populärer Kinderreime mit neuen Bildern aus seiner Hand vorgelegt. Sie ist geordnet nach dem Jahreslauf mit seinen Festen (vor allem Weihnachten) und Vergnügungen für Kinder. Sie bildet somit ein kulturgeschichtliches Dokument - zum einen für die Geschichte der Kindheit und die der Mutter obliegenden frühkindlichen Erziehung im 19. Jahrhundert, und zum anderen für die idealisierenden, idyllischen Vorstellungen, die man sich im Bildungsbürgertum von der Kindheit machte. Das Goethezeitportal publiziert das gesamte Werk mit allen Illustrationen sowie den eingängigen und oft witzigen Reimen.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Orte kultureller Erinnerung: Brocken (Harz). Folge II: Goethes Brockenbesteigungen

(München November 2013)

Die zweite Brockenseite ist den drei Brockenbesteigungen Goethes (1777, 1783, 1784) gewidmet. Auf der ersten Brockenbesteigung entstand das Gedicht "Harzreise im Winter". Wir geben den Text, den vollständigen Kommentar von Kannegießer, den dadurch angeregten Selbstkommentar Goethes wieder. Aus der "Campagne in Frankreich" entnehmen wir die Erzählung der ersten Harzwanderung und des Besuches bei dem hypochondrischen Gelehrten Plessing, der zu dem berühmten Gedicht Anregungen gab. Die zweite Brockenbesteigung und die dritte, gemeinsam mit dem Zeichner Kraus, galten den geologisch-mineralogischen Interessen Goethes, insbesondere dem Studium des Granits. Die daraus entstandene Aufzeichnung "Über den Granit" sowie ein Gedicht auf seinen Enkel Walther, das die wechselnde Rolle von Steinen im Leben thematisiert, geben Einblick in Goethes naturgeschichtliche Spekulationen und formulieren grundlegende Ideen seiner Naturanschauung. Wo möglich werden die genannten Personen, Örtlichkeiten und die angesprochenen kulturgeschichtlichen Entwicklungen illustriert.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Orte kultureller Erinnerung: Brocken (Harz). Folge I: Landschaft, Naturerlebnis, Patriotismus und Tourismus in historischen Bildern und Texten

(München November 2013)

Die erste Seite zum Brocken (Harz) schildert die Landschaft mit ihren charakteristischen Granitfelsen, das wechselhafte Wetter, die berühmten Sonnenauf- und Sonnenuntergänge und das Phänomen des "Brockengespenstes". Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung des Tourismus, von dem Bilder und Texte, darunter eine Reisebeschreibung von Hans Christian Andersen, berichten. Vorgestellt werden die Schutzhütten und das Brockenhaus mit dem Brocken-Stammbuch und seinen Einträgen. Die patriotische Vereinnahmung von "Hermanns Felsenland" wird durch mehrere Zeugnisse, darunter ein Gedicht von Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, dokumentiert. Somit bietet die Seite ein vielseitiges Bild vom Brocken als Natur- und Kulturlandschaft.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: Heinrich von Kleist
: »Der zerbrochene Krug« illustriert von Adolph Menzel

(München Oktober 2013)

Heinrich von Kleists Schauspiel "Der zerbrochene Krug" war das letzte große, 1877 im Verlag von Albert Hofmann & Co. in Berlin erschienene Illustrationswerk von Adolph Menzel. Das Goethezeitportal publiziert die Illustrationen und Vollbilder des großformatigen Prachtwerks mit dem vollständigen Text und macht von allen Bildern Ausschnitte bzw. Vergrößerungen, um die meisterhafte Umsetzung der Zeichnungen Menzels im Detail zu zeigen. Interpretiert wird das allegorische Eingangsblatt. Als PDF-Datei wird die Einleitung von Franz Dingelstedt beigegeben, welche die Bedeutung des Lustspiels würdigt, über dessen Entstehung, über die Uraufführung, die ersten Darsteller des Dorfrichters Adam und deren Interpretationen der Rolle sowie über die Aufführungsgeschichte informiert. Hinzugefügt sind biographische Notizen zu Menzel  und den reproduzierenden Künstlern.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Orte kultureller Erinnerung: Die Loreley Teil II

(München August 2013)

Die Loreley ist von Clemens Brentano in seinem Gedicht „Zu Bacharach am Rheine“ (1801) erfunden worden, aber erst Heines Gedicht „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ (Erstdruck 1824) ist zum Volkslied und durch ihn die Loreley zur Sagenfigur geworden. Oft vertont und noch öfter illustriert, weitergedichtet und verspottet, hat dieses Gedicht eine schier unglaubliche Breitenwirkung erlangt und den Loreley-Felsen am Rhein zu einem „magischen Ort“ werden lassen. Das Goethezeitportal publiziert im neu eingeführten "Magazin" zahlreiche Illustrationen, mit einem Schwerpunkt auf Humorkarten. Wiedergegeben werden auch die Texte - in der Regel also die Adressseiten - für Untersuchungen zur Kommunikation über Postkarten.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Orte kultureller Erinnerung: Die Loreley

(München August 2013)

Die Loreley ist von Clemens Brentano in seinem Gedicht „Zu Bacharach am Rheine“ (1801) erfunden worden, aber erst Heines Gedicht „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ (Erstdruck 1824) ist zum Volkslied und durch ihn die Loreley zur Sagenfigur geworden. Oft vertont und noch öfter illustriert, weitergedichtet und verspottet, hat dieses Gedicht eine schier unglaubliche Breitenwirkung erlangt und den Loreley-Felsen am Rhein zu einem „magischen Ort“ werden lassen. Das Goethezeitportal publiziert das Gedicht mit weiteren Texten zur Loreley, zahlreichen Illustrationen und einem Aufsatz von Sven Hanuschek zur Machart des Heine-Gedichtes und dessen „mythischen Qualitäten“.

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»Goethe-Motive auf Postkarten« - Mignon-Serien

Inge Nunnenmacher: Wilhelm Hauff und sein Roman »Lichtenstein« Folge II

(München Juli 2013)

Es gibt viele Burgen, die im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut oder restauriert wurden. Aber keine hatte ein Romanschloss als ‚Vorlage‘ – so wie der Lichtenstein, das „Märchenschloss“ Württembergs, nur wenige Jahre nach dem Erscheinen von Wilhelm Hauffs Roman „Lichtenstein“ (1826) erbaut. Wie es zu diesem Schlossbau kam, wer der Bauherr und die Architekten waren und in welcher Form der Dichter selbst im Burgareal gegenwärtig ist, erfahren Sie in dieser zweiten Folge zu Hauffs „Lichtenstein“.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Märchenmotive auf Postkarten und Werbemarken  »Schneewittchen«

(München Juni 2013)

Die Märchen-Serie des Goethezeitportals wird fortgesetzt mit "Schneewittchen", einem der bekanntesten Kinder- und Hausmärchen. Der von Ludwig Richter illustrierten Fassung der Brüder Grimm wird die Bearbeitung durch Ludwig Bechstein in seinem "Deutschen Märchenbuch" an die Seite gestellt. Motive wie der Wahrheitsspiegel ("Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?"), die sieben Zwerge über den sieben Bergen, der vergiftete Apfel oder der gläserne Sarg sind in das kulturelle Alltagswissen aufgenommen worden. 30 Illustrationen auf Postkarten (gemalte Postkarten von 7 Künstlern und Fotopostkarten) und auf Werbemarken der Firma Heinr. Franck Söhne geben einen Überblick über die populären Szenen der Handlung und den Stilpluralismus ihrer Darstellungen.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Panorama der deutschen Klassiker. Eine Auswahl von 12 Stahlstichen

(München Mai 2013)

Das Mitte des 19. Jahrhunderts erschienene "Panorama der deutschen Klassiker. Gallerie der interessantesten Scenen aus den Meisterwerken deutscher Poesie und Prosa" ist reich bebildert. Das Goethezeitportal hat 12 Illustrationen zu Werken von Chamisso, Freiligrath, Goethe, Hebel, Heine, Herder, Lenau, Schiller und Uhland ausgewählt und fügt die Texte, wo nötig auch Erläuterungen bei. Die Bilder sind nach Zeichnungen von Carl Alexander Simon und Johann Baptist Zwecker in "Carl Mayer's Kunst-Anstalt in Nürnberg" in Stahl gestochen worden. Für das "eigentümliche gefällige Lustre" ihrer nuancenreichen Stiche war diese Kunstanstalt seinerzeit bekannt. Über die Anstalt und die Zeichner orientieren Kurzbiographien.

 

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»Goethe-Motive auf Postkarten« - Mignon-Serien

Inge Nunnenmacher: Wilhelm Hauff und sein Roman »Lichtenstein« Folge I

(München März 2013)

Der schwäbische Dichter Wilhelm Hauff (1802–1827) hinterließ in einer nur knapp dreijährigen Schaffenszeit ein beachtliches Gesamtwerk. Sein historischer Roman "Lichtenstein. Romantische Sage aus der württembergischen Geschichte" wurde zu seinem „Markenzeichen“. Wir stellen den Autor und seinen Roman vor, zeigen an einer Romanfigur, dem Pfeifer von Hardt, was diesen so populär machte. Wir werfen auch einen Blick auf Hauffs Dichterkollegen Gustav Schwab und wie sie beide mit ihren Texten zur Popularisierung württembergischer Geschichte beitrugen.

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  Jutta Assel und Georg Jäger: 
Ei, ei, ein Ei
. Dokumentation zu Ostern 2013.
Mit der Erzählung von Christoph von Schmid
 "Die Ostereier"

(München März 2013)

Die Seite zum diesjährigen Ostern ist den Ostereiern gewidmet. Das Goethezeitportal publiziert "Die Ostereier" von Christoph von Schmid, die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Kinder- und Volkserzählung über Ostereier. Das 1816 erstmals veröffentlichte, in zahlreiche Sprachen übersetzte Werk versteht sich als Beitrag zur christlichen und sittlichen Erziehung; mit seinen Sittensprüchen enthält es "eine ganze Sittenlehre für Kinder im kleinen". Über den Autor, einen katholischen Geistlichen, orientiert eine Kurzbiographie. Einer anderen, säkularen Welt gehören die Fotopostkarten von der Jahrhundertwende bis in die 1920er Jahre an. Mit fantasievollen Arrangements, witzigen Einfällen und kreativen Montagen kreisen sie um das Osterei und verstehen dabei Ostern als Kinderfest.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Otto Roquette
: »Waldmeisters Brautfahrt
. Ein Rhein-, Wein- und Wandermärchen.« Illustriert von Arpad Schmidhammer

(München Februar 2013)

Obschon Otto Roquettes episches Gedicht "Waldmeisters Brautfahrt. Ein Rhein-, Wein- und Wandermärchen", 1851 erstmals publiziert, ein Best- und Longseller wurde (97.-100 Tsd. 1924), gibt es nur eine durchgehend illustrierte Ausgabe, ein Prachtwerk von 1897. Arpad Schmidhammer (1857-1921), Münchner Maler und Illustrator für Zeitschriften, Kinder- und Jugendliteratur, speziell auch für Märchen, hat die Ausgabe reich bebildert (5 Vollbilder, Kopfvignetten zu den neun Kapiteln) und mit Buchschmuck (Vignetten, Randleisten u.a.m.) versehen. Das Goethezeitportal gibt alle Illustrationen und ein Teil des Buchschmucks mit Erläuterungen und Bezugstexten wieder. Eine Inhaltsskizze von "Waldmeisters Brautfahrt" führt in die Handlung ein, Notizen zu Roquette und Schmidhammer orientieren über den Autor und Illustrator.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Otto Roquette
: »Noch ist die blühende, goldene Zeit. 
Noch sind die Tage der Rosen« Illustrationen auf Postkarten

(München Februar 2013)

Von Otto Roquette (1824-1896), einem der kleineren Dichter (poetae minores) im Gefolge der Romantik und Klassik, stammt eines der auflagenstärksten epischen Gedichte des 19. Jahrhunderts: "Waldmeisters Brautfahrt". Von dem 1851 erschienenen "Rhein-, Wein- und Wandermärchen" kam 1924 das 97.-100. Tausend auf den Markt. Das in das Märchen eingelegte Liebeslied "Noch ist die blühende goldene Zeit, / Noch sind die Tage der Rosen" wurde ein populäres Volkslied und eines der bekanntesten Rosengedichte. Seine Popularität verdanken das Lied und das Märchen insgesamt nicht zuletzt den vielfachen Vertonungen und musikalischen Bearbeitungen (Ouverture, Oper, Ballett u.a.m.). Das Goethezeitportal publiziert 36 Illustrationen auf Postkarten der Jahrhundertwende, skizziert den Inhalt des Märchens und fügt Notizen zur Biographie des Autors bei.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Dichter- und Zitaten-Quartett
. Mit Bildnissen von Karl Bauer

(München Januar 2013)

Vorgestellt wird das „Dichter- und Zitaten-Quartett“ (1937), das der Maler und Zeichner Karl Bauer für den Spiele-Verlag von Jos. Scholz in Mainz gestaltet hat. Es enthält je vier Karten zu 12 Dichtern von Lessing über Goethe, Schiller, Kleist, Eichendorff, Körner, Uhland, Grillparzer, Keller, Liliencron, Löns bis zu Eckart, dem „Parteidichter“ der NSDAP. Für idealisierende und heroisierende Bildnisse historischer wie lebender Persönlichkeiten war Bauer bekannt. Von George, dessen frühem Kreis er angehörte, hat er das maßgebliche Bildnis entworfen, als "Schöpfer vieler ausgezeichneter Bildnisse des Führers" erhielt er 1938 die "Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft". Um zu verstehen, in welchen Kontexten dieses der nationalsozialistischen Literaturpolitik dienende Dichterquartett entstand, werden der Dokumentation umfängliche Notizen zum Quartett und den ausgewählten Zitaten, zum Künstler und zum Verlag beigegeben, die auf nationalistisches und völkisches Ideengut weisen.

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  Jutta Assel und Georg Jäger: 
Neujahr 2013. Neujahrswünsche auf Grafiken
 von Künstlern der Goethezeit

(München Dezember 2012)

Zu Neujahr 2013 stellt das Goethezeitportal 12 grafische Neujahrswünsche von Malerradierern der Goethezeit vor: von Josef Fischer (1769-1822), Joseph Bergler d. J. (1753-1829) und Johann Adam Klein (1792-1875). Die Seite führt in die Geschichte, die Formenvielfalt und den Gebrauch der graphischen Glückwunschblätter ein, charakterisiert die Künstler und beschreibt die einzelnen Bilder. Die Künstler werden in Kurzbiographien vorgestellt, Literaturhinweise und Weblinks hinzugefügt.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Illustrationen von Daniel Chodowiecki
 zu Schillers »Kabale und Liebe«

(München Dezember 2012)

Chowiecki gibt in seinen feingestochenen, etwas steif wirkenden 12 Almanach-Kupfern die jeweiligen Schillerschen Textstellen in sparsamer Charakterisierung der Menschen und Handlungsorte wieder. Die gewählten Zimmer-Ausschnitte wirken wie Segmente einer schmalen Kastenbühne. Sie sind mit ihren wenigen Möbeln, Gegenständen und Wandverzierungen als die Lebensräume der isoliert stehenden Frauen und der agierenden Männer gekennzeichnet. Hell heben sich die Figuren von dem dunkleren - da dichter schraffierten - Hintergrund ab, was den Bühneneindruck verstärkt. Trotz des Miniaturformates kann der Leser / Betrachter die wechselnden Stimmungen der Szenen auch emotional nachvollziehen.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Illustrationen von Heinrich Lossow zu Schillers »Kabale und Liebe«

(München Dezember 2012)

Fast 100 Jahre später als Chodowiecki schuf Heinrich Lossow seine Vorlagen für die Holzstich-Illustrationen zu "Kabale und Liebe", die in Wilhelm Hechts Xylographischer Anstalt von verschiedenen Reproduktionskünstlern gefertigt wurden. Neben den fünf Vollbildern sind verschieden große Illustrationen und Schlussvignetten in den Text eingestreut, ohne begrenzende Rahmenlinien und häufig mit freiem Außenkontur der Holzstöcke. Die eingestreuten Illustrationen zeigen die Personen meist nahsichtig (z.B. als Kniestücke oder Porträts) und locker skizziert sowie ohne definierten Hintergrund. In den Vollbildern agieren Männer wie Frauen als Ganzfiguren in durch die jeweilige Ausgestaltung sozial klar bestimmten Räumen. Kostüme und Interieurs des Adels sind im Rokokostil gehalten; Kostüm und Behausung des Stadtmusikus Miller sind schlicht.

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  Jutta Assel und Georg Jäger: 
Weihnachten 2012. Fotomontagen auf Postkarten 
und Weihnachtslieder

(München November 2012)

Die diesjährige Weihnachtsseite ist den Fotomontagen auf alten Postkarten und Weihnachtsliedern gewidmet. Dokumentiert werden 17 Postkarten und Weihnachtslieder aus dem 18. (M. Denis, "Tauet, Himmel, den Gerechten"; Chr. Fr. D. Schubart, "Der Hirten Lied am Kripplein") und 19. Jahrhundert (Christoph von Schmid, "Ihr Kinderlein kommet"; H. Kletke, "Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen") sowie die anonymen Volksgedichte "Es kam die gnadenvolle Nacht" und, in der schwäbischen Variante, "Es hat sich halt eröffnet das himmlische Tor". Erläutert werden Aufkommen und Entwicklung, Erscheinungsweise und Techniken der Fotomontage auf Postkarten; zum genauen Sehen laden Hinweise zu den einzelnen montierten Bildern ein.

 

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Paul Mila: Faust Illustrationen

(München November 2012) 

Der heute weitgehend unbekannte Berliner Maler Paul Mila, geboren um 1789 und gestorben um 1862/63, war zeitgenössisch besonders für seine Bildnisse bekannt; als sein Hauptwerk gilt der zerstörte "Antikenfries" im Berliner Stadtpalais des Prinzen Karl von Preußen. In den 1830er Jahren schuf Mila sieben Kreidezeichnungen zum Faust, bei denen er die Kerkerszene beeindruckend ausgestaltet hat. Seinen gesellschaftlichen Ruf ruinierte der Künstler mit der Skandalgeschichte seiner kurzen Ehe mit Agnes Rauch, der ältesten Tochter des Bildhauers Christian Daniel Rauch, 1827. Das Sittenbild, das sich mit der gescheiterten Verbindung Milas, des unehelichen Sohns von Aloys Hirt (Goethes "Antiquarius"), mit der unehelichen Tochter von Rauch entfaltete, rief bei Zelter Goethes "Wahlverwandtschaften" ins Gedächtnis zurück. "Man ist viel zu leichtsinnig solche Casus wie Meteorsteine anzuschauen."

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Franz Simm: Illustrationen zu Goethes Faust

(München November 2012) 

Franz Simms Illustrationen zu Goethes "Faust", in unterschiedlichen Größen, Formen und Stilen entworfen, sowie die Vignetten und Schmuckleisten sind typisch gründerzeitliche Kompositionen. Nach seinen Zeichnungen wurden von verschiedenen Holzstechern die Klischeevorlagen für den Druck gefertigt. Den dekorativen Jugendstil-Einband entwarf ein anderer Künstler (Georg Belwe?). Simms effektvolle Inszenierungen zeigen meist Szenen mit ausdrucksstark agierenden Figurengruppen. Die starken Licht-Schatten-Kontraste wie auch die ungewöhnliche Szenen-Auswahl und -Gestaltung fesseln das Interesse an diesen relativ unbekannten Faust-Bildern.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Sagenmotive auf Postkarten: Kunigunde von Kynast.

(München September 2012)

Über die Burg Kynast, auf einem hohen Granitfelsen im Riesengebirge in Schlesien gelegen, gibt es mehrere Sagen, am bekanntesten wurde die Sage von Kunigunde von Kynast. "Sie war sehr schön, aber auch sehr eigensinnig, denn ihr Vater hatte ihr als seinem einzigen Kinde in jeder Hinsicht unbeschränkte Willensfreiheit gelassen und sie nicht wie ein Mädchen, sondern wie einen Junker erzogen." Ihr über alles geliebter Vater stürzte zu Tode in den "Höllengrund", als er betrunken die Burgmauer umreiten wollte. Aller Freier, die sich nun einstellten, entledigte sich die kalte und stolze Kunigunde, indem sie nur zum Gemahl zu nehmen bereit war, dem die Burgmauer zu umreiten gelang. Alle, die es wagten, zerschellten wie ihr Vater im Abgrund, bis ein Landgraf von Thüringen das gefährliche Kunststück vollbrachte. Er aber, zu dem sie vom ersten Anblick an in heftige Liebe fiel, rächte die toten Freier und strafte Kunigunde. Diese Sage bildet den Stoff zu Balladen von Theodor Körner und Friedrich Rückert. In Körners Ballade höhnt der Landgraf: "Verschmähter Liebe unendlicher Schmerz / Das hatt' ich bei Gott mir versprochen, / Du solltest ihn fühlen! / Jetzt ist dein Herz / Gebrochen." Gegen den Strich gelesen hat die Sage die Frauenrechtlerin Louise Otto. Bei ihr spricht Kunigunde: "Und war es doch mein einziges Verbrechen, / Nicht ohne Lieb zur Sklavin mich zu machen! / Das wollten nur die stolzen Männer rächen, / Das ist's, was sie noch heut an mir verlachen!".

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Märchenmotive auf Postkarten: »Tischlein deck dich«. Illustriert von Ludwig Richter, Georg Mühlberg und Paul Hey

(München September 2012)

Das Märchen "Tischchendeckdich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack" aus den "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm handelt von diesen wundersamen Geschenken, die den drei Söhnen eines armen Schneiders auf ihrer Wanderschaft geschenkt werden. Das Goethezeitportal bringt den Text der Brüder Grimm mit den Illustrationen von Ludwig Richter (1803-1884), eine Serie von sechs Bildpostkarten von Georg Mühlberg (1863-1925) und drei Sammelbilder von Paul Hey (1867-1952), die das populäre Märchen illustrieren. Beigegeben sind die Fassung von Ludwig Bechstein aus seinem "Deutschen Märchenbuch" sowie Hinweise auf die Verwendung der Motive in der Literatur des 19. Jahrhunderts.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Taormina: Land und Leute. Auszüge aus Reisebeschreibungen der Goethezeit 
und Motive auf alten Postkarten

(München September 2012)

Die Reisenden der Goethezeit besuchten Sizilien vor allem wegen seiner antiken Denkmäler. Doch interessierten sie sich auch für Land und Leute; so frugen sie nach den Gründen der Armut in einem so fruchtbaren und einst so reichen Land, nach den sozialen Ursachen und den gesellschaftlichen Folgen der zahlreichen Klöster, ihnen fiel die faktische Leibeigenschaft der Bauern auf usw. Ihre Beobachtungen fügten die Reisenden zu einem "Nationalcharakter" der Sizilianer, d.h. deren Charaktermerkmalen, Auftreten und Sitten, deren Tugenden und Laster zusammen. Dabei gingen die Reisenden zumeist kritisch vor, sie brachten zwar Klischees aus ihrer nordischen und zumeist protestantischen Heimat mit, wie die vom 'sinnlichen' Süditaliener, der in den Tag hineinlebt, oder den noch unverdorbenen Bergbewohnern, kritisierten und korrigierten sich jedoch im Zuge ihrer Beobachtungen. Die sieben Auszüge aus Reisebeschreibungen der Goethezeit dokumentieren zusammen mit zahlreichen alten Bildpostkarten Leben, Tätigkeiten und Trachten der Sizilianer in und um Taormina.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Taormina: Der Ätna. 
Ansichten auf alten Postkarten und Reisebeschreibungen

(München September 2012)

Unter zehn Reisenden, schätzt Wilhelm Waiblinger, gelingt die Besteigung des Ätna "kaum einem" - auch Goethe begnügte sich mit dem Doppelgipfel des Monte Rosso. Wem die Besteigung gelang und wer einen Blick in den Schlund warf, der konnte mit dem Landschaftsmaler Graß sagen: "nun war der ganze Ätna mein; nun war ich in Sizilien gewesen." Das Goethezeitportal veröffentlicht Ausschnitte aus acht Reisebeschreibungen der Goethezeit, darunter die bekannten Schilderungen von Brydone, Riedesel und Seume. Beschrieben werden die Mühen des Auf- und Abstiegs, die drei Vegetationsgürtel um den Berg, die Lavaströme, Stein- und Aschenfelder, der Hauptkrater mit seinen zahlreichen Nebenkratern, Schutzhütten und -höhlen etc. Die Aussicht und insonderheit den Sonnenaufgang vom Gipfel zu schildern - den Blick über Siziliens Küste bis nach Kalabrien - reichten den Reisenden die Worte nicht. "Man glaubet der Natur zu gebieten, und scheint über die Menschheit erhaben, wenn man sich über alles, was sterblich ist, so hoch empor siehet", schreibt Riedesel, und Waiblinger notiert: "Ich glaubte zu sehen, wie Gott die Welt schaffe." Die Reisebeschreibungen werden ergänzt durch alte Ansichten vom Ätna, sowohl von Taormina wie von Catania aus, mit Fotodokumenten des beschneiten, stets rauchenden Vulkans, von Eruptionen und zerstörerischen Lavaströmen.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
»Legenden-Motive auf Postkarten«: Joseph Ritter von Führich: Genoveva II

(München August 2012)

Ludwig Tiecks "Leben und Tod der heiligen Genoveva", erschienen 1800 in seinen "Romantischen Dichtungen", wurde im frühromantischen Jenaer Zirkel "einmütig mit Beifall bedacht" (Roger Paulin) und fand zahlreiche Nachfolger. Das zugrunde liegende Volksbuch hatte Tieck durch seine "Einfalt und Treuherzigkeit" besonders angezogen (Tieck im Gespräch mit Rudolf Köpke). In der "wahrhaft poetischen Behandlung" des Stoffes, die Goethe hervorhob- dem die Dichtung, die ihm der Autor vorlas, bleibenden Eindruck machte -, suchte er einen volkstümlichen, lyrischen und rührenden Ton zu treffen. Ist "erst einmal die Heldin in die Wildnis verstoßen, dann findet sich alles beisammen, was zum religiösen Gefühl des [19.] Jahrhunderts an sentimentalen Obertönen gehört: die Wärme, die Atmosphäre andächtiger Empfindung, die entblößte Heilige, schicklich dennoch in ihrer Tugend, bei ihr das Kind, die frommblickende Hirschkuh, Vögel und Getier des Waldes." (Roger Paulin) In den Umrisszeichnungen von Joseph von Führich fand dieser Ton samt der idealen Vorstellung vom Mittelalter eine kongeniale bildliche Umsetzung. Tiecks "Genoveva", erinnert sich Führich, "schien mir der Gegenstand zu sein, an dem ich mich selbst und meine romantische innere Welt mir und anderen zum Teil zur Anschauung bringen könnte." Der erste Genovefa-Zyklus, den Führich 1826 zeichnete, fand in Wien in hohen und höchsten Kreisen, so auch bei Staatskanzler Metternich, Anklang und brachte dem Künstler ein Reisestipendium nach Italien. 1831 erschien das gesamte Werk, wurde ein Erfolg und mehrfach bis ins beginnende 20. Jahrhundert aufgelegt. Das Goethezeitportal publiziert das Werk vollständig mit Text und Erläuterungen.

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 Klaus H. Kiefer: 
Die „Schmetterlinge“ der Revolution.
 Goethes „Recension einer Anzahl französischer satyrischer Kupferstiche“ 1797

(München Juli 2012) 

Da General Bonaparte in Oberitalien Krieg führt, kann Goethe nicht die geplante zweite Italienreise antreten. Als er August 1797 in Frankfurt Station macht (um dann nur die Schweiz zu bereisen), erhält er dank einer Sammlung von 200 französischen Kupferstichen Einblick in die außen- und innenpolitische Lage Frankreichs nach Ende der Jakobinerdiktatur. Goethe wertet 55 der Stiche aus ‒ der gemeinsame Nenner lautet „Satire“ (gegen „Einheimische“ und gegen „Fremde“) ‒ und diktiert seine Eindrücke zwecks weiterer Verwendung. Das Vorhaben, seine „Recension“ zu einem Beitrag für Schillers „Horen“ und nach deren Einstellung für seine „Propyläen“ auszuarbeiten, bleibt unausgeführt, vielleicht auch, weil er die (inzwischen vermutlich verstreute) Sammlung „aus den Augen“ verloren hatte. Erst die Münchner Ausgabe würdigt Goethes „kunstsoziologischen“ Versuch, der in der deutschen Revolutionsrezeption einzigartig ist. Die von Klaus H. Kiefer wieder zusammengetragenen und kommentierten Stiche illustrieren Goethes morphologische „Sicht“ der geschichtlichen Entwicklung. Im Bild der „ausgekrochenen Schmetterlinge“ begrüßt er die bunte und bewegte Epoche des Directoire als Metamorphose der Französischen Revolution.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Taormina: Ort, Theater, Umgebung. Ansichten auf alten Postkarten und Reisebeschreibungen

(München Juni 2012)

Nach dem antiken Theater stellt das Goethezeitportal die Stadt Taormina mit ihrer Umgebung vor. Die Motive umfassen Gesamtansichten, den Dom mit seinem Brunnen und dem Wahrzeichen der Stadt: der Zentauressa, Kirchen und Paläste - darunter der Palazzo Corvaia, Palazzo Ducale S. Stefano und Badia Vecchia in einem Mischstil aus gotischen und arabischen Elementen -, Ansichten der Stadt mit weiteren Denkmälern aus der Antike und der Zeit der Sarazenen, der Küste mit der Felseninsel Isola Bella, Capo S. Andrea und Capo Taormina sowie Castel Mola, über der Stadt auf einem Felsen. Auszüge aus vier Reisebeschreibungen der Goethezeit, darunter eine detaillierte Beschreibung des antiken Theaters, dokumentieren den damaligen Wissensstand wie auch die herrschenden Meinungen. Besucht wurde "die unglückliche, spitzbübische Stadt Taormina", "das verrufenste, ödeste und düsterste Nest " (Kephalides), allein um des Theaters und der Aussicht auf den Ätna wegen. Den meist norddeutsch und protestantisch geprägten Reisenden fiel die Armut der Bewohner und deren Mangel an Industriosität, d.h. "Selbstdenken", Thätigsein" und "Verbeßrung" auf (Bartels), sie prangerten das Mönchswesen und die Bettelei mit dem Leben in den Tag hinein an. Erst im Zuge des Tourismus wurde die Romantik des Ortes entdeckt, wie sie die alten Postkarten herausstellen. 

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Taormina: Das antike Theater. Ansichten auf alten Postkarten und Reisebeschreibungen

(München Juni 2012)

Die Sizilienreisenden der Goethezeit besuchten Taormina wegen des gut erhaltenen antiken Theaters, das auf einem Felsen über den Ort gelegen ist und eine fantastische Aussicht gewährt auf das Meer, die Küste und den rauchenden, schneebedeckten Ätna; sie genossen insbesondere Sonnenaufgang und Sonnenuntergang von den obersten Sitzen des Theaters. "Aetna! wer malt dein Bild, wo die Natur dich in deiner vollen Hoheit und Größe malt! Solche Töne und Tinten mischt keines Künstlers Hand, und so malt kein Sterblicher", schreibt der Maler Carl Graß. Das Goethezeitportal publiziert Auszüge aus vier Reisebeschreibungen vom späten 18. bis ins frühe 19. Jahrhundert, darunter Goethes "Italienische Reise", und dokumentiert mit 25 Ansichten den "touristischen" Blick auf das Theater in den verschiedenen Ausgrabungszuständen und vom Theater auf den Ort, die Küste und immer wieder den Ätna. In Vorbereitung sind weitere Seiten zur Stadt, zur Besteigung des Ätna und über Land und Leute.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Gedichte von Droste-Hülshoff mit Illustrationen von Gerhard Wedepohl

(München Mai 2012)

Das Goethezeitportal publiziert Gedichte der Droste mit Illustrationen von Gerhard Wedepohl, einem niederdeutschen Künstler des "Heimatstils". Sie erschienen 1922 in der Reihe "Lebensbücher der Menschen" des Münchner Verlegers Hermann Adolf Wiechmann. Die Gedichte Drostes werden hier ob ihres "großen dauernden Wertes auch für die heute lebenden Menschen" gepriesen und als Antidot gegen "Materialismus und Mechanismus" aufgerufen. Wiechmann sucht die Gedichte seinem völkischen und wertkonservativen Heimatbegriff dienstbar zu machen. Einem ganz anderen Rezeptionsstrang gehört der Artikel von Jakob Mähly an, der 1877 in der "Allgemeinen Deutschen Biographie" erschien. Mähly nennt die Dichterin eine "groß angelegte Menschenseele" und resümiert: "Bei ihr gibt es nichts Verschwommenes, Gefühlseliges und Unfertiges, ihr Charakter ist Schärfe und Entschiedenheit." Somit stellt das Goethezeitportal zwei extrem verschiedene Rezeptionsweisen vor, die nur im hohen Lob der Dichterin übereinstimmen.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
»Die sieben Raben«
. Eine Postkartenserie von Oskar Herrfurth

(München April 2012)

Die Illustrationen von Oskar Herrfurth (1862-1934), insbesondere zu den Lügengeschichten des Barons von Münchhausen und zum Schlaraffenland, finden regen Anklang bei unseren Lesern. Darum folgt hier die Postkartenserie zum Märchen von den sieben Raben. Beigefügt haben wir den Text des Märchens in der Fassung letzter Hand der "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm und von Ludwig Bechstein, mit zwei zusätzlichen Illustrationen von Ludwig Richter. Notizen zu Herrfurth runden die Seite ab.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
»Wenn ich ein Vöglein wär«

(München April 2012) 

Die Folge von Volksliedern und deren Illustrationen setzt das Goethezeitportal fort mit dem populären Gedicht "Wenn ich ein Vöglein wär ...". Das Lied wurde von Herder in die Sammlung "Stimmen der Völker in Liedern" und von Arnim und Brentano in "Des Knaben Wunderhorn" aufgenommen. In der Rezension von "Des Knaben Wunderhorn" fasst Goethe sein Urteil über das Gedicht in den Worten zusammen: "Einzig schön und wahr." Der gleichsam 'kanonische' Text dieser Sammlungen wird von überaus zahlreichen Bearbeitungen, Um- und Weiterdichtungen begleitet, bei denen es auch zu einer Vermengung mit anderen populären Gedichten wie "Ach, wie ist's möglich dann" von Helmine von Chézy kommt. Die beigegebenen Illustrationen umfassen drei Postkartenserien von je sechs Stück und über zehn Bilder auf Einzelpostkarten. An den Illustrationen lässt sich die Umsetzung des Sehnsuchtsmotivs in Szenen und Gesten studieren, an den begleitenden Texten der freie Umgang mit der Vorlage. Beigegeben sind Heines Spott im "Buch der Lieder" auf die allgegenwärtige "Sentimentalität" in der Breitenrezeption dieses Gedichts sowie eine Szene aus den "Reiseschatten" von Justinus Kerner, in der die Distribution von Volksliedern und Volksbüchern auf witzige Weise in Szene gesetzt wird.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Adelbert von Chamisso. Lebens-Lieder und Bilder 
Illustriert von Paul Thumann

(München März 2012)

Der aus 22 Gedichten bestehende Zyklus "Lebens-Lieder und Bilder" (1831) von Adelbert von Chamisso hat den idealen bürgerlichen Lebenslauf vom Knaben und Mädchen bis zu Heirat, Heim mit eigenen Kindern und dem Soldatentod des Mannes zum Inhalt. Die eingängigen, mehrfach vertonten Verse popularisieren die bürgerlichen Werte mit der ihnen zugrunde liegenden Geschlechterphilosophie. Das vorliegende Prachtwerk aus dem Jahr 1880, ein "coffee table book" für den Salon, enthält von Paul Thumann, einem seinerzeit beliebten und hochgeschätzten Illustrator, neun Vollbilder in Lichtdruck. Darüber hinaus hat der Verlag für einen reichen Buchschmuck in Holzschnitt und einen repräsentativen, in die Augen fallenden Einband (Kaliko mit Gold- und Silberpressung) gesorgt. Somit spricht die Seite literarische, ideologiegeschichtliche und buchwissenschaftliche Interessen gleichermaßen an.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Friedrich von Schiller »Die Bürgschaft«. Lithographiert von Joseph Trentsensky

(München Februar 2012)

Im Wiener Verlag Trentsensky, der heute vor allem für seine Bilderbogen ("Mandlbogen") und Papiertheater bekannt ist, erschien um 1825 ein Heft mit sechs Lithographien zur Ballade "Die Bürgschaft" von Schiller. Die Serie orientiert sich an der klassizistischen Umrissillustration mit Schattenschraffuren, wie sie für historische Kompositionen gängig waren. Diese Publikation, die in Bibliotheken nicht nachgewiesen ist, wird vom Goethezeitportal vollständig wiedergegeben.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Hans Stubenrauch: Faust-Illustrationen

(München Januar 2012) 

Über den Münchner Illustrationszeichner Hans Stubenrauch gibt es nur wenige gesicherte Daten. Diese weisen als sein Tätigkeitsfeld weniger die scharf karikierende als die launige Zeichnung zum Schmunzeln aus, wie man z.B. aus einigen Illustrationen in den „Fliegenden Blättern" ersehen kann, denen er als Mitarbeiter seit 1907 angehörte. Anders als viele seiner Kollegen blieb Stubenrauch dem ‚altmodischen’ realistischen Stil des traditionellen Witzblattes treu, d.h. er ‚stilisierte’ nicht, wurde kein Jugendstil-Künstler. Die Postkarten-Serie zum Faust, die vielleicht um 1930 datiert werden kann, zeigt Stubenrauch jedoch als durchaus eigenwilligen Künstler: Neben den herkömmlichen Kompositionen im Freien („Osterspaziergang“, „In Marthens Garten“) sind die Interieurszenen in Themenwahl und Gestaltung originell: vor einen intensiv orangengelben Licht im Hintergrund hebt sich jeweils Fausts Gestalt monumental ab. Besonders der „Erdgeist“ schlägt nicht nur Faust, sondern auch den Betrachter in seinen Bann. Da das Werk des 1941 verstorbenen Künstlers mit Beginn des Jahres 2012 gemeinfrei geworden ist, kann das Goethezeitportal die dem Faust-Zyklus gewidmete Seite freischalten.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Illustrationen zu Goethes »Egmont«

(München Dezember 2011)

Die über 40 Illustrationen zu Goethes "Egmont", die das Goethezeitportal vorlegt, konzentrieren sich auf die Liebesgeschichte Klärchens, auf der die Bekanntheit und Beliebtheit der Tragödie beruht. 12 Illustrationen stammen von Paul Thumann (1834-1908), "einem der beliebtesten Illustratoren des letzten Viertels des 19. Jahrhunderts" (Thieme-Becker). Die über 25 Motivpostkarten belegen, wie Zitate aus "Klärchens Lied" aus ihrem Zusammenhang gerissen wurden, zu Geflügelten Worten aufstiegen und als solche auch in Witzkarten parodiert wurden. Die Dokumentation bietet somit einen Einblick in Popularisierungsprozesse eines klassischen Dramas im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

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Inge Nunnenmacher: Konrad Kochers Besuch bei Goethe

Der schwäbische Musiker Konrad Kocher (1786 – 1872) besuchte im April 1819 Goethe in Weimar, wobei, wie der Dichter schrieb, der aufstrebende Opernkomponist aus Stuttgart ihm „durch musikalischen Vortrag und Gespräch wirklich Interesse abgewonnen“ hat.

Wie es zu diesem Gespräch gekommen war, welche Folgen es für den 33-jährigen Musiker hatte und wer dieser Konrad Kocher überhaupt war, lesen Sie in diesem Beitrag für das Goethezeitportal.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Weihnachten 2011. Die Weihnachtskrippe
: Hirten, Drei Könige, Sternsingen

(München November 2011)

Die diesjährige Weihnachtsseite ist der Krippe (mit der Verkündigung an die Hirten, der Anbetung des Christkindes und den drei Weisen aus dem Morgenland) gewidmet. Die Beispiele illustrieren die Breite der Überlieferung - von tief religiösen Bildern und Texten bis zur blasphemischen Provokation. Erstmals werden Bilder aus Bilderbibeln (u.a. von Friedrich Olivier) und Beispiele homiletischer Texte hinzugefügt. Ein eigener Abschnitt gilt dem Brauchtum der Weihnachtskrippe und dem Sternsingen am Festtag Heilige Drei Könige. Autoren der ausgewählten Gedichte sind u.a. Droste-Hülshoff, Goethe, Heine, Klabund, Schenkendorf, A. W. Schlegel und Ludwig Thoma.

 

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
»Egmont. Ein Trauerspiel« Mit Text- und Bilddokumenten

(München November 2011)

Das Goethezeitportal veröffentlicht Texte und Bilder zu Goethes "Egmont": die Besprechung Schillers mit Reaktionen auf dessen Kritikpunkte; die Charakterisierung der Hauptfiguren des Trauerspiels in Porträts und Texten von dem Maler und Kunstschriftsteller Friedrich Pecht sowie von dem Maler Wilhelm von Kaulbach mit einem Text des Schriftstellers Friedrich Spielhagen. Die Zusammenstellung dokumentiert die Aufnahme und das Verständnis des Dramas im 19. Jahrhundert. Mehrere Illustrationen und die Beschreibung des Spiels Ifflands in der Aufführung auf dem Weimarischen Hoftheater 1796 zeigen, wie man die Schlussszene mit dem Traum Egmonts zu realisieren suchte: die Erscheinung der "Freiheit im himmlischen Gewande" mit den Zügen Klärchens, die ihm den Lorbeerkranz reicht. 

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
»Der wunderbare Leuchter«
. Märchen von Hermann Becker, illustriert von August Beck

(München November 2011)

Wie ein armer Schreiber auf wundersame Weise zu Geld kommt, ein Wohlleben führt und wie er alles wieder verliert - davon handelt das kaum bekannte Kunstmärchen "Der wunderbare Leuchter" (1856 oder 1857) von Hermann Becker, Düsseldorfer Maler und Kunstkritiker. Im Mittelpunkt stehen ein rätselhaftes Buch in unbekannter Schrift, das der Schreiber von einer fremden vornehmen Frau zum Abschreiben erhält, zusammen mit einem Leuchter, der ihm die nächtliche Schreibarbeit erleichtern soll. Der kostbare Leuchter inszeniert Schlachten, wie sie sich der Schreiber in seinen Träumen imaginiert. Illustriert wird die Handlung von August Beck (1823-1872), einem zu seiner Zeit bekannten und geschätzten Schlachtenmaler.

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»Goethe-Motive auf Postkarten« - Mignon-Serien

 Jutta Assel und Georg Jäger: Ludwig Christoph Heinrich Hölty: »Elegie auf den Tod eines Landmädchens« Mit Illustrationen von Chodowiecki

(München November 2011)

Hölty gehört zu den "Frühvollendeten in der deutschen Literaturgeschichte" (Hettche), er wurde keine 28 Jahre alt. In der Goethezeit galt Hölty, Mitglied des Göttinger Hainbundes, als "einer der trefflichsten Lyriker, dessen Elegien an rührender Einfachheit, zarter Klage und süßer Melancholie wohl niemals übertroffen werden können" (Damen Conversations-Lexikon). Das Goethezeitportal publiziert von ihm die "Elegie auf ein Landmädchen" (1774) nach einem Prachtbändchen des Wiener Phaidon-Verlages (1924) mit 12 Illustrationen von Daniel Chodowiecki. Der Phaidon-Verlag, im Nationalsozialismus als "Wiener Judenverlag" diffamiert, lebt heute weiter in der Phaidon-Press (London), die sich selbst als weltgrößter Kunstbuchverlag bezeichnet. Angefügt sind eine Kurzcharakteristik Höltys aus dem "Damen Conversations-Lexikon" sowie das Gedicht "Am Grabe Hölty's" von Nikolaus Lenau und Mörikes Verse " An eine Lieblingsbuche meines Gartens in deren Stamm ich Höltys Namen schnitt".

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Brüder Grimm: »Hänsel und Gretel«

(München Oktober 2011)

"Hänsel und Gretel", erstmals 1812 erschienen, zählt zu den weltweit bekanntesten Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Das Goethezeitportal publiziert die Fassung letzter Hand der Brüder Grimm und die Bearbeitung durch Ludwig Bechstein mit einer reichen Auswahl von über 40 Illustrationen. Sie stammen von Buchausgaben und den populären Motivpostkarten. Zu studieren sind Art und Stil der bildlichen Umsetzung, die Interpretationen, die der Text dabei erfährt, sowie die Schwerpunkte bei der Auswahl der Textpassagen: die Armut der Holzhacker-Familie, Hänsel und Gretel im Wald, Knusperhäuschen, Hexe u.a.m.

Die zweite Folge zum Märchen von Hänsel und Gretel bringt die Buchillustrationen von Richard Scholz (1860 - um 1938). Die mehrfach publizierten, um 1900 entstandenen Bilder tendieren stilistisch "zu weicher, aufgelockerter, meist kreidiger Zeichnung" (Ries). Des weiteren publiziert das Goethezeitportal das Lied "Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald", mit einer exemplarischen Spielbeschreibung für die Aufführung durch Kinder und dem Hinweis auf weitere Spielanleitungen.

   »Hänsel und Gretel« Folge I

   »Hänsel und Gretel« Folge II

 


»Goethe-Motive auf Postkarten« - Mignon-Serien

 Jutta Assel und Georg Jäger: Heinrich von Kleist
: »Das Käthchen von Heilbronn«

(München September 2011)

Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe, ein großes historisches Ritterschauspiel" von Heinrich von Kleist, erschienen 1810, war bis gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts ein Erfolgsstück. Es wurde vielfach bearbeitet, illustriert und nacherzählt; das Käthchen entwickelte sich zur Werbemarke Heilbronns. Das Goethezeitportal bietet einen Einblick in die Illustrationen verschiedener Formate, vom Ölbild bis zur Postkarten- und Volksbuchillustration. Mit der Umsetzung in Volksbüchern, aus denen ausgewählte Szenen zitiert werden, erreicht der Erzählstoff breiteste Schichten. Deutlich wird die Attraktion durch die Figur des Käthchens und die Faszination durch das rätselhafte und wundersame Geschehen. Zur Breitenwirkung trägt die Kulisse der Ritterromantik und die daraus abgeleitete Kostümierung bei.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Die feindlichen Brüder. 
Die Burgen Liebenstein und Sterrenberg am Rhein

(München September 2011)

Die Sage von den feindlichen Brüdern auf Burg Liebenstein und Sterrenberg bei Bornhofen am Rhein handelt von "einer der blutigsten Fehden, so seit dem Morde Abels zwischen Brüdern gefochten wurde" (Niklas Vogt, 1817).Der Konflikt entwickelt sich zwischen zwei Brüdern wegen einer von beiden geliebten Ziehtochter, die "nebst der Schönheit ihrer Gestalt alle die Reize der Sittsamkeit und Sanftmut besaß, welche damals die geschätztern Tugenden des weiblichen Geschlechts waren" (Niklas Vogt, 1811). Sie wurde die Verlobte des Jüngeren, der aber aus dem Kreuzzug eine wollüstige orientalische Schöne als Gattin mitbrachte. Das Goethezeitportal gibt mehrere Varianten des Sagenstoffe wieder und zeigt die beiden Burgruinen mit dem Kloster Bornhofen, in das sich die das brüderliche Duell schlichtende Braut zurück zog, in zahlreichen Ansichten. Wiedergegeben wird auch Heines populäres Gedicht "Zwei Brüder" aus dem "Buch der Lieder", das in die Rheinsagen Aufnahme fand.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
»Burg Weibertreu bei Weinsberg«

(München August 2011)

Die Burg „Weibertreu“ (bei Weinsberg) verdankt ihren Namen einer „Weiberlist“. Die Frauen in der belagerten Feste nutzten ein Kaiserwort, das ihnen freien Abzug mit allem, was sie tragen können, versprach, und nahmen als ihr kostbarstes Gut ihre Männer Huckepack. Die Sage hat Bürger und Chamisso zu Balladen angeregt. Der schwäbische Dichter Justinus Kerner, der am Fuße der Weibertreu sein Heim hatte, sorgte sich um die Erhaltung der Ruine und regte zu diesem Zweck die Bildung eines Frauenvereins an, dem die Burg vom König von Württemberg geschenkt wurde. So wurde Weibertreu zu einem „romantischen Wallfahrtsort“.

Das Goethezeitportal publiziert eine Auswahl von Ansichten, Historienbildern und Texten.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Johann Wolfgang von Goethe: 
Sanct Rochus-Fest zu Bingen. Mit weiteren Texten zur Rochuskapelle

(München Juli 2011)

Goethe hat am Sankt Rochus-Fest zu Bingen am 16. August 1814 teilgenommen, mit dem die Wiederherstellung der im Krieg von den Franzosen verwüsteten Rochuskapelle gefeiert wurde. Auf Goethes Initiative hin erhielt die Wallfahrtskapelle ein vom ihm entworfenes, vom Weimarer "Kunstmeyer" als Karton gezeichnetes und von Louise Seidler als Gemälde ausgeführtes Rochus-Bild. Goethes farbiger und lebendiger Bericht über das Fest galt schon zeitgenössisch als ein Glanzstück deutscher Prosa. Das Goethezeitportal publiziert den Text mit zahlreichen Bildern der alten Kapelle und der nach dem Brand von 1889 neu errichteten neugotischen Kirche. Ergänzt wird Goethes Schilderung durch weitere Texte zur Rochuskapelle (Bettina von Arnim; Friedrich Wilhelm Hackländer u.a.).

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Rheinmotive in Literatur und Kunst: Rolandsbogen und Nonnenwerth

(München Juni 2011)

Die Rolandsburg, von der nur noch der Rolandsbogen Kunde gibt, und das Kloster auf der Insel Nonnenwerth sind mit der Sage von Ritter Roland von Angers, Neffe Karl des Großen, und Hildegunde, der Tochter des Burggrafen vom Drachenfels, verbunden. Die tragische Liebesgeschichte gilt als eine der rührendsten Rheinsagen. Das Goethezeitportal stellt unterschiedliche Fassungen der Sage (Ludwig Bechstein, Karl Geib, Alfred Reumont) zusammen und ergänzt sie durch Gedichte (Thomas Campbell, August Kopisch, Wilhelm Smets). Die Landschaft, die zu den schönsten Partien des Rheins gehört, und die Handlungsorte, die zu vielbesuchten Gedächtnisstätten wurden, werden in Schilderungen und vielen Ansichten dokumentiert. Publiziert wird der Bericht Ferdinand Freiligraths über den Einsturz und die Wiedererrichtung des Rolandsbogens 1839/40, ein frühes Beispiel der Denkmalpflege. Besonders durch das populäre Lied von Jörg Ritzel wurde der Rolandsbogen zu einer touristischen Stätte nicht nur der studentischen Rheinromantik. Literaturangaben und zahlreiche Weblinks laden zu weiterer Beschäftigung mit den Orten und ihrer Sage ein.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Ostern 2011. Schwerpunkt: "Künstlerkarten"
mit historischen Kinderliedern

(München April 2011)

Für das Osterfest 2011 wählen wir "Künstlerkarten" und historische Kinderlieder aus. Die originalen Künstlerkarten (Linolschnitt, Aquarell, Collage, Kolorierung) sind häufig von freischaffenden Grafikern gestaltet, die in der Festgrafik ihren Freiraum für kreative und witzige Bildformulierungen nutzten und diese für ihren Freundeskreis und bescheidenen privaten Verkauf bestimmt hatten. Die gleichfalls nach 1945 gedruckten, meist anonymen Karten, bei denen selten ein Verlag angegeben ist, sind zeitbedingt auf schlechtem Papier und in einfachstem Farbendruck hergestellt - schlichte Produkte des "Neuanfangs" nach dem Krieg. Unter den Kinderliedern, unter anderem von Friedrich Güll, verdient ein "National-Kinderlied für die Zürchersche Jugend" Beachtung, das von der "Gesellschaft ab dem Musiksaal zur deutschen Schule" 1789 gestiftet wurde.

 

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Illustrationen zu Szenen aus Goethes Faust: Osterspaziergang

(München April 2011)

Die Verse "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, / Durch des Frühlings holden, belebenden Blick", Faust in der Szene "Vor dem Tor" in den Mund gelegt, wurden zum beliebten Ostergedicht des deutschen Bildungsbürgers. Das Goethezeitportal stellt dem Text der Szene eine Auswahl von Illustrationen zur Seite, sowohl aus der Hochkultur wie aus der Popularkultur, die zum Vergleich der Bildformulierungen einlädt.

 

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»Goethe-Motive auf Postkarten« - Mignon-Serien

 Jutta Assel und Georg Jäger: Heinrich Heine: »Der Rabbi von Bacherach«

(München April 2011)

Nach Ansichten und Texten zu Bacharach am Rhein publiziert das Goethezeitportal das Fragment "Der Rabbi von Bacherach" von Heinrich Heine, einen großenteils 1824/1825 entstandenen, aber erst 1840 publizierten Text, der zu den Gründungsdokumenten einer deutsch-jüdischen Erzählprosa zählt. Beigeben sind die hinreißenden Illustrationen von Max Liebermann. Ergänzt wird die Erzählung durch zwei Dokumente zur Wirkungsgeschichte im deutschen Judentum: eine kaum bekannte Bearbeitung und Vervollständigung des Fragments im "Jahrbuch für Israeliten" auf das Jahr 1864 sowie die Betrachtung "Auf dem Rheine. (Eine Dampferfahrt)" in der Zeitschrift "Der Israelit" von 1925.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Märchenmotive auf Postkarten »Rotkäppchen«

(München Februar 2011)

Das Goethezeitportal bietet eine reiche Auswahl an Illustrationen des bekannten Märchens vom Rotkäppchen, viele von ihnen auf Motivpostkarten. Vier Texte dokumentieren die Breite der Rezeption: Grimms gleichsam 'klassische' Fassung aus den "Kinder- und Hausmärchen", die Literarisierung durch Ludwig Bechstein mit Bildern von Ludwig Richter sowie die groteske Um-Dichtung durch Joachim Ringelnatz: "Kuttel Daddeldu erzählt seinen Kindern das Märchen vom Rotkäppchen und zeichnet ihnen sogar was dazu". Wenig bekannt ist die frivole und witzige Variation des Märchenstoffes durch Alexander von Ungern-Sternberg, die nicht nur in der Mischung von Prosa, Vers und Dramentext auf das 18. Jahrhundert zurückweist. Wo liest man in der Mitte des 19. Jahrhunderts Verse wie diese: " Alte Damen / Schmecken nicht übel /Mit einer Sauce / Von Lattich und Zwiebel" ?

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 Jutta Assel und Georg Jäger: »Goethe-Motive auf Postkarten« - Mignon-Serien

(München Februar 2011)

Mignon, das rätselhafte Mädchen aus Goethes "Wilhelm Meister", ist - neben Gretchen - die beliebteste, am häufigsten abgebildete literarische Figur in der Postkartenproduktion zwischen ca. 1900 und 1930. Die für die Postkartenverlage arbeitenden Atelierfotografen inszenieren Mignon meist vor gemalter Naturkulisse. Dabei wurde der Vordergrund, um einen Übergang zu schaffen, ergänzt durch Arrangements aus getrockneten oder künstlichen Gräsern, Blumen, Zweigen, Steinen etc. Daneben gibt es die Rollenporträts vor neutralem Hintergrund. Außer ihren "Erkennungs"-Attributen Saiteninstrument und Wanderbündel kennzeichnen das Mädchen ihr langes offenes Haar und ein lässiges, malerisches Phantasiekostüm, das einen fremd- bzw. südländischen Eindruck vermitteln soll. Die "regieführenden" Fotografen legen Wert auf beseelte, ausdrucksvolle Mimik und Gestik; geforderte Ausdrucksqualitäten für Mignon könnten sein: träumerisches, wehmutsvolles Erinnern; Melancholie; Sehnsucht; Liebeswerben u.a. Doch das Repertoire der Mignon-Modelle erschöpft sich meist in schönen Stellungen und Posen eines hübschen Mädchens, das rühren und verführen möchte. Studieren lässt sich das Gesagte an drei Serien aus den Verlagen Wilhelm S. Schröder Nachf., Gustav Liersch & Co. sowie Amag, d.i. Albrecht & Meister Aktiengesellschaft, alle in Berlin.

  Zur Mignon-Serie Folge II

  Zur Mignon-Serie Folge I

  Zur Mignon-Serie: Reta Walter als Mignon



 Jutta Assel und Georg Jäger:
Justinus Kerner
 »Klecksographien«

(München Januar 2011)

Klecksographien nannte Justinus Kerner vorsätzlich hergestellte Zufallstintenkleckse (schwäbisch 'Tintensäue'), die durch Falten des Papierbogens eine symmetrische Gestalt erhielten. Sie ähneln den Bildern, mit denen der Rorschach-Test, auch "Tintenkleckstest" genannt, durchgeführt wird. Die "der Phantasie Spielraum lassenden Gebilde," oft gespensterartig und fratzenhaft aussehend, regten Kerner zu Charakteristiken und kleinen Geschichten an, die er in Verse fasste. Wo die Phantasie nicht ausreichte, half Kerner "mit ein paar Federzügen" nach.  Er unterscheidet Hades- und Höllenbilder mit Kobolden, Todesboten, Hexen, Teufeln, dem Satan etc.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
»Goethes erste Schweizer Reise von 1775«

(München Januar 2011) 

Während seiner ersten Schweizerreise 1775 unternahm Goethe mit seinem Freund Passavant eine Alpenwanderung, die ihn bis auf den Gotthardpass führte, auf dem die bekannte Zeichnung "Scheideblick auf Italien" entstand. Auf dieser Wanderung hat Goethe ein Tagebuch geführt und fleißig gezeichnet. Dabei reflektierte er die Grenzen von Sprache und Zeichnung, betonte die Grenzen der Interpretation des einen Mediums durch das andere und experimentierte mit Möglichkeiten ihres Zusammenspiels. Einige Skizzen zeichnen sich durch schnell hingeworfene, dynamische Kürzel von Natureindrücken aus, andere Studien sowie seine Notate schildern sachlich den Charakter der Landschaft sowie Bauweise und Nutzung von Hütten und Häusern. Das Goethezeitportal gibt die Schilderung in "Dichtung und Wahrheit" sowie eine Auswahl der Zeichnungen wieder.

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
»Goethes Gedichte mit Steinzeichnungen von Ernst Barlach«

(München Januar 2011) 

" ... ich weiß, dass ich von Goethe so viel frohe Beschaulichkeit der Welt- und Menschendinge erhalten habe, dass ich Goethe mit auf den Weg habe, so lange ich laufen werde. Ich sehe ein Gewimmel sonniger oder besonnter Gestalten, ich fühle Gnaden walten, ich sehe Licht, warmes, herzerwärmend," so Barlach brieflich 1915. Nach den Holzschnitten zu Goethes "Walpurgisnacht" publiziert das Goethezeitportal Steinzeichnungen Barlachs zu Gedichten Goethes, die für ein Mappenwerk des Verlegers Paul Cassirer bestimmt waren, das 1924 erschien. Unsere Auswahl berücksichtigt populäre Gedichte (An den Mond, Erlkönig, Totentanz, Der getreue Eckart) wie auch schwierige und selten illustrierte Texte wie "Harzreise im Winter" und das Spätwerk "Paria" mit der Legende von den vertauschten Köpfen, denen Erläuterungen Goethes beigegeben sind. Ergänzt wird die Seite durch Äußerungen Barlachs zu Goethe.

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 Jutta Assel und Georg Jäger: 
Faust und Gretchen
. Gemalte und gezeichnete Karten. 
Serie I

(München Januar 2011)

Ergänzend zu den Fotopostkarten und Prägekarten zu Goethes "Faust" stellt das Goethezeitportal erstmals eine gemalte Serie vor. Die Kompositionen zu Faust und Gretchen sind bühnenmäßig inszeniert und kombinieren verschiedene Stile. Die historistische Kostümierung schwankt zwischen altdeutschen und gründerzeitlichen Elementen. Mephisto, ganzheitlich rot mit Hahnenfeder, setzt sich von dem prächtig gewandeten bunten Liebespaar eindrucksvoll ab. Besonders die in der Landschaft spielenden Szenen wirken durch übertriebene Körpersprache und lächerliche Kostümierung unfreiwillig komisch.

 

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
Fabeln von Abraham Emanuel Fröhlich 
mit Illustrationen von Martin Disteli

(München Januar 2011)

Dem Lehrer und Pfarrer Abraham Emanuel Fröhlich (1796-1865) verdankt die deutsche Literatur eine Wiederbelebung der Fabel. Er galt als "der vorzüglichste Fabeldichter der neuern Zeit" (Ignaz Hub) und in seinen frühen Dichtungen "als einer der Koriphäen der liberalen Schweiz" (Alfred Hartmann). Aus den 1820er Jahren stammen seine Tendenzfabeln und politischen Karikaturen im Sinne des zeitgenössischen Schweizer Freisinns. Die Tierfabeln prangen Junkertum und politische Korruption, Frömmelei und religiösen Fanatismus, aber auch oberflächliche modische Erziehung und effekthascherisches Bühnenspektakel an. Kongenial illustriert wurden die Fabeln durch den Schweizer Karikaturisten Martin Disteli (1801-1844), der gleichfalls dem Liberalismus anhing. Kurzbiographien zu Fröhlich und Disteli mit ihren Bildnissen sind angefügt.

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Das Fach- und Kulturportal der Goethezeit