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»Aktuelle Forschungsbeiträge des Goethezeitportals«

Erstpublikationen

Neupublikationen

 

Schätze aus dem Düsseldorfer Goethemuseum

Das von der Universität Duisburg-Essen geförderte und von G. E. Grimm geleitete Projekt widmet sich der Erfassung seltener Rezeptionszeugnisse, die allesamt aus dem Magazin des Düsseldorfer Goethemuseums stammen. Zunächst werden Texte aus dem Umkreis der „Werther“-Rezeption erfaßt, später folgen Texte aus den Bereichen „Faust“-Rezeption und „Italienreise“.

Einen ersten Überblick über die im Goethemuseum stattgefundenen Ausstellungen sollen die bisher 90 Faltblätter gewähren, die außer der inhaltlichen Beschreibung der jeweiligen Ausstellung eine Reihe kulturgeschichtlich wichtiger Abbildungen enthalten. Außerdem ist die Aufbereitung der unnummerierten Faltblätter zu Sonderausstellungen vorgesehen. Neben den Katalogen ist die Reihe der „Anmerkungen“ die wichtigste Publikation, die Besucher über Ausstellungen informiert und zugleich unabhängig davon, einen thematischen Zugang sichert. Selbst in essayistischen Formen bleibt der Charakter der Ausstellungsbegleitung, u. a. durch Abbildungen, erhalten. Die Faltblätter, zwischen 8 und 16 Seiten umfassend, rufen eine hohe Leserresonanz hervor; ihre Themen werden häufig von Besuchern im Gespräch angesprochen.

   Zu den Wertheriana

   Zu den Faltblättern "Anmerkungen"

   Zum Jahrbuch der Sammlung Kippenberg

 

 


Empfehlungen der Redaktion

Wolfgang Frühwald:
Die Kunst zu leben. Carl Gustav Carus und die Medizin seiner Zeit

Der Vortrag versucht den Zusammenhang von Kunst, Literatur und Medizin in dem historischen Augenblick einzufangen, in dem sich Kunst und Medizin, die über Jahrhunderte hin zusammengegangen sind, voneinander trennen. Die von Carl Gustav Carus mitbegründete Psychosomatik öffnet dabei ein Fenster in die Zeit vor dieser Trennung. Es war die Zeit der ars medica, in welcher die Heilkunst, die Malerei und die Literatur von ästhetischen und von medizinischen Beobachtungen bestimmt waren und die von Carus propagierte Kunst zu leben (die Gesunderhaltungskunde) den ganzen Menschen, Leib und Seele, meinte. Der Text handelt (1) von der rationalen Entzauberung und, komplementär dazu, von der poetischen Verzauberung der Welt, (2) von der pathologischen Anatomie als Leitwissenschaft in der Sattelzeit der Modernisierung, (3) von der als Kunstwerk verstandenen Medizin, (4) vom Verhältnis von Erd- und Seelenleben und (5) von unterschiedlichen „Räumen der Heilkunst“ seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.

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Wolfgang Frühwald:
„Denn wozu dient alle der Aufwand von Sonnen und Planeten und Monden...?“
 Bild und Erfahrung der Natur bei Goethe


Goethes Naturdenken ist an jener historischen Nahtstelle anzusiedeln, an der sich die europäische Menschheit mit Hilfe von Wissenschaft und Technik aus den drückenden Zwängen der Natur zu befreien und sich ihres Verstandes in freier Wahl zu bedienen vorgenommen hat. Der spezifisch neuzeitliche Akzent, der diesem Vorhaben anhaftet, lautet: Die Entfremdung von der Natur ist die Bedingung der menschlichen Freiheit und ihrer Herrschaft über die Natur, doch versuchen schon die Menschen des späten 18. Jahrhunderts, ästhetisch wiederzugewinnen, was sie in der realen Beziehung zwischen Mensch und Natur verloren haben. Der Aufsatz versucht eine sozialgeschichtliche Einordnung von Goethes Naturdenken auch in die zeitgenössischen Erfahrungen der elementaren Naturgewalten, in Gewitter, Feuersbrunst und Hagelschlag, um die Innovationskraft dieses Denkens und ihres ästhetischen Ausdrucks zu belegen. Goethe hat sich zunächst dem Diskurs über die Theodizee angeschlossen, der nach dem großen Erdbeben von Lissabon lebhafter und heftiger wurde als je zuvor, ist dann aber rasch über diesen Diskurs hinausgeschritten, um den Menschen in seiner Glücksfähigkeit von allen anderen Naturwesen zu unterscheiden.

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Wolfgang Frühwald:
„Wie ein ungeheures Märchen“. Johann Caspar, Johann Wolfgang und August Goethe im Petersdom in Rom

Die Baugeschichte des Petersdoms in Rom, wie er sich dem Blick des neuzeitlichen Betrachters darstellt, ist das Resultat eines großen Abbruchunternehmens ebenso wie eines gewaltigen Neubaus. Von „schöpferischer Zerstörung“ hat Horst Bredekamp mit Blick auf die Baugeschichte von Neu St. Peter in Rom seit 1506 gesprochen. Als Johann Wolfgang Goethe, den Spuren seines Vaters folgend, 1786 auf seiner „Hegire“ das antike Rom und den Petersdom erblickte und sich damit in die südliche Kunstwelt „initiiert“ fühlte, konnte er kaum einschätzen, dass sein Neubau der deutschen Literatursprache ein ähnlich gewaltiges und gewaltsames Abbruch- und Aufbauprojekt sein könnte, wie der sich über mehr als ein Jahrhundert erstreckende Neubau der Papstkirche in Rom. Die „römischen Glückstage“, deren Stimmung und Kunstgefühl sich Goethe noch 1829, bei der Edition des „Zweiten römischen Aufenthalts“, in die „kimmerischen“ Nächte des Nordens holte, versuchte sein Sohn August 1830 auch für sich zu reklamieren. Doch endete dessen zu spät unternommene Flucht in einer Tragödie. August von Goethe starb zehn Tage, nachdem er die Kuppel des Petersdoms im Glanz der Morgensonne gesehen hatte, an einem Schlaganfall in Rom. Von dem Schock, der ihn im November 1830 durch die Nachricht vom Tod des Sohnes ereilte, hat sich Johann Wolfgang Goethe nicht mehr erholt.    PDF-Fassung



  Jutta Assel und Georg Jäger:
Carl Maria von Weber: Der Freischütz. Dokumente und Illustrationen

(München August 2010)

Zu Carl Maria von Webers "Freischütz", der erfolgreichsten romantischen Oper, publiziert das Goethezeitportal die Illustrationen von Johann Heinrich Ramberg und mehrere Dokumente: die Volkssage aus dem "Gespensterbuch" von Johann August Apel, die wichtigste Quelle für das Libretto von Friedrich Kind; die Erinnerungen Kinds zur Entstehungsgeschichte der Oper und die Zusammenarbeit mit Weber; Kinds Studie zur Sage um Freikugeln - Beispiel seiner volkskundlichen Recherchen -; einen Bericht über die Uraufführung in Berlin 1821 sowie einige Postkarten zum Erfolgslied "Wir winden dir den Jungfernkranz" als Belege der Verkitschung und Verspottung des Stoffes, die mit der Popularisierung der Oper einhergingen. Wie üblich, sind Kurzbiographien der Akteure beigefügt.

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Inge Nunnenmacher
Literatur als Denkmal. Die Eberhardsgruppe im Stuttgarter Schlossgarten 
und zwei historische Balladen der schwäbischen Romantiker Kerner und Uhland 
in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext betrachtet.

(München Juli 2009)

Was haben zwei Balladen der schwäbischen Romantiker Kerner und Uhland mit dem Eberhards-Denkmal im Stuttgarter Schlossgarten zu tun? Das erfahren Sie in diesem Beitrag, - außerdem etwas über die historisch-politischen Hintergründe, wenn Fürsten ihr Haupt gar zu gerne und dazu noch "kühnlich jedem Untertan in Schoß" zu legen wünschen.

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  Jutta Assel und Georg Jäger:
Spruchkarten des Wiener Historismus

(München Juli 2010)

Ein Jahreszeitenzyklus im Stil des Wiener Historismus zeigt Dichtersprüche von Lessing, Lichtenberg, Jean Paul, Goethe, Schiller und Anderen. Vor jahreszeitlichen Landschaftskompositionen agieren Putti, Genien und Engel. Die Kompositionen überraschen durch phantasievolle und komplexe Montagen.

 

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 Jutta Assel und Georg Jäger:
»Goethe-Motive auf Postkarten« - Heidenröslein Serie III

(München Juni 2010) 

Ein voll erblühtes Röslein kokettiert und flirtet mit dem Betrachter. Die Serie von Fotopostkarten aus dem Verlag von Wilhelm S. Schröder in Berlin hat sich von Goethes Gedicht nur den Titel geliehen.

 

 

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  • Der Göttinger Hain - Wirken, Werk und Wirkung

(Prof. Dr. Wolfgang Lukas und Patrick Peters M.A.: Bergische Universität Wuppertal, Dr. Danica Krunic, Universität München)

Das Goethezeitportal-Projekt befaßt sich mit dem Göttinger Hain, einer deutsch-national gesinnten Gruppe von Poeten der Göttinger Universität in den frühen 1770er Jahren. Der Göttinger Hain gilt als der „geschlossenste Dichterkreis des Sturm und Drang“. Im umfangreichen Textcorpus, das die insgesamt 16 Mitglieder des Hainbundes, darunter mehr oder minder bekannte Köpfe wie Ludwig Christoph Heinrich Hölty, Johann Martin Miller und Johann Heinrich Voß, hinterlassen haben, finden sich zahlreiche Motive, Themen und Einflüsse wieder, die die deutschsprachige Lyrik ab ca. 1740 in ihrer ganzen Vielfalt abbildet. Als glühende Anhängerschaft Friedrich Gottlieb Klopstocks (durch dessen Gedicht »Der Hügel und der Hain« sie ihren Namen erhielten) ist ein Schwerpunkt der Gruppe ein ins Bardenkostüm gekleideter flammender Vaterlandsdiskurs, gleichzeitig ist die antikisierende Anakreontik Grundlage zahlreicher Liebes- und Geselligkeitsgedichte, und auch der mittelhochdeutsche Minnesang übt einen wesentlich Einfluß auf die Hainbündler aus.

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»Unser Buch-Tipp der Woche«


Reimar F. Lacher (Hg.): »Von Mensch zu Mensch. Porträtkunst und Porträtkultur der Aufklärung«

(Wallstein Verlag, 08/2010, 192 Seiten mit 153, überw. farb. Abbildungen, Reihentitel: Schriften des Gleimhauses Halberstadt, Bandnummer: 07, ISBN: 978-3-8353-0769-8)

Katalog zur Ausstellung im Gleimhaus Halberstadt vom 28. August bis 20. November 2010. Mit Beiträgen von Helmut Börsch-Supan und Doris Schumacher

Lange Zeit wurde das Porträt als Kunstgattung innerhalb der Künste gering geschätzt. Kritisiert wurde, dass das Bildnis nicht auf Schönheit angelegt, sondern nur der Ähnlichkeit verpflichtet war. Im Zeitalter der Aufklärung kam es jedoch zu einer grundlegenden Aufwertung der Gattung. Die Künstler konzentrierten sich nun auf das Gesicht, von dem man meinte, dass sich in ihm die Seele des Porträtierten spiegele. In diesem Katalog wird die Aufmerksamkeit auf die differenzierte Mimik, die Darstellung von Innerlichkeit und Intimität gerichtet, durch welche sich das Porträt der Aufklärung auszeichnet. Die Perspektive auf die künstlerischen Mittel wird ergänzt um eine Darstellung des Umgangs mit dem Bildnis, das sich so als allgegenwärtiges Medium der Kommunikation in Geselligkeitskultur und literarischer Öffentlichkeit des 18. Jahrhunderts erweist.

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