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Goethe, Schiller und die Goethezeit auf Google+

Timo John

Adam Friedrich Oeser 1717-1799
Studie über einen Künstler der Empfindsamkeit

XIV.  Lebenslauf Adam Friedrich Oesers 1717-1799

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1717         Am 17. oder 18. Februar des Jahres wird Adam Friedrich Oeser in Preßburg ge­boren, die Eltern, deren Ehe erst am 17. März 1720 geschlossen wurde, waren Johann Friedrich Oeser und Rosine Schwarzöhrl. Oesers späterer Stiefvater, der Schulmeister Johann Christian Plankenberger stammte aus Mühlhausen; aus die­ser Ehe gingen sechs Stiefgeschwister hervor, das älteste und einzige überlebende Kind hieß Marie Rosine Plankenberger, später verehelichte Kovács

1722         Besuch des evangelischen Lyceums in Preßburg

1724         Lehre als Zuckerbäcker

1728         Lehre bei dem Stilleben- und Dekorationsmaler Maler Ernst Friedrich Kamauf (1696-1749)

1730         Oeser geht an die Wiener Kunstakademie. Jakob van Schuppen (1670-1751), Martin von Meytens (1695-1770) sowie Daniel Gran (1694-1757) werden Oesers Lehrer in der Malerei.

1732/33    Rückkehr nach Preßburg, Bekanntschaft mit dem Bildhauer Georg Raphael Donner

1735         Rückkehr nach Wien, Oeser gewinnt den Preis der Wiener Kunstakademie mit dem Bild „Opferung des Isaaks“

1739         Oeser zieht nach Dresden. Er arbeitet als Miniatur- und Deckenmaler (Box­bergisches Palais, Waisenhausstr. 33), ferner malt er Opern- und Theaterdekora­tionen und Interimsdekoration für die katholische Hofkirche. Während dieser Zeit entstanden Freundschaften mit Silvestre, Mengs, Dietrich, Lippert, Winckelmann, Hagedorn, Graf Bünau

1741         Drei Probebilder entstehen für die Bewerbung als Hofmaler in St. Petersburg, eines davon mit dem Titel: „Der Morgen der Kultur in Rußland“.

1744         Oeser erhält unter Vermittlung des russischen Gesandten Graf Bestucheff den Ruf nach St. Petersburg.

1745         Heirat am 15. November mit Rosine Elisabeth Hohburg

1748         Geburt Friederike Oeser

1749         Ausmalung der Hubertusburg mit Jagdstücken

1751         Geburt Johann Friedrich Ludwig Oeser, der später an der Dresdener Kunstakademie arbeitete

1754         Winckelmann wohnt bei Oeser in Dresden im Rietschel´schen Haus auf der Großen Frauengasse

1755         Geburt Wilhelmine Oeser, Winkelmann zieht mit Oeser in die Dresdner Neustadt, Königstr. 17. Im selben Jahr erscheint Winckelmanns Schrift „Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst“, kurz darauf geht er nach Italien

1755         Oeser beginnt mit den Ausmalungen auf Schloß Dahlen bei Leipzig (Treppenhaus, Weißer Saal, Kaisersaal)

1756         Geburt Karl Oeser, später Fecht- und Zeichenmeister an einer Lehranstalt in Rußland. Die Familie Oeser zieht auf das Schloß Dahlen des Grafen Bünau

1757         Ausmalung des Schloß Dahme bei Potsdam

1758         Am 23. Januar erster Besuch in Weimar, Ausmalung des Gutes Oßmannstedt für den Reichsgrafen von Bünau

1759         Umzug nach Leipzig

1764         Das Gründungs-Rescript der Dresdener, Leipziger und Meißener Akademie wird am 6. Februar ausgestellt

1764         Oeser wird am 13. Februar von Legationsrat Christian Ludwig von Hagedorn zum Professor an der Dresdner Akademie und Direktor der Zei­chenschule zu Leipzig ernannt und erhält den Titel „Kurfürstlicher Hofmaler“

1765         Die Kunstakademie bezieht die Räume in der Pleißenburg, Goethe kommt als Student nach Leipzig

1766         Das Rezeptionsbild Oesers mit der Gruppe seiner vier Kinder entsteht für die Dresdner Akademieausstellung. Im Herbst des Jahres hat Goethe seine erste Begegnung mit Oeser. Der Bühnenvorhang zum neuen Leipziger Theater auf der Ranstädter Bastei entsteht

1767         Oeser beginnt die Deckengemälde der Wincklerschen Gemäldesammlung, die Deckengemälde des großen Saales auf dem Richterschen Villen- und Gartengrund­stück, Wandgemälde des Gerhardschen Hauses

1768         Goethe verläßt im August Leipzig und geht zurück nach Frankfurt

1769         Oeser malt für den Freiherrn von Fritsch das Wittumspalais aus

1770         Oeser erwirbt ein Gartengrundstück in Dölitz

1775         Ausmalung des Festsaales im Wittumspalais in Weimar für die Herzogin Anna Amalia, Reise mit Herzog Karl August nach Dessau, Goethe kommt nach Weimar

1776         Ende des Jahres wurde Oesers Altarbild „Christus und die Jünger zu Emmaus“ in der evangelischen Kirche zu Preßburg aufgestellt. Bis 1780 entste­hen die Decken- und Wandmalereien im Haus des Bürgermeisters Müller zu Leipzig. Vom 21.-26. Dezember Aufenthalt in Weimar

1778         Oeser macht eine Studienreise nach Hamburg, mit Herzogin Anna Amalia reist er nach Braunschweig

1779         Die Ausmalungen im Gohliser Schloß werden begonnen, im Januar bei Anna Amalia in Weimar

1780         Reise mit Anna Amalia nach Kassel, Frankfurt und Süddeutschland u.a. nach Heidelberg und Mannheim, Aufenthalt in Ettersburg, vermutl. Restaurierungsar­beiten auf Schloß Nischwitz. Oeser war im Januar und Mai-Juni in Weimar, wo er die Dekorationen für das Theaterstück der „Vögel“ malte. Der Bildhauer Klauer fertigte eine Büste von Oeser.

1781         Oeser malt drei Deckengemälde für das Gewandhaus zu Leipzig.

1782         Reise nach Karlsbad, Oeser in Weimar

1783         Besuch in Weimar

1784         Ausmalung des Westflügels im Wittumspalais

1785         Oesers letzter Besuch in Tiefurt bei Weimar

1788         Goethes Rückkehr aus Italien

1787         Wilhelmine Oeser heiratet am 29. November den Kupferstecher Christian Gottlieb Geyser

1787-94   Die Bildausstattung der Nikolaikirche in Leipzig entsteht

1792         Johann Friedrich Ludwig Oeser stirbt am 19. Mai in Leipzig, er war tätig in Dresden als „Kursächsischer Landschafts- und Historienmaler“

1794         Tod von Rosine Elisabeth Oesers geb. Hohburg.          
Der ungarische Schriftsteller Ferenc Kazinczy nimmt wegen einer Illustration für eine ungarische Ausgabe einer Übersetzung Klopstocks „Messias“ Kontakt mit Oeser auf.

1797         Am Neujahrstag Oesers letzte Begegnung mit Goethe in Leipzig

1799         Adam Friedrich Oeser stirbt am 18. März in Leipzig      
22. März, Bestattung auf dem Leipziger Johannisfriedhof

1800         Oesers Nachlaß wird über die Rostsche Kunsthandlung in Leipzig versteigert, Johann Friedrich August Tischbein wird neuer Direktor an der Kunstakademie

1813         Wilhelmine Oeser stirbt am 1. Dezember 1813 in Leipzig

                

1829         Friederike Oeser stirbt am 13. Juni in Leipzig

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